Hassposting auf der Hauswand

Fotomontage: iStock.com/ SrdjanPav; Zur Sache
Fotomontage: iStock.com/ SrdjanPav; Zur Sache

Es erregt die Gemüter, es verletzt die Würde des Betroffenen: Eine großformatige Karikatur von Gerhard Haderer an einer Hauswand in Wien zeigt Bundeskanzler Sebastian Kurz wie er die linke Seite des Sakkos öffnet, worauf er als herzlos erscheint. Der Urheber, Gerhard Haderer, sagt dazu: „Ich habe einen herzlosen Politiker gezeichnet“, und zwar unentgeltlich für die Initiative „Courage“. Die Aktion kostet 30.000 Euro, wie Stefan A. Sengl erläutert. Sengl war 2010 Wahlkampfleiter von Heinz Fischer, zog sich aber 2017 als Wahlkampfleiter der SPÖ drei Monate vor dem Wahltag zurück. Und jetzt das.

 

Die Freiheit der Kunst ist und bleibt gesichert, akzeptiert und unbenommen. Im vorliegenden Fall aber wurde die Freiheit zur Kränkung genutzt, anstatt die Freiheit zur Meinungsäußerung für die Möglichkeit zur Diskussion zu nutzen. Zu Migration und Fremdenrecht gibt es unterschiedliche Meinungen, aber die Debatte sollte über sachliche Argumentation geführt werden, nicht über persönliche Herabsetzung des Andersdenkenden.

 

Österreich führt ein breites öffentliches Gespräch etwa über Hass im Netz. Hass soll eingedämmt werden. Gut so. Das wird aber nicht gelingen, wenn Hasspostings als Karikaturen auf Hauswänden landen. Und als Absender ein Ex-Wahlkämpfer firmiert. Diese Aktion ist verletzend und kränkend. So etwas verhindert das Gespräch über das ohnedies schwierige Thema von Migration. Aber vielleicht wollen manche nicht sprechen, sondern nur eine Emotion loswerden. Leider auf Kosten anderer Personen und des Themas, um das es ihnen angeblich geht.

 

Die Redaktion des Blogs Zur-Sache.at richtete an die Netzwerk-Partner von „Courage“ die Frage, wie sie es mit der Karikatur denn hielten. Das UNHCR teilte mit, die Aktion nicht kommentieren zu wollen, habe aber „Courage“ mitgeteilt, nicht mehr als Netzwerkpartner bezeichnet werden zu wollen. Die Initiative Ärzte ohne Grenzen antwortete, in diese Aktion nicht eingebunden gewesen zu sein und überdies innenpolitische Debatten nicht zu kommentieren.

Hassposting auf der Hauswand

Fotomontage: iStock.com/ SrdjanPav; Zur Sache
Fotomontage: iStock.com/ SrdjanPav; Zur Sache

Es erregt die Gemüter, es verletzt die Würde des Betroffenen: Eine großformatige Karikatur von Gerhard Haderer an einer Hauswand in Wien zeigt Bundeskanzler Sebastian Kurz wie er die linke Seite des Sakkos öffnet, worauf er als herzlos erscheint. Der Urheber, Gerhard Haderer, sagt dazu: „Ich habe einen herzlosen Politiker gezeichnet“, und zwar unentgeltlich für die Initiative „Courage“. Die Aktion kostet 30.000 Euro, wie Stefan A. Sengl erläutert. Sengl war 2010 Wahlkampfleiter von Heinz Fischer, zog sich aber 2017 als Wahlkampfleiter der SPÖ drei Monate vor dem Wahltag zurück. Und jetzt das.

 

Die Freiheit der Kunst ist und bleibt gesichert, akzeptiert und unbenommen. Im vorliegenden Fall aber wurde die Freiheit zur Kränkung genutzt, anstatt die Freiheit zur Meinungsäußerung für die Möglichkeit zur Diskussion zu nutzen. Zu Migration und Fremdenrecht gibt es unterschiedliche Meinungen, aber die Debatte sollte über sachliche Argumentation geführt werden, nicht über persönliche Herabsetzung des Andersdenkenden.

 

Österreich führt ein breites öffentliches Gespräch etwa über Hass im Netz. Hass soll eingedämmt werden. Gut so. Das wird aber nicht gelingen, wenn Hasspostings als Karikaturen auf Hauswänden landen. Und als Absender ein Ex-Wahlkämpfer firmiert. Diese Aktion ist verletzend und kränkend. So etwas verhindert das Gespräch über das ohnedies schwierige Thema von Migration. Aber vielleicht wollen manche nicht sprechen, sondern nur eine Emotion loswerden. Leider auf Kosten anderer Personen und des Themas, um das es ihnen angeblich geht.

 

Die Redaktion des Blogs Zur-Sache.at richtete an die Netzwerk-Partner von „Courage“ die Frage, wie sie es mit der Karikatur denn hielten. Das UNHCR teilte mit, die Aktion nicht kommentieren zu wollen, habe aber „Courage“ mitgeteilt, nicht mehr als Netzwerkpartner bezeichnet werden zu wollen. Die Initiative Ärzte ohne Grenzen antwortete, in diese Aktion nicht eingebunden gewesen zu sein und überdies innenpolitische Debatten nicht zu kommentieren.