Welche Parameter für den weiteren Pandemieverlauf wichtig werden

Foto: iStock/ Aja Koska
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In der Vergangenheit dominierte eine Kennziffer die Corona-Berichterstattung: Die 7-Tages Inzidenz für Infizierte je 100.000 Personen. Diese Zahl wurde als Indikator für die schwere des Pandemiegeschehens verwendet. Durch die hohe Durchimpfungsrate ändert sich das: Schwere Verläufe und Intensivbehandlungen können effektiv reduziert werden, besonders vulnerable Gruppen sind fast vollständig geimpft. Um das kommende Infektionsgeschehen richtig einzuschätzen zählt ein Blick auf Covid-19 bedingte Hospitalisierungen und Intensivbehandlungen.

 

Was außerdem zählt ist eine anhaltende Durchimpfung und eine hohe Impfbereitschaft – besonders bei der Jugend, die derzeit am meisten von Ansteckungen betroffen ist. Mit dem Appell „Geht bitte impfen“ rufen nun in einem parteiübergreifenden Statement die Jugendorganisationen der ÖVP, SPÖ, NEOS und der Grünen auf.

 

Impfung als Gamechanger

Anfang der Woche stellte der Bundeskanzler bereits klar, dass er mit einer weiteren Corona-Welle rechnet. Denn „Das Virus wird nicht verschwinden, es wird bleiben. Es wird uns noch Jahre beschäftigen“, so Kurz am Rande seines Besuches in New York.

Einen Unterschied zum Pandemieverlauf der letzten Monate unterstrich der Bundeskanzler dennoch stark: „Für jeden, der geimpft ist, ist die Pandemie vorbei. Für jeden, der nicht geimpft ist, ist das Virus ein massives Problem“. Ansteigen werden die Infektionszahlen dennoch

Denn die Impfung schützt effektiv vor schweren Krankheitsverläufen, für Kurz ist die Impfung ein „Gamechanger“.

 

Hospitalisierung im Vormonat trotz gleicher Inzidenz weitaus geringer

Wie die Impfung das Infektionsgeschehen positiv beeinflusst zeigen bereits jetzt die Zahlen. Vergleicht man Tage aus den Vormonaten mit ähnlicher Inzidenz zu heute sieht man deutlich, dass es weniger Hospitalisierungen und weniger Intensivmedizinisch behandelte Personen gibt.

Anfang der Woche, am 14.07, sah das Infektionsgeschehen in Österreich folgendermaßen aus. Die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 17,0 und es gab 304 Neuinfektionen. Dazu sind 78 Menschen wegen einer Corona-Infektion hospitalisiert, intensivmedizinisch behandelt werden 32 Fälle.

 

Zum Vergleich lag genau einen Monat (14.06) zuvor die 7-Tages-Inzidenz ebenfalls bei 17,0. Im Vergleich zur aktuellen Woche waren mehr als 2,5 mal so viele Patienten hospitalisiert (208 vs. 78). Mehr als dreimal so viele Personen waren vor einem Monat bei gleicher Inzidenz in intensivmedizinischer Behandlung: 98.

Einen anderen Vergleich ergibt es bei Betrachtung der Situation während der ersten Welle in Österreich. Am 14.04.2020 lag die Inzidenz bei 16,5, 150 Neuinfektionen gab es. Bei dieser Inzidenz waren 759 Personen hospitalisiert und 243 Menschen waren in intensivmedizinischer Behandlung. Die generellen Rahmenbedingungen und Daten beispielsweise bei Tests waren im April 2020 noch gänzlich andere, doch zeigen die Zahlen, das der Blick auf die Inzidenz keinen Blick auf das generelle Pandemiegeschehen ermöglicht.

Quelle: AGES-Dashboard

 

Lage auf den Intensivstationen

Gegenwärtig sind 2 % der Intensivbetten in Österreich mit Covid-19 Patienten belegt, 59 % der Intensivbetten sind nicht mit Covid-19 Patienten belegt, weitere 39 % der Intensivbetten sind frei. Die meisten Intensivbetten sind derzeit in Wien belegt, mit 4 % Covid-19 Patienten auf Intensiv.

 

3G-Regel weiterhin als Sicherheitsnetz

Ein weiterer Aspekt der die Pandemiebekämpfung in Österreich weiterhin unterstützt – auch wenn die Inzidenzen steigen – ist die ohnehin bereits bestehende 3G-Regel. Dieses bezeichnete der Bundeskanzler als „ein stärkeres Sicherheitsnetz als andere Länder“. Sebastian Kurz selbst wolle sich auch trotz zweimaliger Impfung weiterhin testen lassen.