Nach Gipfel in Wien: Von der Leyen empfiehlt Korrektur von Ungleichheiten bei Impfstofflieferungen

Foto: BKA/ Dragan Tatic
Foto: BKA/ Dragan Tatic

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen empfahl am Mittwoch, eine Abweichung vom Bevölkerungsschlüssel bei der Impfstofflieferung zu korrigieren. Auf die Einhaltung des Bevölkerungsschlüssels appellierten auch Bundeskanzler Kurz und fünf seiner Amtskollegen, die am Dienstag ein Arbeitsgespräch in Wien führten. Von der Leyen lobt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Österreich.

 

Kommission „von Anfang an“ für Bevölkerungsschlüssel

Dabei wies von der Leyen explizit auf die am Dienstag angekündigte vorgezogene Lieferung von 10 Millionen BioNTech/Pfizer Impfdosen hin. Diese Menge sei in etwa die Summe, die nötig ist, um Ungleichgewichte aus Quartal 1 und Quartal 2 auszugleichen. Von der Leyen betonte zugleich, dass die Entscheidung darüber, wie die vorgezogenen Impfdosen letztendlich genutzt würden, bei den Mitgliedsstaaten liegt.

Laut von der Leyen habe die EU-Kommission „von Anfang an“ die Verteilung der Impfdosen nach dem Bevölkerungsschlüssel empfohlen. Für einen anderen Weg hätten sich dann die Mitgliedsstaaten entschieden. Die Entscheidung, vom Bevölkerungsschlüssel abzuweichen, fiel wohl im viel diskutierten Steering-Board.

 

Impfangebot für jeden Österreicher bis Ende Juni

Von der Leyens Erklärung folgt auf erste Ankündigungen von Sebastian Kurz Dienstagvormittag, wonach die EU an einer Lösung arbeite um Abweichungen vom Bevölkerungsschlüssel zu korrigieren. Die Kommissionspräsidentin wies auch darauf hin, dass es mit Österreich eine „sehr enge, gute und vertrauensvolle“ Zusammenarbeit gibt.

Bundeskanzler Kurz kündigte außerdem an, dass er zuversichtlich ist, dass jedem Österreicher bis Ende Juni eine Impfdosis angeboten werden kann. Dabei hilft auch, dass Österreich zusätzliche 400.000 Impfdosen – im Rahmen der Korrektur – erhalten werde. Zu konkreten Zahlen äußerste sich Ursula von der Leyen nicht.