Stadt Wien verpflichtet 6-Jährige zu Tests, aber lässt 10.000 ohne Maßnahmen feiern

Konzert am Karlsplatz am Samstag. Foto: Luca Faccio, Volkshilfe
Konzert am Karlsplatz am Samstag. Foto: Luca Faccio, Volkshilfe

Kurz vor Ferienbeginn kündigte die SPÖ-geführte Regierung der Stadt Wien an, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Während man im Bund festlegte, dass erst für Kinder ab 12-Jahren die 3-G-Regel gilt, müssen sich in Wien nun auch schon 6-Jährige für den Freibadbesuch testen lassen. Dafür wurde Wien bereits stark aus mehreren Richtungen kritisiert. Die VP-Wien wirft der SPÖ Scheinheiligkeit vor, da einzelne Regeln verschärft werden, aber Konzerte, ausgerichtet von SPÖ-Vorfeldorganisationen, problemlos stattfinden dürfen. 

Kritik am Wiener Alleingang wurde besonders am Wochenende laut: Die SPÖ und ihre Vorfeldorganisation luden zu einem Konzert mit tausenden Besuchern – ohne Schutzmaßnahmen. Währenddessen müssen sich auch Kleinkinder über die Ferien regelmäßig testen.

 

SPÖ-Volkshilfe Veranstaltet Konzert

Am Samstag fand am Karlspatz in Wien ein Konzert statt, dass von der SPÖ-nahen Volkshilfe veranstaltet wurde. Dabei waren laut Veranstalter circa 10.000 Personen anwesend. Fotos zeigen, dass die Besucher gedrängt auf dem Platz feierten. Die Stadt Wien wählt in ihren Corona-Bestimmungen also nicht immer nachvollziehbar aus, welche Bereiche verschärft werden und welche nicht.

Hier ortetet Stadträtin und Landesgeschäftsführerin der VP-Wien, Bernadette Arnoldner ein scheinheiliges Verhalten der SPÖ-Wien, denn „am Samstag haben 10.000 Teilnehmer ohne Corona-Maßnahmen wie Abstand oder Mund-Nasenschutz bei einem Konzert teilgenommen, das von der SPÖ und ihren Vorfeldorganisationen veranstaltet wurde. Während die SPÖ ohne Schutzmaßnahmen feiert, müssen sich Sechsjährige testen lassen, wenn sie ins Freibad gehen wollen.“

 

VP-Stadträtin Arnodlner wirft der Stadt Wien Scheinheiligkeit vor.

VP-Stadträtin Arnoldner wirft der Stadt Wien Scheinheiligkeit vor.

 

Gerade in den Sommerferien wird die Testpflicht für Kinder zur Belastung für Familien

Es war nicht der erste verwunderliche Auftritt im Pandemie-Management, den die Stadt Wien und SPÖ vergangene Woche präsentierten, als spontan über Nacht angekündigt wurde, dass die Stadt die minutiös und über Monate geplanten Maßnahmen des Bundes nicht mittragen wollte. Besonders ein Punkt stößt Kritikern dabei sauer auf: Auf Bundesebene legte man sich fest, dass erst ab 12-Jahren die 3-G-Regeln gelten.

Die Stadt Wien schmiss diesen Punkt um, und verpflichtet Kinder ab 6-Jahren zu Tests, wenn sie Freizeitangebote wie Schwimmbäder wahrnehmen wollen – was im Sommer in den Ferien durchaus wahrscheinlich ist. Für die VP-Wien eine komplett impraktikable Lösung für Familien.

 

Wiener Regelungen „völlig absurd“

Diese Vorgangsweise kritisierte bereits Tourismusministerin Elisabeth Köstinger als „völlig absurd“. Die Epidemiologin Eva Schernhammer hinterfragte indes die Regelungen der Stadt Wien in mehreren Medien: „In Österreich und derzeit im Sommer überhaupt ist für mich schon die Frage, ob man hier mit den verstärkten Teststrategien jetzt in Wien tatsächlich jene Populationsgruppen erreicht, um die es möglicherweise geht.“

Dazu meint Stadträtin und Landesgeschäftsführerin der VP-Wien, Bernadette Arnoldner: „Unsere Familien waren monatelang durch Home-Office, Home-Schooling und Lockdowns belastet. Jetzt wo es endlich wieder möglich ist, gemeinsam als Familie eine halbwegs unbeschwerte Zeit in den Sommerferien zu verbringen, setzt die Stadt Wien quasi über Nacht Maßnahmen, die unsere Familien erst recht wieder belasten.“