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Linkes Institut schürt Neiddebatte bei Aktivpension – Hattmannsdorfer kritisiert Momentum Institut

Das neue Modell der Aktivpension wird von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer verteidigt. Er kritisiert das Momentum Institut und spricht von einer "Neiddebatte". Foto: iStock/c-George

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer weist die Kritik des Momentum Instituts an der Aktivpension zurück. Das Institut hatte kritisiert, dass Menschen mit höheren Pensionen aufgrund ihres höheren Grenzsteuersatzes in absoluten Zahlen stärker vom neuen Freibetrag profitierten. Für Hattmannsdorfer geht diese Debatte „am eigentlichen Ziel der Aktivpension vorbei”: Menschen, die nach einem langen Erwerbsleben freiwillig weiterarbeiteten, sollten dafür einen finanziellen Anreiz erhalten.

„Diese ewige Neiddebatte muss ein Ende haben”, so der Minister. Bei der Aktivpension gehe es „nicht darum, wie hoch die Pension ist, sondern darum, dass jemand freiwillig weiterarbeitet”. Wer „nach Jahrzehnten im Berufsleben noch ein paar Tage oder auch nur ein paar Stunden weiter anpackt”, verdiene „Anerkennung statt Kritik”. Leistung müsse sich „in Österreich wieder lohnen – auch in der Pension”.

 

Aktivpension als Bonus fürs Weiterarbeiten

Mit der Aktivpension reagiert die Bundesregierung auf den demografischen Wandel: Ab 2027 bleiben bis zu 15.000 Euro im Jahr, bzw. bis zu 1.250 Euro pro Monat, aus aktiver Erwerbstätigkeit steuerfrei. Zusätzlich entfällt für erwerbstätige Pensionisten der eigene Beitrag zur Pensionsversicherung, während der Dienstgeberbeitrag bestehen bleibt. Die Regelung gilt sowohl für jene, die ihre Pension aufschieben, als auch für jene, die bereits Pension beziehen und daneben weiterarbeiten.

Den Hintergrund bildet ein struktureller Wandel am Arbeitsmarkt: Derzeit gehören 1,4 Millionen Menschen zur Gruppe der 55- bis 65-Jährigen, die in den kommenden Jahren das Pensionsalter erreichen, während nur rund 860.000 aus den nachfolgenden Jahrgängen nachkommen. Das entspricht einem demografischen Saldo von rund 540.000 Personen. Der Anteil der über 65-Jährigen steigt laut Ministerium von derzeit rund 20 auf mehr als 27 Prozent bis 2050. Hinzu komme ein „Stundenproblem”: 2025 wurden rund 6,9 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, nach rund 7,13 Milliarden im Jahr 2019. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liege bei nur noch 29,4 Stunden.

Bereits heute arbeiten rund 150.000 Menschen über das gesetzliche Pensionsalter hinaus. Mit der Aktivpension sollen es bis 2029 rund 180.000 werden.

 

Freibetrag für alle gleich hoch

Dem Vorwurf der Ungleichbehandlung hält das Ministerium entgegen, der Aktivitätsfreibetrag sei „für alle gleich hoch: 15.000 Euro pro Jahr”. Unterschiedliche Steuerersparnisse ergäben sich allein daraus, dass Menschen je nach Gesamteinkommen unterschiedlichen Grenzsteuersätzen unterliegen würden. Niemand erhalte die Begünstigung „aufgrund einer hohen Pension”. Sie entstehe ausschließlich dann, „wenn jemand nach Erreichen des Regelpensionsalters tatsächlich weiterarbeitet”, so der Minister in einer Aussendung des Ministeriums.

Die Aktivpension ist Teil eines umfassenderen Pakets zur Entlastung älterer Erwerbstätiger. Dazu zählen neben dem Freibetrag und der Streichung der Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung ein Älterenbeschäftigungspaket, ab 2027 zusätzlich 100 Millionen Euro jährlich für aktive Arbeitsmarktpolitik für Menschen über 60 sowie die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge.

„Wenn Österreich wieder vorne mitspielen will, brauchen wir jeden, der anpacken will”, so Hattmannsdorfer abschließend. In den nächsten Jahren gingen „hunderttausende Babyboomer in Pension und deutlich weniger Junge kommen nach”. Für den Aufschwung könne man „auf niemanden verzichten, der arbeiten will”: Die Aktivpension halte „Erfahrung länger im Arbeitsmarkt und stärkt damit unsere Betriebe und unseren Standort”.

Das neue Modell der Aktivpension wird von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer verteidigt. Er kritisiert das Momentum Institut und spricht von einer "Neiddebatte". Foto: iStock/c-George
Das neue Modell der Aktivpension wird von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer verteidigt. Er kritisiert das Momentum Institut und spricht von einer "Neiddebatte". Foto: iStock/c-George
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