Einstimmig nominiert: Tanner soll neue Chefin der ÖVP Frauen werden
Die ÖVP Frauen bekommen eine neue Spitze: Nach dem Rückzug von Juliane Bogner-Strauß hat der Bundesvorstand Verteidigungsministerin Klaudia Tanner einstimmig als neue Bundesleiterin vorgeschlagen. Alle Landesobfrauen tragen den Vorschlag mit. Die Wahl erfolgt beim kommenden Bundestag, den Nationalratsabgeordnete Margreth Falkner als geschäftsführende Bundesleiterin vorbereitet.
Falkner sieht „starkes Signal“
„Dass alle Landesobfrauen hinter Klaudia Tanner stehen, ist ein starkes Signal”, so Falkner. Wenn „die Frauen aus allen Bundesländern gemeinsam diesen Weg einschlagen”, gebe das „Kraft für die Aufgaben, die vor uns liegen”. Ihrer Vorgängerin dankte Falkner: Bogner-Strauß habe die Organisation acht Jahre lang „mit großem Einsatz” geführt und besonders beim Gewaltschutz, bei der Frauengesundheit und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen „wichtige Arbeit geleistet”. Mit Tanner sei nun eine Frau vorgeschlagen, die „Erfahrung und Tatkraft” mitbringe: Als erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums habe sie gezeigt, „dass Frauen auch dort erfolgreich führen, wo man es ihnen zunächst nicht selbstverständlich zugetraut hat”.
Inhaltlich ortet Falkner viel Arbeit: Frauen bräuchten „eine starke Stimme – beim Schutz vor Gewalt, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beim Pensionssplitting und bei der Absicherung im Alter”. Dafür müssten die ÖVP Frauen „innerhalb der Partei Gewicht haben und nach außen sichtbar sein”.
Tanner: „Ein großer Auftrag”
Die designierte Bundesleiterin zeigte sich erfreut über die „starke und einstimmige Unterstützung”. Dieses Vertrauen sei „ein großer Auftrag”, so Tanner in einer Aussendung. Sie wolle „eine starke Stimme für Frauen in der Österreichischen Volkspartei und in der Bundesregierung sein” und sich dafür einsetzen, „dass Frauen die gleichen Chancen und Freiheiten haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten”. Frauen würden „in allen Bereichen hervorragende Leistungen” erbringen, doch würden diese „noch immer nicht überall anerkannt. Das muss sich ändern”.
Stocker und Gstöttner sehen Frauenpolitik “in besten Händen”
Glückwünsche kamen von der Bundespartei: Mit Tanner trete „eine Pionierin und beherzte Kämpferin für Frauenrechte” an die Spitze, so Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker. In ihrer Amtszeit habe sie „entscheidende frauenpolitische Akzente gesetzt”, etwa durch die Einführung des freiwilligen Grundwehrdienstes für Frauen und eine konstante Erhöhung des Frauenanteils im Bundesheer. Die Zukunft der Frauenpolitik sei „bei Klaudia Tanner in den besten Händen”. ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner verwies auf ihre Erfahrung „sowohl in der Regierungsarbeit als auch in der Bünde-Struktur”. Als langjährige Direktorin des Niederösterreichischen Bauernbunds und Verteidigungsministerin habe sie gezeigt, dass sie „mit harter Arbeit, Konsequenz und dem nötigen Gespür” Entwicklungen vorantreibe.
Glückwünsche aus Tanners Heimatbundesland
Auch aus Niederösterreich kamen Glückwünsche. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nannte Tanner „eine starke Frau, die Verantwortung übernimmt, klare Entscheidungen trifft und mit viel Herz und Leidenschaft für ihre Überzeugungen eintritt”. Sie werde „eine starke Stimme für die Frauen in Österreich und für Niederösterreich” sein. VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner betonte, Tanner bringe „viel Erfahrung und politische Durchsetzungskraft” mit und werde „wichtige Impulse setzen”.
Bauernbund gratuliert
Der Bauernbund, dem Tanner seit Jahren eng verbunden ist – von 2011 bis 2020 war sie Direktorin des Niederösterreichischen Bauernbundes -, gratulierte ebenfalls in einer Aussendung. Präsident Georg Strasser hob hervor, Tanner kenne „den Bauernbund, den ländlichen Raum und die Anliegen unserer bäuerlichen Familien aus vielen Jahren gemeinsamer Arbeit”. Direktorin Corinna Weisl betonte, Tanner habe „als erste Verteidigungsministerin Österreichs” gezeigt, „dass Frauen auch in traditionell männlich geprägten Bereichen erfolgreich Verantwortung übernehmen”.