Nehammer sieht “Paradigmenwechsel” in Brüssel

Die EU nimmt einen immer härteren Kurs in Asyl- und Migrationsfragen ein. Kanzler Nehammer bezeichnet das als "Paradigmenwechsel". Foto: BKA/Florian Schrötter
Die EU nimmt einen immer härteren Kurs in Asyl- und Migrationsfragen ein. Kanzler Nehammer bezeichnet das als "Paradigmenwechsel". Foto: BKA/Florian Schrötter

Beim Europäischen Rat in Brüssel hat Bundeskanzler Karl Nehammer die aktuellen Herausforderungen der EU thematisiert, insbesondere Migration und Grenzschutz. In die EU-Haltung zur Migrationspolitik sei nun Bewegung gekommen. Nehammer spricht von “Paradigmenwechsel”.

“Es geht darum, dass man den Menschen in den Mitgliedstaaten zeigt, dass wir handlungsfähig sind und das Asyl- und Migrationsthema ernst nehmen”, wird Nehammer auf der Homepage des Bundeskanzleramtes zitiert. Der Kanzler forderte eine bessere Kontrolle der Außengrenzen und eine schnellere Durchführung von Asylverfahren.

 

Nehammer will neue Ansätze im Kampf gegen illegale Migration  prüfen

Nehammer wies darauf hin, dass die EU-Staaten ihre Außengrenzen besser schützen müssen. “Die Ordnungsmacht der Demokratie funktioniert tatsächlich, indem man Menschen, die sich nicht hier aufhalten dürfen, zurückbringt und indem man die Außengrenzen besser schützt”, erklärte er. Zudem regte er an, neue Ansätze zu prüfen, wie beispielsweise Italiens Initiative mit einem Flüchtlingsaufnahmezentrum in Albanien.

 

Nehammer für mehr Solidarität

Nicht nur innerhalb des Rates gebe es Gruppen, die immer dafür eingetreten seien, dass man den Kampf gegen illegale Migration entschlossen führen müsse. “Es ist nicht zum ersten Mal der Fall, dass ein EU-Außengrenzland durch bewusste Heranführung von illegalen Migrantinnen und Migranten unter Druck gesetzt wird. Dabei braucht es vor allem unsere Solidarität, wie zum Beispiel aktuell mit Polen”, so österreichs Regierungschef.

Er erinnerte daran, dass vor zwei Jahren bereits auf die Ernsthaftigkeit der Situation hingewiesen wurde, und zeigte sich erfreut über den spürbaren “Paradigmenwechsel” in der Migrationspolitik.

Der Bundeskanzler betonte, dass die EU an Lösungen für diese komplexen Themen arbeite: “Das Bohren harter Bretter ist gleichzeitig eben auch die DNA der Europäischen Union.” Neben Migration standen beim Europäischen Rat auch Wettbewerbsfähigkeit und die Lage im Nahen Osten auf der Agenda.

weitere Beiträge

Bundeskanzler Christian Stocker wird in Montenegro von Amtskollegen Milojko Spajic zum Balkangipfel begrüßt. Foto: Andy Wenzel

EU am Balkan bedeutet Sicherheit und Chancen für Österreich

Arbeit jenseits der Staatsgrenze wird durch eine zentrale Datendrehscheibe erleichtert, erklärten die Europa-Parlamentarierinnen Angelika Winzig und Sophia Kircher. Screenshot: Entsendeplattform

Arbeit jenseits der Staatsgrenze vereinfacht

Unternehmen mit Sitz in der EU brauchen dank entrümpelter Verpackungsverordnung nicht in allen Zielländern einen Repräsentanten. Foto: Imago, Sven Simon

Europa korrigiert seine Verpackungsverordnung

Ist mit dem aktuellen Vorschlag zum EU-Budget weiter nicht einverstanden: Bundeskanzler Christian Stocker beim EU-Gipfel in Brüssel. Foto: BKA/Florian Schrötter

Stocker bleibt hart: „Derzeitiger EU-Budgetvorschlag ist keine Basis für eine Einigung”