Kinderkopftuch wird verboten

Das islamische Kinderkopftuch soll von Mädchen bis zum 14. Lebensjahr an Schulen nicht getragen werden. Dies soll Mädchen eine freie und gleichberechtigte Entwicklung ermöglichen. Alle Parlamentsfraktion – außer den Grünen – waren im Bildungsausschuss des Nationalrats dafür. Foto: Pixabay / buanajayaa98
Das islamische Kinderkopftuch soll von Mädchen bis zum 14. Lebensjahr an Schulen nicht getragen werden. Dies soll Mädchen eine freie und gleichberechtigte Entwicklung ermöglichen. Alle Parlamentsfraktion – außer den Grünen – waren im Bildungsausschuss des Nationalrats dafür. Foto: Pixabay / buanajayaa98

Das islamische Kopftuch wird für Schülerinnen bis zur 8. Schulstufe – also Kinder – verboten. Die Bundesregierung fasste im Ministerrat einen entsprechenden Beschluss, der Gesetzesentwurf geht in Begutachtung.

 

Kinder schützen und stärken

Junge Menschen in ihrer Entwicklung zu schützen und sie zu stärken, ist, neben der elterlichen Verantwortung, ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, heißt es in einer Information aus dem Bundeskanzleramt nach dem Ministerrat.

Sowohl das Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern als auch die UN-Kinderrechtskonvention verpflichten dazu, deren Rechte besonders zu schützen. In einer freien demokratischen Gesellschaft ist es zudem eine integrale Aufgabe des Bildungssystems, jungen Menschen Perspektiven für ein selbstbestimmtes und aufgeklärtes Leben zu eröffnen. Schulen vermitteln nicht nur Wissen, sondern fördern auch Werte wie Gleichberechtigung, individuelle Freiheit und soziale Integration.

Inhalte des Kopftuchverbots

  • Verbot des islamischen Kopftuchs für Schülerinnen bis zur 8. Schulstufe (unter 14 Jahre; Religionsmündigkeit).
  • Gilt für öffentliche und private Schulen
  • Eltern sind verpflichtet, das Verbot einzuhalten.
  • Das Sanktionsmodell sieht zunächst ein Gespräch der Schulleitung mit Schülerin und Eltern vor, bei Wiederholung die Einbindung von Bildungsdirektion und Jugendhilfe und schließlich Verwaltungsstrafen zwischen 150 und 1.000 Euro.

 

Begleitmaßnahmen

Das Kopftuchverbot wird von einem umfassenden Schutzkonzept begleitet, das verfassungsrechtlich entscheidend ist:

  • Elterngespräche sollen sicherstellen, dass das Wohl der jungen Menschen im Vordergrund steht und Eltern Verantwortung übernehmen.
  • Stärkung der Mädchen selbst soll sie ermutigen, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen und sich gegen sozialen Druck zu behaupten.
  • Burschenarbeit adressiert gezielt den Gruppendruck durch Gleichaltrige und fördert respektvolles, gleichberechtigtes Verhalten.
  • Maßnahmen gegen „Sittenwächter“ sollen verhindern, dass Mädchen von außen unter Druck gesetzt oder kontrolliert werden.

Durch diese ergänzenden Schritte wird das Gesetz nicht nur auf ein Verbot reduziert, sondern in einen breiteren Kinderschutz- und Integrationsrahmen eingebettet.

Zur Begründung der Maßnahme meinte Integrationsministerin Claudia Plakolm wörtlich: „Es geht um den Schutz von Kindern und um gleiche Chancen für alle Mädchen in Österreich. Ein achtjähriges Mädchen gehört nicht unter ein Kopftuch. Ein Kind soll spielen, klettern, träumen, lernen und sich bewegen – nicht sexualisiert und religiös verschleiert werden. Wir wollen, dass Mädchen in unserem Land frei, sichtbar und selbstbewusst aufwachsen können.“

weitere Beiträge

Familienministerin Claudia Bauer nannte die zentralen Punkte der Sozialhilfe Neu: Integration, Arbeit und Hilfe für jene, die wie tatsächlich benötigen. Foto: Florian Schrötter

Die drei zentralen Punkte der Sozialhilfe Neu

Im Kurier-Interview wirbt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer für einen „Wirtschaftspatriotismus”. Foto: BKA/Florian Schrötter

Hattmannsdorfer: „Rote Wirtschaftskompetenz hat mich zum Schmunzeln gebracht”

Finanzbildung dient dazu, mit dem eigenen Geld noch besser umzugehen, zu sparen und richtig zu rechnen. Die Finanzbildung vermittelt zudem Schutz vor Betrug, sagen Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher. Foto: Christopher Dunker

Sparen und Rechnen für alle Lebenslagen

"Klein starten und groß rauskommen.” Am Dienstag präsentierte Familienministerin Claudia Bauer die Details zum Zukunftsdepot. Foto: BKA/Florian Schrötter

Zukunftsdepot: Das sind die Details