Bundeskanzler Stocker: „Zukunftsdepot soll Sparmodell der nächsten Generation werden“

Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker: Zukunftsfonds und Zukunftsdepot als nachhaltige Vorsorge für Pensionen. Foto: ORF Roman Zach-Kiesling
Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker: Zukunftsfonds und Zukunftsdepot als nachhaltige Vorsorge für Pensionen. Foto: ORF Roman Zach-Kiesling

Ein neues, steuerlich begünstigtes und spesenfreies Sparmodell für Kinder und Jugendliche kündigte Bundeskanzler Christian Stocker an. Mit dem Zukunftsdepot soll langfristiger Vermögensaufbau für die nächste Generation erleichtert werden, sagte der Kanzler im ORF-Sommergespräch.

 

Stocker: Vorsorge soll leichter möglich sein

„Wer arbeitet und jeden Tag seinen Beitrag leistet, soll sich in Österreich auch wieder etwas aufbauen können“, erläuterte Stocker. Eigentum zu schaffen, Vermögen aufzubauen und für die eigene Zukunft vorzusorgen, muss wieder leichter möglich werden. Mit dem Zukunftsdepot soll dafür bereits bei der nächsten Generation der Grundstein gelegt und Kindern die Chance gegeben werden, frühzeitig und langfristig Vermögen aufzubauen.

 

Attraktives Sparen am Kapitalmarkt

Das Potenzial dafür ist groß: Die österreichischen Haushalte verfügen laut Erhebungen der Österreichischen Nationalbank über ein Geldvermögen von rund 937 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon wird weiterhin sehr vorsichtig angelegt: 36 Prozent des Geldvermögens liegen in Einlagen, während rund 21 Prozent in Wertpapieren investiert sind. Mit dem Zukunftsdepot soll langfristiges Sparen am Kapitalmarkt attraktiver werden und die Idee des klassischen Sparens ins 21. Jahrhundert geholt werden.

 

Langfristige Investitionen

„Ich will, dass Österreich zu einem Land der Eigentümer wird. Die Menschen sollen sich durch ihre eigene Leistung wieder etwas aufbauen und für ihre Zukunft vorsorgen können. Mit dem Zukunftsdepot schaffen wir dafür eine neue Möglichkeit. Statt Geld nur auf die Seite zu legen, soll es langfristig investiert werden und über die Jahre wachsen können. So machen wir es leichter, Schritt für Schritt Vermögen aufzubauen“, so Bundeskanzler Christian Stocker.

 

Bis zu 5.000 Euro pro Jahr steuerbegünstigt für Kinder anlegen

Für jedes Kind unter 18 Jahren soll künftig bei teilnehmenden Banken ein – spesenfreies – Zukunftsdepot eröffnet werden können. Darauf können pro Jahr bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden. Entscheidend ist dabei der lange Anlagehorizont.

Bis zum 18. Geburtstag des Kindes fällt keine Kapitalertragsteuer an. Danach steht dem Kind das bis dahin aufgebaute Vermögen zur Verfügung. Danach kann der gesamte Depotwert steuerfrei entnommen werden. Das bedeutet: Auf die erzielten Kapitalerträge fällt bei der Entnahme keine Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an.

 

Drei konkrete Beispiele

Im ORF-Sommerinterview verwies Stocker auf das Beispiel einer monatlichen Einzahlung von 50 Euro. Dazu gibt es weitere:

Beispiel 1: Wenn man beispielsweise 150 Euro im Monat – also rund 1800 Euro im Jahr – auf das Zukunftsdepot einzahlt, hat das Kind zum 18. Geburtstag bei einer durchschnittlichen Rendite rund 63.000 Euro auf dem Konto. Durch die Steuerbefreiung erspart man sich bei der Entnahme des Geldes hier rund 8.500 Euro.

Beispiel 2: Wenn man beispielsweise 50 Euro im Monat – also rund 600 Euro im Jahr – auf das Zukunftsdepot einzahlt, hat das Kind zum 18. Geburtstag bei einer durchschnittlichen Rendite rund 21.000 Euro auf dem Konto. Durch die Steuerbefreiung erspart man sich bei der Entnahme des Geldes hier rund 2.800 Euro.

Beispiel 3: Wenn man beispielsweise den Höchstbetrag von 5.000 Euro pro Jahr auf das Zukunftsdepot einzahlt, hat das Kind zum 18. Geburtstag bei einer durchschnittlichen Rendite rund 175.000 Euro auf dem Konto. Durch die Steuerbefreiung erspart man sich bei der Entnahme des Geldes hier rund 23.700 Euro.

„Aus monatlich relativ kleinen Beträgen können über die Jahre große Chancen werden. Mit dem Zukunftsdepot können Eltern ihren Kindern einen finanziellen Grundstock mitgeben – für eine Ausbildung, die Gründung eines Unternehmens oder die Anzahlung für das erste Eigenheim. Damit schaffen wir echte Zukunftschancen für unsere Kinder und die nächsten Generationen“, so Stocker.

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