News

Zinsen: Minister Brunner und Banken reagieren

Hohe Zinsen - wie sie die Europäische Zentralbank festlegt - führen zu steigenden Belastungen für die Haushalte und die Finanzierung von Eigentum durch variabel verzinste Kredite. Finanzminister Magnus Brunner und Banken-Vertreter Willibald Cernko vereinbarten einige Maßnahmen zugunsten der Bankkunden. Foto: istock/ollo

Die hohen Zinsen der vergangenen Monate sorgen bei vielen Haushalten für immer knappere Kassen. Besonders die variabel verzinsten Wohn- oder Baukredite wirken sich zunehmend mit enormen Belastungen aus. Gleichzeitig sind Sparer weiterhin mit niedrigen Sparzinsen konfrontiert. Nun reagiert die Regierung gemeinsam mit den Banken.

 

Gemeinsam gegen hohe Zinsen

Die Geldpolitik der europäischen Zentralbank (EZB) war die vergangenen Jahren von einer Politik der niedrigen Zinsen dominiert. Im Kampf gegen die hohe Inflation war es für die EZB notwendig, den Leitzins zu erhöhen. Das beeinflusst in weiterer Folge die Kredit- und Sparzinsen der Österreicher. Besonders Kredite mit variablen und daher steigenden Zinsen bringen Kreditnehmer jetzt potenziell in Bedrängnis. Haushalte sind besorgt, durch die steigenden Zinsen die Finanzierung ihrer vier Wände nicht mehr bedienen zu können.

Darum erarbeitete das Finanzministerium gemeinsam mit den heimischen Banken eine Erleichterung in der Finanzierung. Mit den Maßnahmen soll speziell jenen geholfen werden, denen die Bedienung ihrer Raten jetzt schwerfällt.

 

Bankenvertreter im Finanzministerium

Als Vertreter der österreichischen Banken kam Willibald Cernko (Vorstandsvorsitzender Erste Group Bank AG) am Mittwoch vormittags zu einem Gespräch mit Finanzminister Magnus Brunner in das Ministerium.

„Die aktuelle Situation kann für Kundinnen und Kunden sehr herausfordernd sein. Wir haben im Gespräch mit den Banken in den letzten Wochen darauf hingewiesen, dass wir hier Handlungsbedarf sehen”, erklärte Brunner nach der Unterredung.

“Es freut mich, dass nun seitens der Banken reagiert wird. Für diese Bereitschaft danke ich den Vertreterinnen und Vertretern der Banken und bin zuversichtlich, dass das auch im Sinne der heimischen Finanzinstitute ist“, so Finanzminister Magnus Brunner in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Obmann der Bundessparte Banken und Versicherungen in der Wirtschaftskammer Willibald Cernko am Mittwochvormittag.

Bankenchef Cernko kündigte an, dass sich die Banken sehr kundenorientiert verhalten werden. Stundungen oder Laufzeitverlängerungen bei bestehenden Krediten sollen im Einzelfall geprüft werden. Jedenfalls fix scheint bereits eine Nachsicht bei allfälligen Spesen oder Verzugszinsen zu sein.

Cernko dazu wörtlich: „Für jene privaten Haushalte, die Schwierigkeiten bekommen, werden wir deshalb in den ersten zwölf Monate auf Mahnspesen und Verzugszinsen verzichten.”

 

Transparenzplattform und Bundesschatz fördern Wettbewerb

Sparerinnen und Sparer sollen außerdem rascher von den steigenden Zinsen profitieren können. Um das zu erreichen, ist Transparenz bei den Angeboten wichtig. Künftig werden darum Kreditinstitute ihre Konditionen für Spareinlagen an eine von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) betriebene Plattform melden. Diese Plattform schafft einen Überblick über die Angebote der Banken.

Im Sinne des Wettbewerbs bietet das BMF ein zusätzliches Angebot für Sparerinnen und Sparer: Der Bundesschatz wird wiederbelebt. Unter diesem Titel gibt die Republik Österreich fest verzinste Staatsanleihen an Private aus. Das bietet eine sichere Möglichkeit, zu attraktiven Konditionen Geld anzulegen.

„Unser Zugang ist, seriös an Lösungen zu arbeiten. Ich denke, mit den heute präsentierten Schritten wird es gelingen, den Menschen die Sorgen um ihr Eigenheim zu nehmen und Verbesserungen für Kundinnen und Kunden herbeizuführen“, so Brunner.

Hohe Zinsen - wie sie die Europäische Zentralbank festlegt - führen zu steigenden Belastungen für die Haushalte und die Finanzierung von Eigentum durch variabel verzinste Kredite. Finanzminister Magnus Brunner und Banken-Vertreter Willibald Cernko vereinbarten einige Maßnahmen zugunsten der Bankkunden. Foto: istock/ollo
Hohe Zinsen - wie sie die Europäische Zentralbank festlegt - führen zu steigenden Belastungen für die Haushalte und die Finanzierung von Eigentum durch variabel verzinste Kredite. Finanzminister Magnus Brunner und Banken-Vertreter Willibald Cernko vereinbarten einige Maßnahmen zugunsten der Bankkunden. Foto: istock/ollo
Eine klare Grenze zwischen Fakten und Fake will in Sachen Klimawandel Klimaminister Norbert Totschnig ziehen. Foto: istock/Parradee Kietsirikul

Totschnig lässt Klima-Desinformation untersuchen: „Oft Teil gezielter Kampagnen”

38.000 Abschiebungen erfolgten seit Anfang 2024. Das gab das Innenministerium am Mittwoch bekannt. Foto: iStock/Stadtratte

So groß wie die Stadt Steyr: Mehr als 38.000 Abschiebungen seit Jänner 2024

Das neue Modell der Aktivpension wird von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer verteidigt. Er kritisiert das Momentum Institut und spricht von einer "Neiddebatte". Foto: iStock/c-George

Linkes Institut schürt Neiddebatte bei Aktivpension – Hattmannsdorfer kritisiert Momentum Institut

Mit der Aufhebung des CO2-Speicherverbots sieht Wirtschaftsminister die Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Foto: BKA/Florian Schrötter

CO2-Speicherung schafft Standortgarantie für Industriebetriebe

Die Sozialpartnerschaft sichert seit 80 Jahren ein gutes Miteinander zwischen Arbeitnehmerschaft und den Unternehmen. Die Politik würdigt diese Verdienste. Foto: istock/milanvirijevic

80 Jahre Sozialpartnerschaft: Minister würdigen „österreichische Erfolgsgeschichte”

ÖVP-General Markus Gstöttner kritisiert die Rede von FPÖ-Chef Herbert Kickl in Innsbruck. Foto: Jakob Glaser

Gstöttner kontert auf Kickls Demokratie-Kritik