Breite Zustimmung für Stockers Zukunftsdepot

Das von Bundeskanzler Christian Stocker vorgeschlagene Zukunftsdepot stößt auf breite Zustimmung. Foto: iStock/domoskanonos
Das von Bundeskanzler Christian Stocker vorgeschlagene Zukunftsdepot stößt auf breite Zustimmung. Foto: iStock/domoskanonos

Die von der Bundesregierung präsentierten Eckpunkte des Zukunftsdepots stoßen bei Wirtschaft und Branche auf grundsätzliche Zustimmung, verbunden mit Forderungen nach einer praxistauglichen Ausgestaltung. Die Volkspartei sieht im Zukunftsdepot das konkrete „Aufstiegsversprechen für die nächste Generation.“

 

Ab 1. Juli 2027 sollen Familien steuerbegünstigt am Kapitalmarkt für Kinder vorsorgen können. Für jedes ab 1. Jänner 2027 geborene Kind gibt es einen staatlichen Startbonus von 500 Euro, Einzahlungen von bis zu 5.000 Euro pro Jahr sind möglich, die Entnahme ist ab dem 18. Geburtstag steuerfrei.

WKÖ-Bundessparte sieht private Vorsorge gestärkt

Die Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer bewertet die Initiative positiv: Die Regierung öffne den Kapitalmarkt „stärker für die private Vorsorge” und setze „gezielte Anreize, damit mehr Menschen vom langfristigen Vermögensaufbau profitieren”. Über 18 Jahre könne das Depot „einen erheblichen Startvorteil verschaffen”.

Klärungsbedarf sieht die Bundessparte aber in einigen Punkten. Wichtig sei, „dass das Zukunftsdepot dort verwaltet wird, wo die Kundinnen und Kunden sind”. Vor allem bei Banken und Versicherungen mit entsprechender Beratungsexpertise. Offene Fragen bestünden zudem bei der KESt- und Spesenbefreiung sowie bei den Anlageformen, wo auch Versicherungs- und Bausparprodukte stärker berücksichtigt werden sollten. Die Regierung teilte bereits bei der Präsentation des Zukunftsdepots an, alle Details in den kommenden Tagen und Wochen zu klären. Dabei soll auch die Bundessparte mit eingebunden werden.

 

Industrie: Hebel liegt in der steuerlichen Ausgestaltung

Auch die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt das Zukunftsdepot. Es verbinde „zwei wesentliche Anliegen, die in Österreich beide zu kurz kommen: frühe Finanzbildung für eine ganze Generation und ein stärkerer Kapitalmarkt”, so Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung. Der eigentliche Hebel liege in der steuerlichen Ausgestaltung: Ein Betrag, der sonst „über Jahre durch die Kapitalertragsteuer geschmälert würde”, könne „über einen langen Anlagehorizont ungebremst wirken” – in einem Land, in dem die kapitalmarktbasierte Vorsorge mit weniger als zehn Prozent des BIP hinter den nordischen Ländern zurückbleibe. Laut Aktienbarometer würden bereits 31 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren Wertpapiere, besitzen – das sind rund 2,4 Millionen Menschen. Das Zukunftsdepot könne laut IV diesen Kreis „von klein auf erweitern”.

 

Zustimmung aus der Volkspartei

ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner sieht den von Bundeskanzler Christian Stocker ausgerufenen „Herbst der Ergebnisse” fortgesetzt: Mit dem Zukunftsdepot mache man „das Aufstiegsversprechen für die nächste Generation konkret”. Jedes ab 2027 geborene Kind bekomme 500 Euro Startbonus, Familien könnten „KESt-frei für die Zukunft ihrer Kinder vorsorgen”.

Als „einen wichtigen Beitrag für die finanzielle Absicherung junger Menschen”, das es ermögliche, „bereits mit kleinen, regelmäßigen Beträgen langfristig Vermögen” aufzubauen, bezeichnet ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger das von Bundeskanzler Stocker präsentierte Modell. Es knüpfe an den Gedanken des Bausparvertrags an und verbinde ihn „mit zeitgemäßen Möglichkeiten des Vermögensaufbaus”. Finanzbildung und Eigenvorsorge gehörten „untrennbar zusammen”: Vermögensaufbau dürfe „keine Frage großer Einkommen sein”.

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