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Förderagenturen werden zum „Umsetzungsmotor” der Industriestrategie
Die Förderagenturen des Bundes sollen künftig konsequent auf die Ziele der Industriestrategie Österreich 2035 ausgerichtet werden. Mit dem von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke vorgestellten „Agenturen Leitbild 2030″ erfolgt die strategische Neuausrichtung der beiden gemeinsamen Förderagenturen Austria Wirtschaftsservice (aws) und Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Zudem werden die Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) und die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) künftig stärker strategisch angeleitet.
Hattmannsdorfer will Stärken noch schneller nutzen
Die bereits bestehende und unter Federführung von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer ausgearbeitete Industriestrategie soll weiter gestärkt werden, indem die Förderinstrumente auf die Strategie ausgerichtet werden sollen. Für Hattmannsdorfer geht es darum, vorhandene Stärken schneller in Anwendung zu übersetzen: „Österreich verfügt über eine starke Forschungs- und Innovationsbasis sowie leistungsfähige Förderinstrumente. Diese Stärken wollen wir noch schneller und wirksamer in industrielle Anwendung, Unternehmenswachstum und zusätzliche Wertschöpfung am Standort übersetzen.” Mit dem Leitbild würden die Förderprogramme „treffsicherer”, man steigere den Service und beseitige Förderbürokratie: „Damit fördern wir Zukunft, Arbeitsplätze und Wohlstand – einfacher, schneller und wirksamer.”
Neun Umsetzungsschritte
Das Leitbild übersetzt die Ziele der Industriestrategie in neun konkrete Schritte, die ab Herbst 2026 schrittweise umgesetzt werden. Zum Bezugspunkt der inhaltlichen Ausrichtung werden die neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder. Über positive Anreize sollen europäische Produktionskapazitäten, Beschäftigung und resiliente Lieferketten stärker berücksichtigt werden („Made in Europe”). Bei größeren Investitionszuschüssen sind verbindliche Standortzusagen und verhältnismäßige Rückforderungsregelungen vorgesehen.
Für Unternehmen soll der Zugang einfacher werden: Mit „Business Austria” wird ein gemeinsamer Single-Point-of-Entry aufgebaut, der digitale Angebote mit persönlicher Erstberatung verbindet, ohne dass eine neue Abwicklungsstelle entsteht. Die Agenturen sollen zu Vorreitern des Once-Only-Prinzips werden und künftig gemeinsam erheben, welche Nachweise mehrfach verlangt werden, um Antragsprozesse zu vereinfachen -gerade für kleinere Unternehmen ohne eigene Förderabteilung. Der internationale Auftritt wird unter „Meet Austria” gebündelt. Ergänzend sollen kompakte Policy Briefings das Wissen der Agenturen für wirtschaftspolitische Entscheidungen nutzbar machen, Leuchtturmprojekte die Standorterfolge sichtbarer machen und ein „Innovation Board” die Zusammenarbeit strategisch bündeln, ohne bestehende Gremien zu ersetzen.
Enge Kooperation mit Innovationsministerium
Da aws und FFG im gemeinsamen Eigentum des Wirtschaftsministeriums (BMWET) und des Innovationsministeriums (BMIMI) stehen, erfordert die Umsetzung die enge Zusammenarbeit der beiden Ressorts. Innovationsminister Hanke betonte, Österreich sei „in der Forschung stark”, nun müssten „daraus schneller Innovationen, wettbewerbsfähige Unternehmen und hochwertige Arbeitsplätze entstehen”.
„Aus guten Ideen sollen erfolgreiche Unternehmen, aus Forschung neue Produkte und aus Investitionen zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich werden”, so Hattmannsdorfer abschließend. Mit dem Leitbild mache man die Förderagenturen „zu starken Umsetzungspartnern der Industriestrategie” und stärke Österreich „im internationalen Standortwettbewerb”.