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Claudia Bauer drängt auf Integration von Frauen aus Fluchtstaaten
In Österreich lebende Frauen aus Fluchtstaaten haben geringere Erwerbstätigkeit als ihre Männer oder andere Migrantinnen. Eine Integrationspflicht könnte sie aus den „abgeschotteten Strukturen“ holen, sagt Ministerin Claudia Bauer. Und sie drängt daher auf das Sozialhilfegesetz.
Frauen aus “abgeschotteten Strukturen” holen
Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass hier lebende Frauen aus Fluchtstaaten – das sind Afghanistan, Syrien und der Irak – geringere Deutschkenntnisse und vor allem eine deutlich geringere Erwerbstätigkeit aufweisen als Männer oder Frauen mit anderem Migrationshintergrund.
In Zahlen: Bei Zugewanderten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak sind 65 Prozent der Männer erwerbstätig, bei den Frauen aus diesen Ländern sind es 29 Prozent. Das sind zu wenige, sagt Integrationsministerin Claudia Bauer.
Anlässlich der Präsentation des aktuellen Jahrbuchs zu „Migration und Integration“ der Statistik Austria sagte dazu Integrationsministerin Claudia Bauer: „Gerade Frauen, die in abgeschotteten Strukturen und zurückgezogen in Communities leben, erreichen wir mit freiwilligen Angeboten der Integration leider viel zu selten.“
Das hat Folgen, so Bauer, denn: „Bleibt die Integration freiwillig (gemeint sind etwa Deutschkurse, Anm.), lassen wir diese Frauen zurück.“ Die Probleme mangelnder Deutschkenntnisse, fehlender Berufstätigkeit und Integration würden sich dann auf die nächste Generation übertragen. Eltern prägen, so Bauer, ihre Kinder hinsichtlich der Sprache, der Lebensweise und auch des Frauenbildes. Da werde entschieden, ob Frauen „selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft werden – oder eben nicht“.
Bauer: Integrationspflicht als frauenpolitische Maßnahme
Da Freiwilligkeit also für den Weg zur Integration nicht ausreichend wirke, sollte sie verpflichtend werden, sagt Bauer: „Deswegen sehe ich im Integrationspflichtengesetz die wichtigste frauenpolitische Maßnahme in der Integration, denn wenn wir die Frauen erreichen, erreichen wir damit auch ihre Kinder.“
Sprachkenntnisse und Berufstätigkeit seien Schlüssel zur Integration, denn „wo Menschen einander begegnen und nach gemeinsamen Regeln zusammenleben und arbeiten funktioniert Integration besser“. Daher habe sie das Integrationspflichtengesetz vorgelegt. Dieses gehöre zum geplanten neuen Sozialhilfegesetz, denn eine Verweigerung der Integrationswege könnte zur Kürzung von Sozialleistungen führen.
Der Entwurf für dieses Sozialhilfegesetz wurde von Ministerin Korinna Schumann angekündigt.