Auch September brachte keine Trendwende bei der Trockenheit 

Nach dem Hitzesommer blieb auch der September äußerst trocken, wie aus dem aktuellen Monatsbericht "Wasserhaushalt Österreich" hervorgeht. Foto: iStock/Leonsbox

Auch der September 2026 hat keine Entspannung bei der Trockenheit gebracht. Der Monat war in Österreich erneut zu warm und zu trocken: Die Temperatur lag um 2,1 Grad über der Klimanormalperiode 1991–2020, das österreichweite Niederschlagsdefizit betrug 29 Prozent.

 

Auch der Spätsommer blieb nach den Hitzewochen im Juli und August viel zu trocken. Einzelne, regional begrenzte Regenfälle hatten kaum Einfluss auf die hydrologische Situation, wie aus dem aktuellen Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich” der Hydrographie hervorgeht, der diese Woche veröffentlicht wurde.

 

Totschnig geht es um die Sicherung der Trinkwasserversorgung

Umweltminister Norbert Totschnig betont mit Blick auf die September-Werte, dass die niedrigen Wasserstände in Flüssen, Seen und im Grundwasser zeigen würden, „dass die Folgen der massiven Trockenheit weit über den Sommer hinausreichen”. Umso mehr müsse man „heute vorausschauend handeln, damit unsere Wasserversorgung auch morgen gesichert bleibt”. Die laufenden Messungen der Hydrographie ermöglichten es, „Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern”. Österreich verfüge weiterhin über „eine flächendeckende Trinkwasserversorgung auf höchstem Qualitätsniveau”. Seit 2023 habe man bereits mehr als 3.000 Projekte zur Sicherung der Versorgung unterstützt. Mit dem Wasserentnahmeregister schaffe man nun „zusätzlich mehr Transparenz und eine verlässliche Grundlage für eine vorausschauende Wasserwirtschaft”.

 

Niedrige Pegel an Flüssen und Seen

Bis zum 9. September war Österreich noch von hochsommerlichen Temperaturen über 30 Grad geprägt, ehe die Werte auf ein jahreszeitlich typisches Niveau zurückgingen. Mit rund 74 Millimetern fiel bundesweit etwa 29 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Vergleich, besonders wenig in Vorarlberg, im Burgenland und in der Steiermark.

An den Gewässern lagen die Abflüsse an mehr als 95 Prozent der Pegelmessstellen unter den langjährigen Monatsmitteln, gut 80 Prozent verzeichneten sehr niedrige Abflüsse. Weiterhin rückläufig waren die Wasserstände von Neusiedler See und Bodensee: Der mittlere Wasserstand des Neusiedler Sees lag Ende September nur noch vier Zentimeter über dem Wert des Rekordjahres 2022 und der Bodensee (Seepegel Bregenz) unterschritt den bisher niedrigsten für diesen Zeitpunkt gemessenen Wert.

Beim Grundwasser wiesen Ende September weiterhin knapp 90 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Stände auf, gegenüber Ende August weitgehend unverändert. Regional stieg der Anteil sehr niedriger Stände in Vorarlberg und Tirol, während er in der Steiermark leicht zurückging.

 

Ausblick: kurzfristig keine deutliche Besserung

Laut GeoSphere Austria bleibt zunächst ein stabiles Hochdruckgebiet wetterbestimmend, sodass kaum nennenswerter Niederschlag zu erwarten ist; erst gegen Monatsmitte steige die Niederschlagswahrscheinlichkeit, wobei zu Dauer und Menge noch große Unsicherheiten bestünden. Die Temperaturen dürften für die Jahreszeit erhöht bleiben, womit auch die Bedingungen für eine erhöhte Verdunstung fortbestehen. Für das Grundwasser sei daher „nicht mit einer deutlichen Besserung, sondern eher mit einer Stagnation auf niedrigem Niveau zu rechnen”. Entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung seien „ergiebige und möglichst flächendeckende Niederschläge bei mäßigem Temperaturniveau” – insbesondere in der für die Grundwasserneubildung maßgeblichen Phase von November bis ins Frühjahr.

Lesetipp: Nach der dürre: Zu hohe Wasserentnahme wird registriert

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