WIFO sieht Wirtschaft auf “Erholungskurs” – Eibinger-Miedl sieht Kurs bestätigt
Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet 0,9 Prozent Wachstum 2026 und 1,3 Prozent 2027 – getragen von Exporten und Investitionen.
Die österreichische Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO auf einem “zaghaften Erholungskurs”, von dem sie auch der neuerliche Energiepreisschub nicht abbringen dürfte. Für 2026 erwartet das WIFO ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, für 2027 von 1,3 Prozent. Im Prognosezeitraum löst die Industrie den öffentlichen Bereich als Wachstumsträger ab.
Industrie neuer Wachstumstreiber
„2026 löst die Industrie den öffentlichen Bereich als Wachstumsträger ab”, so Prognose-Mitautor Christian Glocker in einer Aussendung am Mittwoch. Getragen wird das Wachstum 2026 von den Exporten (plus 2,3 Prozent), die sich mit der Industriekonjunktur auf den wichtigsten Absatzmärkten beleben. 2027 soll sich das Wachstum auf 1,3 Prozent beschleunigen, da der außenwirtschaftliche Impuls dann deutlicher auf die Binnennachfrage durchschlägt: Die Bauinvestitionen legen laut Prognose erstmals seit fünf Jahren wieder zu, die Ausrüstungsinvestitionen expandieren weiter, und die Bruttoreallöhne pro Kopf steigen wieder leicht.
WIFO sieht Inflations-Entspannung
Auch bei der Inflation zeichnet sich Entspannung ab: Die Verbraucherpreise steigen 2026 um 3,3 Prozent und 2027 um 2,6 Prozent (nach 3,6 Prozent 2025). Mit der unterstellten Entspannung auf den Energiemärkten lässt der Preisauftrieb gegen Ende des Prognosezeitraums nach. Am Arbeitsmarkt steigt die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten 2026 um 0,5 Prozent und 2027 um 0,7 Prozent.
Eibinger-Miedl: „Bestätigt unseren Kurs”
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl sieht die Regierung durch die Prognose bestätigt: „Die neue WIFO-Prognose bestätigt unseren Kurs als Bundesregierung: Österreichs Wirtschaft erholt sich und kommt Schritt für Schritt wieder in Schwung.” Dass „Industrie, Exporte und Investitionen anziehen”, sei „ein wichtiges Signal”. Mit der in dieser Woche präsentierten 500-Millionen-Euro-Sanierungsoffensive setze man für 2027 „einen zusätzlichen wichtigen Wachstumsimpuls, der Arbeitsplätze sichert und regionale Wertschöpfung – insbesondere in der Bauwirtschaft – schaffen wird”.
Zugleich bleibe die Lage „angesichts hoher Energiepreise und internationaler Unsicherheiten herausfordernd”, räumte die Staatssekretärin ein. Deshalb gelte es nun, „konsequent dranzubleiben: Investitionen mobilisieren, die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs stärken und dafür sorgen, dass aus der Erholung ein nachhaltiger Aufschwung für Österreich wird”.