News

So geht Energiepolitik

Klare Zuständigkeiten beim Bund und Kooperation der 120 Netzbetreiber: Das sind für Staatssek-rettärin Elisabeth Zehetner zwei von vier Ansätzen, um die Kosten zu senken. Foto (Umspannwerk Südburgenland): Verbund

Aktuelle Energiepolitik kompakt: Das bot Staatssekretär Alexander Pröll im Nationalrat. Hier die Eckpunkte für Österreichs Energiepolitik in Zeiten der Kriege und Krisen.

 

Anlass war die Aktuelle Stunde des Nationalrats, deren Thema diesmal von den Grünen festgelegt wurde: “Für ein sicheres und unabhängiges Österreich – Wie wollen Sie Österreich aus der teuren Fossil-Energie-Falle bringen, Herr Bundeskanzler?” lautete die Frage. Und die Antwort gab, in Vertretung des Kanzlers, Staatssekretär Alexander Pröll in einer sehr kompakten Form.

Kompakte Information: Staatssekretär Alexander Pröll vor dem Nationalrat. Foto: Thomas Topf

Kompakte Information: Staatssekretär Alexander Pröll vor dem Nationalrat. Foto: Thomas Topf

Die Leitlinien

“Wenn wir heute über eine ‘fossile Falle’ wie im Titel der Aktuellen Stunde angeführt – sprechen, dann braucht es aus meiner Sicht Klarheit – und keine Schlagworte”, sagte Pröll einleitend. Die Bundesregierung verfolgt daher eine konsequente energie- und wirtschaftspolitische Linie:

  • Angebot erhöhen
  • Abhängigkeiten vermindern
  • Wettbewerbsfähigkeit des Standortes sichern
Ein Sofortpaket vermindert Preissprünge an den Zapfsäulen. Foto: Pixabay Beejees

Ein Sofortpaket vermindert Preissprünge an den Zapfsäulen. Foto: Pixabay Beejees

Sofortpaket gegen Preissprünge

Wegen der aktuellen Kriege und Krisen sind rasches Entscheidungen und Handeln erforderlich. Daher wurde ein Sofortpaket bei Spritpreisen geschnürt, um Preissprünge zu dämpfen.

 

Taskforce Versorgungssicherheit

Um die Sicherheit in der Versorgung zu gewährleisten, wurde eine eigene Arbeitsgruppe – Taskforce – eingesetzt.

 

Beirat zur Energielenkung

Um jeweils passende Maßnahmen zu ergreifen, soll der einberufene Energielenkungsbeirat Vorbereitungen treffen und Freigaben steuern. Als erstes werden 65.000 Tonnen auf den Markt gebracht.

Zügige Verwaltungsverfahren bei Einhaltung aller Standards fördern Infrastruktur und stärken den Wirtschaftsstandort: Der Verfahrensturbo - ein Reformpaket - geht in Begutachtung. (im Bild: Kraftwerk Kaprun); Foto: Verbund Maxum

Zügige Verfahren für neue Kraftwerke (im Bild: Kraftwerk Kaprun); Foto: Verbund Maxum

Mehr Energie in Österreich erzeugen

Um Abhängigkeiten zu vermindern, soll mehr Strom in Österreich erzeugt werden. Die neue Kraftwerksstrategie sieht vor, Speicher und Netze auszubauen sowie weitere Anpassungen an den Klimawandel vorzunehmen.

Das Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaues erneuerbarer Energie werden Verfahren für große Projekte der Infrastruktur rascher abgewickelt. Grundsätze der Verfahren: ein Verfahren – eine Behörde – ein Bescheid – klare Fristen – Streichung doppelter Prüfungen.

Für kleinere Anlagen werden Genehmigungen vereinfacht oder abgeschafft. Dies gilt für Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer: größte Strommarktreform eingeleitet. Foto: BKA/Regina Aigner

Minister Hattmannsdorfer: größte Strommarkt-reform eingeleitet. Foto: BKA/Regina Aigner

Reform des Strommarktes

Zugleich wurde mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz die größte Reform des Strommarktes eingeleitet. Der Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse wird mit Speichern und Netzen zusammengedacht in einem System.

 

Entlastung von Haushalten

Parallel dazu erfolgt eine Entlastung von Haushalten und Unternehmen: für die Dämpfung der Netzentgelte stehen 300 Mio. Euro zur Verfügung, für Haushalte wurde eine Preis-Runter-Garantie geschaffen und für einkommensschwache Haushalte ist ein Sozialtarif vorgesehen.

 

Aufbau Wasserstoffwirtschaft

Zugleich werden 275 Mio. Euro in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft investiert. Denn Wasserstoff ist langfristig speicherbare Energie, vor allem bei Bedarf von hohen Temperaturen für industrielle Prozesse.

Dies alles sei konkrete Standortpolitik, so Pröll vor dem Nationalrat. Es sei eine Politik, die auf Fakten beruhe und nicht von Ideologien getrieben sei.

Klare Zuständigkeiten beim Bund und Kooperation der 120 Netzbetreiber: Das sind für Staatssek-rettärin Elisabeth Zehetner zwei von vier Ansätzen, um die Kosten zu senken. Foto (Umspannwerk Südburgenland): Verbund
Klare Zuständigkeiten beim Bund und Kooperation der 120 Netzbetreiber: Das sind für Staatssek-rettärin Elisabeth Zehetner zwei von vier Ansätzen, um die Kosten zu senken. Foto (Umspannwerk Südburgenland): Verbund
Joachim Schnabel, Verkehrssprecher der ÖVP, nennt die Kriterien für die ÖBB-Reform. Ein Gesetzesentwurf liegt vor, die Koalition beginnt Verhandlungen. Ebenfalls gestartet sind die Testfahrten des neuen italienischen Hochgeschwindigkeitszuges Frecciarossa in Tirol und auf der Weststrecke. Foto: Italotreno

Nagelprobe für ÖBB-Reform: Wettbewerb und Nahverkehr

Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer, sorgt für Korrektur falscher FP-Aussagen. Foto: LKÖ, Jung-Leithner

Korrektur grober FPÖ-Fakes

Die Nähe zu Rechtsextremen und Identitären macht die Kickl-FPÖ zum Sicherheitsrisiko, stellt ÖVP-Klubchef Ernst Gödl fest. Foto: Screenshot FP-TV

Kickl-FPÖ bleibt wegen Rechtsextremismus ein Sicherheitsrisiko

Hinrichtungen im Iran rufen die Parlamentsparteien auf den Plan. Sie fordern einen sofortigen Stopp von Teheran. Foto: istock/BornaMir

Alle fünf Parlamentsparteien fordern Teheran zum Stopp der Hinrichtungen auf

Der neue Generalsekretär der ÖVP, Markus Gstöttner ruft in Sachen Wehrdienstreform die Opposition zum Schulterschluss auf. Foto: Jakob Glaser

Wehrdienstreform: Gstöttner mit Einladung an FPÖ und Grüne

Die ÖVP nimmt in Sachen Wehrdienstreform die FPÖ in die Pflicht. Foto: BMLV/Minich

„Farbe bekennen”: ÖVP nimmt FPÖ bei Wehrdienstreform in die Pflicht