News

Dritter Gipfel zur Migration: Schlepper-Bremse wirkt

Migrationsgipfel im Bundeskanzleramt in Wien: Bundeskanzler Karl Nehammer, Ministerpräsident Viktor Orban (Ungarn) und Präsident Aelksandar Vucic (Serbien). Die Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken und werden verstärkt. Foto: Bka/Andy Wenzel

Die Maßnahmen gegen kriminelle Schlepper wirken, die Anzahl der Anträge auf Asyl sinkt. Daher setzt Österreich die Kooperation mit den Nachbarstaaten fort, wurde beim Migrations-Gipfel im Bundeskanzleramt vereinbart. Nächster Schritt: Mehr koordinierte Einsätze der Polizei von Österreich, Ungarn und Slowakei.

 

Gipfel in Wien nach Budapest und Belgrad

Bundeskanzler Karl Nehammer hatte Serbiens Präsident Aleksandar Vučić und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban vorigen Freitag nach Wien zum Migrationsgipfel geladen. Die Außen- und die Innenminister nahmen ebenso teil.

Zuvor war Bundeskanzler Nehammer im Oktober in Budapest und im November im Belgrad, um den enormen Zustrom an illegal nach Österreich reisenden Personen einzudämmen. Vereinbart und umgesetzt wurde

  • Visafreie Einreise nach Serbien zu stoppen
  • Gemeinsam die Grenze Österreich-Ungarn zu kontrollieren (100 Schlepper gefasst)
  • Schwerpunkte in Kontrollen zu setzen
  • Serbien bei Rückführungen zu unterstützen
  • Polizisten aus Österreich an serbisch-nordmazedonischer Grenze einzusetzen

Diese Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken. Die Anzahl der Asylanträge in Österreich ging – verglichen mit dem Vorjahr – im ersten Quartal um 20 Prozent zurück, im Mai sogar um 30 Prozent.

Weiteres Abkommen über Polizei-Kooperation

Beim dritten Migrationsgipfel in Wien unterzeichneten die Innenminister Gerhard Karner, Bratislav Gasic (Serbien) und Bence Retvari (Staatssekretär, Ungarn) ein vier Seiten umfassendes Abkommen über Kooperation. Dieses sieht vor:

  • Ausbildung von Polizei und Einsatz von Drohnen an Grenze Serbien-Nordmazedonien
  • Laufende Aufstockung österreichischer Polizei an Grenze Ungarn-Serbien
  • Internationale Taskforce gegen Hintermänner der Schleppernetzwerke
  • Gründung der „International Border Security Task Force“, um den Grenzschutz weiter zu verbessern
Gemeinsame Polizei-Einsätze an den Grenzen: Gasic, Karner und Retvari.

Gemeinsame Polizei-Einsätze an den Grenzen: Gasic, Karner und Retvari.

Nehammer korrigiert Orban

Bei dem Pressegespräch im Bundeskanzleramt hatte Orban angemerkt, Ungarn sei ein Land frei von illegalen Migranten. Dies korrigierte Nehammer insofern, als 80 % der irregulären Migranten durch Ungarn nach Österreich kämen.

Der nächste Gipfel dieser Dreier-Kooperation wird geplant und soll laut Präsident Vučić in Belgrad oder in Budapest stattfinden.

Migrationsgipfel im Bundeskanzleramt in Wien: Bundeskanzler Karl Nehammer, Ministerpräsident Viktor Orban (Ungarn) und Präsident Aelksandar Vucic (Serbien). Die Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken und werden verstärkt. Foto: Bka/Andy Wenzel

Aleksandar Vucic, Karl Nehammer, Viktor Orban: Kooperation gegen irreguläre Migration.

Asyl-Bericht zeigt hohen Zustrom 2022

Die EU-Agentur für Asyl hat vor wenigen Tagen ihren Asyl-Bericht 2023 veröffentlicht. Demzufolge stieg die Anzahl der Asylanträge in der EU im vorigen Jahr auf 996.000, von denen rund 109.000 in Österreich gestellt wurden. Zugleich habe die EU aber im Juni eine Einigung über wesentliche Asyl- und Migrationsgesetze erreicht: die Straffung der Asylverfahren, Schnellverfahren an den Außengrenzen, ausreichende Polizei-Kapazitäten und einen neuen Solidaritätsmechanismus für den Ausgleich von Belastungen und Kosten.

Migrationsgipfel im Bundeskanzleramt in Wien: Bundeskanzler Karl Nehammer, Ministerpräsident Viktor Orban (Ungarn) und Präsident Aelksandar Vucic (Serbien). Die Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken und werden verstärkt. Foto: Bka/Andy Wenzel
Migrationsgipfel im Bundeskanzleramt in Wien: Bundeskanzler Karl Nehammer, Ministerpräsident Viktor Orban (Ungarn) und Präsident Aleksandar Vucic (Serbien). Die Maßnahmen gegen irreguläre Migration wirken und werden verstärkt. Foto: Bka/Andy Wenzel
Spricht sich bei der 81. UN-Generalversammlung für einen starken Multilateralismus aus. Bundeskanzler Christian Stocker in New York. Foto: BKA/Florian Schrötter

Stocker wirbt für Multilateralismus bei UN-Generalversammlung in New York

Es ist der erste offizielle Besuch eines österreichischen Bundeskanzlers in Polen seit 20 Jahren. Bundeskanzler Christian Stocker ist am Donnerstag in Warschau mit Ministerpräsident Donald Tusk zusammengetroffen. Foto: BKA/Christopher Dunker

 Wien und Warschau wollen enger zusammenrücken

War bei der Vorstandsklausur der CSU in München zu Gast. Bundeskanzler Christian Stocker. Foto: Jakob Glaser

Stocker bei Söder: „Keine Brandmauern” – aber klare Grenze gegen Kickl-FPÖ

Kanzler Friedrich Merz lädt Amtskollegen wie Christian Stocker (Bild: vorjähriges Treffen) zu Gesprächen über einen sparsameren EU-Haushalt nach Berlin. Foto: Florian Schrötter

Kanzler: Mehr EU-Beamte “ist absurd”

Europas Jugend diskutiert Europas Zukunft beim European Forum Alpbach. Demnächst kommen Bundespräsidenten, Landeshauptleute und Minister zu den Gesprächen nach Tirol. Fotos: EFA, Elisabeth Mandl

700 Jugendliche beraten ihre und Europas Zukunft

Innenminister Gerhard Karner treibt die Einrichtung von Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb Europas voran. Foto: BMI/Makowecz

Mit Abschiebezentren soll Europa wieder „Herr im eigenen Haus” werden