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115. Frauentag im Zeichen von Gleichheit und Gerechtigkeit
Der 115. Frauentag steht im Zeichen von Forderungen und Programmen für Gleichheit, Gerechtigkeit und Gewaltschutz. Getragen werden die Anliegen und Initiativen von zahlreichen Politikerinnen aus der ÖVP.
Voraussetzungen für Wahlfreiheit
Die Forderung nach Gleichberechtigung der Frauen prägten den 115. Frauentag am 8. März 2026. Es geht um gleiche Lohn für gleiche Arbeit, um Aufteilung der Sorge für Familie. Gerechtigkeit und Sicherheit für Frauen forderte die Frauen- und Gesundheitssprecherin der ÖVP, Abg. Juliane Bogner-Strauß.
„Frauen sollen ein selbst bestimmtes Leben führen, in dem sie ihre Vorstellungen frei verwirklichen können“, sagte Bogner-Strauß. „Dafür braucht es echte Wahlfreiheit bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, umfassende Bildungs- und Fortbildungsangebote, flächendeckende Kinderbetreuung und einen konsequenten Schutz vor Gewalt.“

Juliane Bogner-Strauß: Wahlfreiheit für ein selbst bestimmtes Leben. Foto: Parlament/Zinner
Schutz vor Gewalt
Frauentag Hier seien bereits einige Maßnahmen gesetzt worden wie der Schutz vor Kinder- und Zwangsehen und der Ausbau von Gewaltambulanzen.
Trotzdem sei noch viel zu tun – beispielsweise hinsichtlich Einkommenstransparenz oder in der Frauengesundheit, betont Bogner-Strauß. Es geht um den Ausbau des medizinischen Angebots in der Gendermedizin sowie Vorsorgeprogramme zu spezifischen Frauengesundheitsthemen.

Johanna Mikl-Leitner: Mentoring-Programm für mehr Frauen in der Politik. Foto: Thomas Topf
Gleichstellung in der Politik
Auf Gleichstellung von Frauen in der Politik verwiesen Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister anlässlich des Frauentages.
Aktuelle Zahlen verdeutlichen, dass Frauen in politischen Spitzenfunktionen weiterhin unterrepräsentiert sind: Österreichweit sind von 2.092 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern lediglich 243 Frauen – das entspricht einem Anteil von 11,6 Prozent. In Niederösterreich liegt der Anteil mit 96 Bürgermeisterinnen bei 16,75 Prozent und damit Platz 1 im Bundesländervergleich.
Auch auf Gemeindeebene zeigt sich Aufholbedarf: In den 573 niederösterreichischen Gemeinden beträgt der Frauenanteil bei den Vizebürgermeisterinnen 23,43 Prozent (138), bei den Stadträtinnen bzw. geschäftsführenden Gemeinderätinnen 24,39 Prozent (677) und bei den Gemeinderätinnen 30,10 Prozent (2.362).
Mentoring-Programm für Frauen
Mikl-Leitner nennt das Politik-Mentoring-Programm des Landes Niederösterreich als ein Modell, um engagierte Frauen dabei zu helfen, ihre Kompetenzen auszubauen, Netzwerke zu knüpfen und den Schritt in die Politik selbstbewusst zu gehen. „Unser Ziel ist klar: Mehr Frauen in die Gemeindestuben und an die Spitze unserer Gemeinden“, erklärte Mikl-Leitner.

Ingrid Korosec: Gewalt gegen Senioren ist noch ein Tabu. Foto: THR
Hilfe für Seniorinnen
Gewalt gegen Seniorinnen „ist ein alarmierendes Faktum“, sagte Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec. „Das ist ein teils ignoriertes und tabuisiertes Thema. Ältere Frauen leiden besonders unter physischer und psychischer Gewalt des Lebenspartners. Viele Betroffene schämen sich aber, Hilfe zu suchen, vor allem in ländlichen Regionen.“ Sie appellierte an Frauen jeden Alters, sich helfen zu lassen: „Es gibt Einrichtungen dafür. Keine der betroffenen Frauen muss allein sein!“
Drei Viertel des Lehrpersonals sind Frauen
Frauen haben ein Recht auf Bildungschancen, sagte die Bundesvorsitzende der ARGE Frauen im ÖAAB, Abg. Romana Deckenbacher. Und sie nutzte den Frauentag für Dank an die Lehrerinnen: Nahezu drei Viertel des Lehrpersonals an Österreichs Schulen seien Frauen. In der Volksschule liege der Anteil an Männern bei 7 Prozent.

Lohngerechtigkeit fordert die Präsidentin des Familienbundes, Abg. Johanna Jachs. Foto: Screenshot Familienbund.at
Partnerschaft und Lohngerechtigkeit
Mehr an Partnerschaftlichkeit und Lohngerechtigkeit forderte die Präsidentin des Familienbundes, Abg. Johanna Jachs.
Der diesjährige Internationale Frauentag steht unter dem Motto „Rechte. Gerechtigkeit. Handeln. Für alle Frauen und Mädchen“. Dieses Motto macht deutlich, dass Gleichstellung nicht nur ein Ziel, sondern ein konkreter Auftrag für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist, erklärte Jachs. „Auch in Österreich gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern ist nach wie vor Realität, und Care-Arbeit wird noch immer überwiegend von Frauen übernommen. Hier braucht es mehr Partnerschaftlichkeit – in Familien, in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft insgesamt.“





