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Fünf Minuten Glockenläuten für Hilfe gegen den Hunger

Rund 673 Millionen Menschen leiden weltweit unter Hunger, vor allem im globalen Süden (Bild: Sudan). Österreichs Kirchenglocken läuten am Caritas-Aktionstag 31. Juli um 15.00 Uhr, um ein Zeichen gegen den Hunger zu setzen. Foto: Pixelio / RapheAlny

In ganz Österreich läuten heute, Freitag, um 15 Uhr über 3.000 Kirchenglocken für fünf Minuten: Die Caritas setzt mit dem Aktionstag ein Zeichen gegen den Hunger. Bundesministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Entwicklungs-Sprecherin Gudrun Kugler (ÖVP) unterstützen die Initiative – und die aktive Hilfe gegen den Hunger. Europa trägt Verantwortung.

 

Glockenläuten als ein Zeichen

Dieses Läuten soll ein starkes Zeichen setzen, erklärt die Caritas Österreich zur Aktion. Jeden Tag sterben Menschen an Hunger oder den Folgen von Hunger: „Wir rufen damit zum Engagement gegen Hunger auf.“

 

673 Millionen leiden an Hunger

Weltweit leiden 673 Millionen Menschen an Hunger. Einer der Hauptgründe dafür ist die Klimakrise, erläutert dazu die Caritas: Dürreperioden, Überschwemmungen und Stürme nehmen zu und zerstören immer häufiger Ernten. Davon betroffen sind Menschen im globalen Süden, also jene, die ohnehin kaum genug zum Leben haben und am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben. Besonders dramatisch ist die Lage etwa im Südsudan: Jahre der Gewalt haben das Land gezeichnet, die Wirtschaft ist am Boden, viele Menschen sind auf der Flucht. Gleichzeitig führen immer häufigere Dürren und Überschwemmungen dazu, dass Lebensgrundlagen verloren gehen.

Ministerin Claudia Bauer sprach im Juli in New York bei einem Jugendforum (Bild) und bei den UNO zu den Nachhaltigkeitszielen. Foto: Chr. Dunker

Ministerin Claudia Bauer sprach im Juli in New York bei einem Jugendforum (Bild) und bei den UNO zu den Nachhaltigkeitszielen. Foto: Dunker

Bauer: Gemeinsame Verantwortung in Europa

Bundesministerin Claudia Bauer, zuständig für Entwicklungszusammenarbeit und kürzlich bei den UN in New York, erinnert an die Verantwortung Europas: „Das Glockenläuten gegen den Hunger erinnert uns daran, dass 673 Mio. Menschen nicht wissen, ob sie morgen genug zu essen haben werden. Das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen (SDG, 2), ‚Kein Hunger‘ darf kein Versprechen auf dem Papier bleiben. Europa trägt Verantwortung, gemeinsam mit seinen Partnern Hunger zu bekämpfen und Ernährungssicherheit nachhaltig zu stärken, nicht nur in Drittstaaten, sondern gerade auch in Europa selbst.“

Gudrun Kugler, Menschenrechtssprecherin der ÖVP-Parlamentsfraktion, ist international engagiert: Sie wurde als Berichterstatterin für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Umwelt des OSZE-Ausschusses bestätigt. Foto: Thomas Topf

Gudrun Kugler, Entwicklungssprecherin der ÖVP-Parlamentsfraktion. Foto: Thomas Topf

Kugler: Die wahren Ursachen des Hungers

Abgeordnete Gudrun Kugler ist als Entwicklungssprecherin der Volkspartei im Parlament sowie als Präsidenten des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) häufig mit der Frage der Überwindung des Hungers befasst. Und sie erklärt anlässlich des Glockenläutens zum Aktionstag: „Hunger ist nicht in erster Linie eine Folge von Mangel an Nahrung oder Produktion – sondern oft eine Folge von Mangel an Frieden, an guter Regierungsführung, funktionierenden Märkten und Zukunftsperspektiven.“

„Die Welt produziert heute genügend Lebensmittel, dennoch leiden Hunderte Millionen Menschen Hunger“, sagt Kugler weiter. „Deshalb müssen wir die Ursachen bekämpfen: Frieden ist die wichtigste Hungerbekämpfung, gefolgt von Eigentumsrechten und Rechtsstaatlichkeit, günstiger Energie, guten Kleinunternehmerstrukturen und starken lokalen Gemeinschaften, Zugang zu Märkten, Handel und Infrastruktur.“

17 Ziele für alle Staaten: Sustainable Development Goals der UNO. Grafik: UN

17 Ziele für alle Staaten: Sustainable Development Goals der UNO. Ziel 2: Kein Hunger. Grafik: UNO

Zweckmäßige Entwicklungspolitik

Was ist zu tun? Kugler dazu: „Entwicklungspolitik sollte Innovation fördern und nicht dauerhafte Abhängigkeit von Hilfslieferungen schaffen. Solidarität bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe: Die Menschen müssen befähigt werden, ihre Familien aus eigener Kraft zu ernähren und ihre Zukunft selbst zu gestalten.“

 

Rund 673 Millionen Menschen leiden weltweit unter Hunger, vor allem im globalen Süden (Bild: Sudan). Österreichs Kirchenglocken läuten am Caritas-Aktionstag 31. Juli um 15.00 Uhr, um ein Zeichen gegen den Hunger zu setzen. Foto: Pixelio / RapheAlny
Rund 673 Millionen Menschen leiden weltweit unter Hunger, vor allem im globalen Süden (Bild: Sudan). Österreichs Kirchenglocken läuten am Caritas-Aktionstag 31. Juli um 15.00 Uhr, um ein Zeichen gegen den Hunger zu setzen. Foto: Pixelio / RapheAlny