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Ungarn wechselt auf Kurs pro Europa: Peter Magyar siegt bei Parlamentswahl

Der in Opposition zu Regierungschef Viktor Orban mit seinem Bündnis TISZA angetretene Peter Magyar (im Bild bei Interviews am Wahltag, 12.April) wird die Parlamentswahl in Ungarn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze gewinnen. Foto: Imago-SOPA

Erste Auszählungen und Umfragen nach Wahlschluss lassen bei der Parlamentswahl in Ungarn einen Sieg des oppositionellen Bündnisses TISZA unter Peter Magyar über die Partei von Premierminister Viktor Orban, Fidesz, erwarten.

 

Konservative Opposition erreicht mehr als die Hälfte der Stimmen

Damit könnte das prognostizierte Ergebnis eintreten: TISZA erreicht rund 55 Prozent der Stimmen und damit 136 der 199 Mandate im Parlament Ungarns.

Die Partei Fidesz unter Führung des seit 2010 als Regierungschef amtierenden Orban erreicht lediglich 56 Sitze. Dies ist der Stand am Sonntag abends nach Auszählung von etwas mehr als der Hälfte der abgegebenen Stimmen.

Für eine Zwei-Drittel-Mehrheit sind 133 Sitze erforderlich. Da TISZA dies überschreiten könnte, wäre eine Rücknahme zahlreicher Verfassungsänderungen zulasten demokratischer und rechtsstaatlicher Standards möglich und wahrscheinlich.

Tausende kamen zur Schlusskundgebung von TISZA mit der Rede von Peter Magyar, gezeigt auf einer Videowall in Budapest an der Donau. Foto: Imago

Tausende kamen zur Schlusskundgebung von TISZA mit der Rede von Peter Magyar, gezeigt auf einer Videowall in Budapest an der Donau. Foto: Imago

Orban blockierte EU, EU blockierte Gelder für Ungarn

Orbans Partei Fidesz gilt als rechts-nationalistisch und hat sich in jüngster Zeit in internationalen Fragen, etwa dem Krieg Russlands gegen die Ukraine, als Russland-nahe gezeigt und wiederholt EU-Beschlüsse blockiert.

Die Partei TISZA unter Magyar, einem ehemaligen politischen Weggefährten von Orban, gilt als liberal-konservativ, aber in einem weiteren Gegensatz zu Fidesz als EU-freundlich. Sie tritt für ein starkes Ungarn aber zugleich für einen Kurs pro EU und für einen Neustart im Verhältnis zu Brüssel ein, was zwei Folgen hat: EU-Gelder für Ungarn werden freigegeben, denn den Bauern hatten diese Gelder gefehlt, was zu starken Protesten führte. Und eine Regierung Ungarns unter Führung von Magyar würde, so ist zu erwarten, die Russland-Sanktionen der EU nicht beeinspruchen und die Ukraine-Unterstützung der EU mittragen.

 

Linke und Rechtsextreme bedeutungslos

Die dritte Partei, die Mandate erhält, ist die als rechtsextrem eingestufte Mi Hazank. Sie könnte auf sieben Sitze kommen.

Linke Parteien spielten bei der Ungarns Parlamentswahl mit mehr als acht Millionen Wahlberechtigten und einen Zwei-Stimmen-System am 12. April 2026 keine Rolle.

Hinsichtlich der illegalen Migration über die Balkanroute besteht eine Kooperation Österreichs mit Ungarn, begleitet von Grenzkontrollen.

Der in Opposition zu Regierungschef Viktor Orban mit seinem Bündnis TISZA angetretene Peter Magyar (im Bild bei Interviews am Wahltag, 12.April) wird die Parlamentswahl in Ungarn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze gewinnen. Foto: Imago-SOPA
Der in Opposition zu Regierungschef Viktor Orban mit seinem Bündnis TISZA angetretene Peter Magyar (im Bild bei Interviews am Wahltag, 12.April) wird die Parlamentswahl in Ungarn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze gewinnen. Foto: Imago-SOPA