Politischer Islam nutzt Populismus

Muslim Interaktiv war eine islamistische Vereinigung in Deutschland, deren Netzwerk in den gesamten deutschsprachigen Raum hineinwirkte. Sie wurde 2025 durch das Bundesministerium des Inneren, Berlin, verboten. Foto (Demonstration in Hamburg 2024 gegen behauptete Zensur; DPI-Studie).
Muslim Interaktiv war eine islamistische Vereinigung in Deutschland, deren Netzwerk in den gesamten deutschsprachigen Raum hineinwirkte. Sie wurde 2025 durch das Bundesministerium des Inneren, Berlin, verboten. Foto (Demonstration in Hamburg 2024 gegen behauptete Zensur; DPI-Studie).

Islamistische Akteure benutzen ihre Ideologie als Gegenmodell zur demokratischen und liberalen Mehrheitsgesellschaft. Sie bedienen sich dabei des Populismus, zeigt eine neue Analyse der Dokumentationsstelle Politischer Islam (DPI).

 

Typisch: Moralische Empörung und Schuldzuweisungen

Tendenzen einer Radikalisierung sind häufig zu beobachten. Ein Populismus begünstigt mehrere Extremismen, heißt es in der Analyse. Typisch für Populismus sind moralische Empörung und stark vereinfachte Schuldzuschreibungen an „Eliten“, an Medien oder politisch Andersdenkende. Genau das beschreibt die Studie „Was ist populistisch am politischen Islam?“

 

Druck auf muslimische Gruppe

Der DPI-Bericht verdeutlicht laut Medieninfo, wie eine strikte Auslegung des moslemischen Glaubens als politische Ideologie keinen Raum für eine innerreligiöse Vielfalt zulässt und Druck auf die muslimische Community ausübt. Gleichzeitig wird eine „islamische Renaissance“ propagiert, die sich gegen eine individuelle Religionsausübung oder säkulare Lebensentwürfe richtet, schreiben die Experten: Komplexe gesellschaftliche Herausforderungen werden simplifiziert und öffentliche Debatten durch moralische Zuspitzungen ersetzt.

 

Unterstellung der Feindseligkeit

In dem von ihnen vermittelten Bild unterstellen diese Akteure, dass der Staat, die Medien und andere „Eliten“ dem muslimischen Teil der Bevölkerung strukturell feindselig gegenüberstehen, meint Studienautor Lucian Reinfandt aus dem DPI-Wissenschaftsteam.

 

Demokratien gelten als “verwestlicht”

Der liberal-demokratische Rechtsstaat und der Säkularismus werden mit subtilen Mitteln delegitimiert und als „verwestlicht“ oder „islamophob“ verunglimpft. Das kolportierte Narrativ religiös-extremistischer Kräfte basiert auf der Gegenüberstellung eines als „dekadent“ diskreditierten Westens und einer angeblich moralisch überlegenen „islamischen Ordnung“.

In Österreich setzen diese Aktivistinnen und Aktivsten dann Symbole, Kleidung, Rituale und Verhaltensregeln als Mittel für eine bewusste Inszenierung ihres radikalen Weltbildes ein.

 

Religion wird politisch eingesetzt

Ein Ziel besteht darin, die Diskurshoheit über eine exklusiv definierte „muslimische Identität“ zu erlangen. Die Religion dient hier als Vorwand, um einer an der eigenen politischen Ideologie geübten Kritik ihre Berechtigung abzusprechen. Auf diese Art und Weise werden in vielen europäischen Ländern gesellschaftliche Segregation und Polarisierung gezielt vorangetrieben.

Auch bei islamistischem Populismus handelt es sich also um ein Instrument zur Beeinflussung von Menschen, das dazu eingesetzt wird, aus bestehenden Spannungen einen von Interessen geleiteten Nutzen zu ziehen und gesellschaftlichen Gräben zu vertiefen.

Studie abrufbar auf www.dokumentationsstelle.at

 

weitere Beiträge

Abschiebungen steigen auf einen neuen Rekordwert, während die Asylanträge einen Tiefststand erreichen. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitag die aktuelle Asylstatistik. Foto: iStock/Stadtratte

Asylanträge auf Tiefststand, Abschiebungen auf Rekordwert

Mit dem Zukunftsdepot sieht Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl für Kinder bessere Startchancen gegeben. Foto: Büro BMFStS

Wie kleine Monatsbeträge zum vollen „Zukunftsdepot“ anwachsen

Finanzbildung dient dazu, mit dem eigenen Geld noch besser umzugehen, zu sparen und richtig zu rechnen. Die Finanzbildung vermittelt zudem Schutz vor Betrug, sagen Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher. Foto: Christopher Dunker

Sparen und Rechnen für alle Lebenslagen

Erteilt der Forderung nach Lockerung des Einbürgerungsrechts eine schnelle und klare Absage: ÖVP-General Markus Gstöttner. Foro: Jakob Glaser

Klartext von Gstöttner: „Ein Pass passt dann, wenn die Integration gelungen ist”