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Für das Klima soll Speicherverbot fallen
Um in der Klimapolitik voranzukommen, soll das 2011 in Österreich eingeführte Verbot der Speicherung von Kohlenstoffdioxid fallen. Dies kündigen Bundeskanzler Christian Stocker und Umweltminister Norbert Totschnig an. Skandinavien ist Vorbild: Norwegen startet jetzt mit der Speicherung ein klimaschonendes Geschäftsmodell, Holland und Deutschland sind bereits dabei.
Industrie braucht Speicher
Anlass für diesen Lösungsweg: Noch wird Kohlenstoffdioxid (CO2) im Übermaß freigesetzt, was zu Treibhausgasen und folglich zur Erderwärmung führt. Daher haben einige Staaten, allen voran Norwegen, die Speicherung von CO2 entwickelt und nun internationalen Geschäftspartner angeboten. Für Deutschland sind Heidelberg Materials und aus Holland Yara (Bild) bereits dabei, wie Regierungschefs und Unternehmensvertreter im September bekräftigten.
Der Fachbegriff lautet Carbon Capture and Storage (CCS). Er bezeichnet die Abscheidung, den Transport und die dauerhafte Speicherung von CO2 in unterirdischen Speicherstätten. Damit erhalten einzelne Industrien, etwa die Zementindustrie oder Teile der keramischen Industrie, eine langfristige Produktionsperspektive in Europa, weil sie dann doch an der Dekarbonisierung teilnehmen und hiesige Standorte erhalten können.
Speicherung in Österreich möglich
Zahlreiche Studien, Pilot- und Demonstrationsprojekte sowie kommerzielle Speicherprojekte belegen mittlerweile die technische Machbarkeit und Sicherheit von CCS, schreibt das Bundeskanzleramt in einer Medieninformation. Auf Grundlage dieser Expertisen soll künftig auch in Österreich die sichere geologische Speicherung in geeigneten geologischen Lagerstätten rechtlich ermöglicht werden.
Als potenzielle Speicherstätten kommen insbesondere erschöpfte Öl- und Gaslagerstätten in Betracht. Diese Initiative unterstützt die Ziele des soeben vorgelegten Entwurfes für ein Klimagesetz.
Klimaschutz mit der Wirtschaft
Zur Initiative sagt Bundeskanzler Christian Stocker: „Wirksamer Klimaschutz und ein starker Wirtschaftsstandort dürfen einander nicht ausschließen, sondern müssen Hand in Hand gehen und zusammen gedacht werden. Wo sich CO2 nicht vollständig vermeiden lässt, müssen wir Lösungen ermöglichen, statt zu riskieren, Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlieren. Mit der Aufhebung des CCS-Verbots ermöglichen wir deshalb die sichere Speicherung von CO2 auch in Österreich. Damit geben wir heimischen Betrieben neue Möglichkeiten, ihre Produktion durch moderne Technologien an die sich verändernden globalen Rahmenbedingungen anzupassen und gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich zu halten.“
„Österreich möchte die Treibhausgasemissionen, die unser Klima aufheizen, soweit wie möglich reduzieren“, erklärt dazu Umweltminister Norbert Totschnig. Zusätzlich sind technische Maßnahmen zur Abscheidung und langfristigen Speicherung von CO2 dort notwendig, wo sich der C02-Ausstoß nicht zur Gänze vermeiden lässt: „Die Aufhebung des Speicherverbots ist daher ein wichtiger Schritt.“