News
Herr im eigenen Haus: Schleppermafia meidet Österreich
Die Schleppermafia „macht einen Bogen um Österreich“, berichtet das Innenministerium. Die Anzahl an Erstanträgen auf Asyl hat einen Tiefststand erreicht. Es sind weniger Aufgriffe illegal Einreisender zu verzeichnen. Österreich ist Herr im eigenen Haus.
Das Innenministerium veröffentliche eine umfangreiche und detaillierte Zwischenbilanz zu Asyl- und Fremdenwesenu und dem deutlichen Rückgang der Schlepperkriminalität. Hier einige Zahlen und Fakten des Innenministeriums:
- Die Anzahl von 769 Asylanträgen (Asylerstanträge und Folgeanträge) im August 2026 in ganz Österreich ergibt im Vergleich zu August 2025, als es noch 1.456 Anträge gab, ein Rückgang um mehr als 47 Prozent.
- Von Jänner bis August 2026 wurden insgesamt 6.512 Asylanträge gestellt, im Vergleichszeitraum 2025 wurden noch 11.898 Anträge eingebracht – ein Rückgang um mehr als 45 Prozent.
Im August stammten die meisten Anträge von Syrern (231), der Großteil davon betraf allerdings in Österreich geborene Kinder.

Innenminister Gerhard Karner: Tiefststand bei Erstanträgen auf Asyl. Foto: Jakob Glaser
Illegale Migration zurückgedrängt
„Die illegale Migration wird weiter massiv zurückgedrängt und führt daher auch zu einer deutlichen Entlastung“, sagte Innenminister Gerhard Karner. „Das ist kein Grund zu Jubeln, sondern Auftrag, weitere Schritte zur nachhaltigen Absicherung zu setzen. So arbeitet Österreich gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Griechenland an der raschen Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.“
Familiennachzug ausgesetzt – Systeme entlastet
Der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt nach wie vor Wirkung und entlastet das Bildungs-, Integrations- und Sozialsystem nachhaltig. Erfolgten am Weg des Familiennachzugs von Jänner bis August 2025 noch 979 Einreisen, gab es im selben Zeitraum 2026 lediglich 60 Einreisen – nur für absolute soziale Härtefälle. Um diese Entwicklung nachhaltig abzusichern, wurde der Familiennachzug per Verordnung mit Anfang Jänner für weitere sechs Monate ausgesetzt und wird in weiterer Folge einer Quote unterliegen. Die erste Quote wird sehr gering sein.

Die Polizei hat Kontrollen von Grenzen auf Räume ausgeweitet. Foto: Arno Melicharek
Organisierte Schleppermafia macht Bogen um Österreich
Die stark rückläufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen beiden Jahren zeigt klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten Österreichs nachhaltig zerschlagen werden und haben sich auf die sogenannte Balkan-Küstenroute – und damit an Österreich vorbei – verlagert. Die Ursachen dafür sind etwa polizeiliche Maßnahmen wie die Operation Fox, bei der gemeinsam mit ungarischen Behörden auf ungarischem Staatsgebiet Kontrollen durchgeführt werden. Weiters wurde das Grenzschutzkonzept weiterentwickelt. Aus dem Innenressort heißt es dazu: Das ist eine klare und unmissverständliche Botschaft an die Schleppermafia.
Auch die Zahl der Aufgriffe von Personen, die sich Schleppern anvertrauten, spricht eine klare Sprache: In der zu Ende gehenden Woche kam es lediglich zu einem Aufgriff nach illegalem Grenzübertritt im gesamten Burgenland. Der letzte Asylantrag wurde im Burgenland am 9. Juli gestellt.
Grenzschutzkonzept wird laufend weiterentwickelt
Der Kontrollgürtel an der Grenze wurde verbreitert – hin zu Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland. Das macht illegale Grenzübertritte vor allem für die organisierte Schleppermafia schwieriger und riskanter – das Risiko, festgenommen zu werden, ist extrem hoch. Zugleich entlastet diese Vorgehensweise Pendlerinnen und Pendler aufgrund kürzerer Grenzwartezeiten. Die Grenzraumkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden mit Ablauf des 15. September 2026 für weitere sechs Monate verlängert. Auch das wirkt gegen Schlepper.
Weiterhin Minuszuwanderung: mehr Abschiebungen als Asylerstanträge
Bis Ende August mussten 10.440 Personen Österreich verlassen, 5.275 (51 Prozent) davon zwangsweise und 5.165 (49 Prozent) eigenständig. Der eigenständigen Ausreise kommt auch weiterhin eine wichtige Bedeutung zu – sie ist für die Republik wesentlich kostengünstiger als eine zwangsweise Abschiebung. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Bis Ende August wurden außerdem 516 Dublin-Überstellungen durchgeführt, bei denen 73 Afghanen, 53 Personen der Russischen Föderation und 49 Marokkaner Österreich verlassen mussten. Bei Dublin-Abschiebungen werden Personen in jenes europäische Land abgeschoben, in dem sie erstmals einen Asylantrag gestellt haben und das somit zuständig ist.
Rund 2.000 Syrer haben Österreich verlassen
Seit dem Sturz des Assad Regimes haben rund 2.000 syrische Staatsangehörige Österreich verlassen. Im Vergleich dazu verließen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer Österreich in Richtung ihrer Heimat. Maßnahmen, um die Rückkehr nach Syrien zu unterstützen, tragen positiv zu dieser Entwicklung bei.
Über zwei Drittel erhalten kein Asyl – Eilverfahren werden fortgeführt
Bis Ende August wurden 19.760 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. 645 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 7.990 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.
Keine Chance auf Asyl hatten im Juli Antragstellerinnen und Antragsteller aus Indien und Tunesien. Für Länder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Juli wurden 321 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen beziehungsweise in der ersten Instanz sogar binnen 72 Stunden getroffen.
Asylanträge in meisten Staaten Europas rückläufig
Der Einsatz gegen Schlepper erfolgt europaweit – und zeigt, verbunden mit dem Asyl- und Migrationspakt, Wirkung:
In Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gab es im Zeitraum Jänner bis Ende August 2026 mit 408.441 Asylanträgen um 23 Prozent oder 120.654 weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2025 (529.095). Gestiegen sind die Anträge unter anderem in Slowenien (+151 Prozent), Lettland (+45 Prozent) und Zypern (+23 Prozent). Gesunken sind die Anträge in den meisten anderen Staaten, hervorzuheben sind Polen (-61 Prozent), Spanien (-37 Prozent), Deutschland (-32 Prozent), Griechenland (-21 Prozent) und Frankreich (-16 Prozent).
In Österreich zeigen sich die Anträge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich reduziert (-44 Prozent). Hochgerechnet auf die Bevölkerung liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem 13. Platz.
Tiefstand in Grundversorgung seit über 20 Jahren
Aktuell befinden sich 41.605 Menschen in Grundversorgung, davon lediglich rund 4.900 Asylwerber – der niedrigste Wert seit über 20 Jahren. Der Großteil der Menschen in der Grundversorgung (24.890) sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine (viele davon Kinder und Frauen). Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Die Rückgänge ermöglichen auch Einsparungen – beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf vorerst sieben reduziert werden. Eine weitere Reduktion ist wahrscheinlich.