Europa- & Aussenpolitik

Es geht aufwärts: Zahlen, die Hoffnung geben

Vorsorge und Finanzbildung für Frauen sind Themen im aktuellen Podcast "Finance Friday" von Finanzminister Magnus Brunner im Gespräch mit Johanna Ronay. Foto: Bka / Wenzel

Der Nebel nach den Krisenjahren mit geopolitischen Unsicherheiten, Energiekrise und einer extrem hohen Inflation scheint sich zu lichten. Mehrere Indikatoren weisen nach Ende des ersten Monats im Jahr 2024 auf eine bessere wirtschaftliche Stimmungslage hin. Zur Sache hat ein paar wesentliche Kennzahlen zusammengefasst.

 

Die Inflation sinkt

Die Teuerung  hat zu Jahresbeginn deutlich nachgelassen. Berechnungen der Statistik Austria in einer Schnellschätzung zeigen, dass die Inflationsrate für den Monat Jänner voraussichtlich bei 4,5 Prozent liegt, im Vergleich zu 5,6 Prozent im Dezember. Die wohl wichtigste Zahl der vergangenen zwei Jahre geht zurück (Zur-Sache berichtete). Dies bedeutet den niedrigsten Wert seit Dezember 2021.

Der rückläufige Trend ist hauptsächlich auf geringere Anstiege der Energiepreise zurückzuführen, insbesondere die Strompreise hatten einen dämpfenden Einfluss.

„Die Inflationsrate hat sich seit dem Höchststand vor einem Jahr bereits um mehr als die Hälfte reduziert. Für das Jahr 2024 erwarten Experten eine weitere Halbierung im Vergleich zu 2023“, sagte Finanzminister Magnus Brunner. Laut Tobias Thomas, dem Generaldirektor der Statistik Austria, sind auch in anderen Bereichen die Preise weniger stark gestiegen als in der jüngsten Vergangenheit.

Die Zahlen für das Budget 2023 fallen besser aus als erwartet: mehr Einnahmen, weniger Ausgaben: bmf.gv.at

Die Zahlen für das Budget 2023 fallen besser aus als erwartet: mehr Einnahmen, weniger Ausgaben: bmf.gv.at

Zahlen im Budget 203 besser

„Durchaus erfreulich verlaufen“. So bezeichnet Finanzminister Magnus Brunner mit Blick auf die Zahlen das abgelaufene Budgetjahr 2023.

Die Zahlen zeigen es: Die Ausgaben sind um 6 Mrd. Euro niedriger, die Einnahmen hingegen um 3,1 Mrd. Euro höher ausgefallen als im Voranschlag angenommen.

Das Defizit im Budget fällt somit für das Jahr 2023 kleiner aus als ursprünglich angenommen. Gemäß dem an das Parlament gemeldeten und veröffentlichten Budgetvollzug beträgt es 8 Mrd. Euro (das ist der sogenannte vorläufige Nettofinanzierungssaldo des Bundes).

Das Defizit fällt damit um 9,1 Mrd. Euro niedriger aus als im Bundesvoranschlag für 2023 prognostiziert.

„Die Entwicklungen der letzten Monate haben dazu geführt, dass nicht alle getroffenen Vorkehrungen genutzt werden mussten“, erklärt das Ministerium von Finanzminister Magnus Brunner.

 

Was sagen die Wirtschaftsforscher?

„Die im Vorjahr zu beobachtende konjunkturelle Abwärtsentwicklung in der heimischen Wirtschaft konnte zum Jahresende gestoppt werden“, erklärt das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO in einer Schnellschätzung.

Demnach stabilisierte sich die heimische Wirtschaft im vierten Quartal 2023 auf niedrigem Niveau. In den Bereichen Bereich Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie lag die Wertschöpfung um 2,6 Prozent über dem Vorquartal.

Der Deutsche Aktien Index DAX geht laut Börse Frankfurt (Bild) einem Rekordhoch entgegen.

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Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam

Die Wirtschaft bei unserem deutschen Nachbar dient oft als Indikator für die Entwicklung der heimischen Konjunktur. Deutschland befindet sich laut Zahlen und Angaben eigener Wirtschaftsforscher in einer Rezession. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Im Dezember erlebte die deutsche Industrie einen unerwarteten und signifikanten Anstieg der Aufträge, der größte seit Mitte 2020, mit einem Zuwachs von 8,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Auslöser sind zahlreiche Großaufträge in verschiedenen Sektoren. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes.

Weiterhin wird erwartet, dass die deutsche Wirtschaft im Laufe des Jahres eine Erholung erleben wird, die hauptsächlich durch den Binnenmarkt getrieben ist. Dies soll durch steigende Realeinkommen infolge von Lohn- und Gehaltserhöhungen bei gleichzeitig sinkender Inflation und damit verbundenen höheren privaten Konsum erreicht werden. Die deutsche Regierung plant, am 21. Februar neue Konjunkturprognosen im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts zu veröffentlichen.

 

Wie entwickeln sich die Zinsen?

Das sind die Zahlen, die alle betreffen: Die EZB hat die Zinsen bei ihrer jüngsten Sitzung unverändert bei 4,5 Prozent belassen. Bereits beim Wirtschaftsforum in Davos signalisierten die Notenbankschefs aus Frankfurt und Washington, dass es in diesem Jahr noch zu möglichen Zinssenkungen kommen kann. Möglicherweise bereits zur Jahreshälfte.