Arbeitslosigkeit im Wochenvergleich gesunken

Volle Auftragsbücher sorgen derzeit für eine niedrige Arbeitslosigkeit. Entgegen dem üblichen Trend, gehen die Arbeitsmarktzahlen auch am Sommerende weiter zurück. Foto: istock / Phynart Studio
Volle Auftragsbücher sorgen derzeit für eine niedrige Arbeitslosigkeit. Entgegen dem üblichen Trend, gehen die Arbeitsmarktzahlen auch am Sommerende weiter zurück. Foto: istock / Phynart Studio

Die Arbeitslosigkeit ist im Wochenvergleich erneut gesunken. Das Arbeitsministerium meldete am Dienstag 302.117 beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldete Personen. Im Vergleich zur Vorwoche sinkt die Arbeitslosigkeit somit inklusive Schulungsteilnahmen deutlich und zwar um 3.734 Personen Konkret befinden sich 242.066 auf Jobsuche, 60.051 befinden sich in Schulungsmaßnahmen des AMS.

 

Gegen den üblichen Spätsommer-Trend

Interessant an den aktuellen Zahlen ist, dass üblicherweise gegen Ende der Sommersaison die Zahl der Arbeitslosen steigt. Diesmal geht der Trend aber in die Gegenrichtung: Mit Monatsbeginn kam es zu vermehrten Neuanstellungen. Auch wenn Arbeitsminister Martin Kocher mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den kommenden Herbst-Wochen rechnet, attestiert er dem österreichischen Arbeitsmarkt eine hohe Robustheit.

„Das Sinken der Arbeitslosigkeit zeigt, dass es auch Anfang September insgesamt wieder zu vielen Arbeitsaufnahmen gekommen ist. Diese Entwicklung ist besonders deshalb erfreulich, weil die Arbeitslosigkeit üblicherweise gegen Ende des Sommers wieder langsam ansteigt. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die Arbeitslosigkeit aufgrund dieser saisonalen Effekte über die nächsten Monate hinweg steigen wird, doch die aktuelle Entwicklung zeugt einmal mehr von der Robustheit des österreichischen Arbeitsmarkts, der sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Bedingungen positiv entwickelt.“

Situation besser als 2021, 2020 und 2019

Der Vorjahresvergleich der Arbeitsmarktzahlen fällt nach wie vor sehr positiv aus. Anfang September 2021, als es vergleichsweise geringe coronabedingte Einschränkungen der Wirtschaft gab, lag die Arbeitslosigkeit inklusive Schulungsteilnehmerinnen und Schulungsteilnehmern um 38.845 Personen über dem aktuellen Niveau. Im selben Zeitraum des Jahres 2020 waren um 110.575 Personen mehr arbeitslos oder in Schulung als heute. Selbst im Vergleichszeitraum des Vorkrisenjahres 2019 lag die Zahl der Arbeitslosigkeit um 25.285 Personen höher als derzeit.

Auch Kurzarbeit rückläufig

Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit belaufen sich diese Woche auf 5.941 Personen. „Somit sind diese Woche um 562 Personen weniger zur Kurzarbeit vorangemeldet als vor einer Woche. Damit bleibt die Zahl der Voranmeldungen zur Kurzarbeit derzeit auf niedrigem Niveau“, so Kocher zur Kurzarbeit.

Wirtschaftsleistung stabil

Der BIP-Indikator der OECD wird wöchentlich veröffentlicht und setzt das aktuelle Wirtschaftsgeschehen in Relation zum Wirtschaftsgeschehen der Vergleichswoche im Vorjahr. „Laut OECD war die Wirtschaftsleistung in der Woche von 21. bis 27. August 2022 um 0,6 % größer als in der entsprechenden Woche des Vorjahres 2021. Damit zeigt sich eine gewisse Stabilisierung, wobei der vergleichsweise niedrige Wert einerseits an den besser werdenden Referenzwerten des Vorjahres, andererseits aber auch an den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und seinen wirtschaftlichen Folgen liegt“, so Kocher abschließend.

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