Freiwilliger Grundwehrdienst für Frauen

Künftig wird es für Frauen möglich sein, beim Bundesheer einen freiwilligen Grundwehrdienst vor der Kaderausbildung abzuleisten. Foto: Bundesheer
Künftig wird es für Frauen möglich sein, beim Bundesheer einen freiwilligen Grundwehrdienst vor der Kaderausbildung abzuleisten. Foto: Bundesheer

Seit nunmehr 25 Jahren rücken Frauen beim Österreichischen Bundesheer ein. In den letzten Jahren hat sich der Frauenanteil beim Österreichischen Bundesheer stetig erhöht, dennoch ist der Anteil an Frauen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nach wie vor niedrig. Daher sollen Frauen nun auf freiwilliger Basis einen Grundwehrdienst ableisten können, bevor sie in die Kaderausbildung übergehen.

 

Gleiche Möglichkeiten und Chancen schaffen

Das Ziel ist, eine weitere Öffnung des österreichischen Bundesheeres für Frauen zu schaffen, heißt es in einer Information des Verteidigungsministeriums.

Jeder und jede soll das Recht haben sein bzw ihr Land zu verteidigen und für alle sollen die gleichen Zugangschancen zum Bundesheer bestehen, um den Job „Soldatin“ und „Soldat“ ausführen zu können. Das heißt für die Frauen: Auch der Zugang zu allen „Mannschafts- und Chargenfunktionen auf freiwilliger Basis“ soll künftig ermöglicht werden.

Bisher konnte die Soldatin nach einer Kadereignungsprüfung nur unmittelbar Zugang zur Offiziers- und Unteroffizierslaufbahn erlangen. Jetzt wird eine Orientierungsphase zum Soldatenberuf ermöglicht, die ident ist mit den Inhalten des Grundwehrdienstes für Männer. Auch ungefähr 40 % der Männer entscheiden sich erst im Grundwehrdienst für eine Kaderlaufbahn beim Heer.

Das Projekt soll mit 1. April 2023 starten, nicht nur anlässlich von 25 Jahre Frauen beim Bundesheer, sondern auch in Hinblick auf den Girl´s Day 2023, der am 27. April stattfinden wird. Mit dem Girl`s Day werden dann erstmals alle interessierten Frauen aktiv auf den freiwilligen „Grundwehrdienst“ beim Heer angesprochen. “Wir wollen Frauen diesen Zugang ermöglichen”, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

 

Was ist neu?

Bisher konnte die Soldatin nur direkt in eine Kaderlaufbahn (Offizier, Unteroffizier) samt eigener Eignungsprüfung einsteigen. Jetzt wird eine Orientierungsphase inhaltlich dem Grundwehrdienst, also GWD gleich, vorgelagert. In diesem Jahr kann die Frau den Soldatenberuf insbesondere in den ersten sechs Monaten kennenlernen und sich gleich dem Mann für alle unterschiedlichen Varianten der Laufbahnen entscheiden. Bisher mussten Frauen zuerst Fitnesstests machen und wurden erst nach Erbringung der Leistungen beim Bundesheer aufgenommen; sogenannte Auswahltestung.

Jetzt können sie ihre Leistungen innerhalb der ersten sechs Monate aufbauen bzw. können sich nach den sechs Monaten entscheiden, ob sie weiterhin beim Bundesheer bleiben wollen. Damit haben sie mental und körperlich mehr Zeit sich vorzubereiten und können sich so ein Bild vom Bundesheer machen.

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