Innenpolitik

Migration & Integration in Zahlen: Jeder Vierte hat Migrationshintergrund

Umfangreiche Fakten und Zahlen liefert das Jahrbuch "Migration und Integration". Bereits jeder Vierte in Österreich hat Migrationshintergrund. Foto: Screenshot Zur-Sache

Das neue Statistische Jahrbuch „Migration & Integration“ von der Statistik Austria und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) liefert umfassende Einblicke in die demografische Entwicklung und die Integrationslandschaft Österreichs. Die Publikation, die aktuelle Zahlen und Fakten zu Bevölkerung, Bildung, Erwerbsbeteiligung, Sozialleistungen sowie Asyl und Zuwanderung zusammenfasst, wurde am Mittwoch von Integrationsministerin Claudia Plakolm der Öffentlichkeit präsentiert (Zur-Sache berichtete). Der umfassende Bericht zeigt ein Land im Wandel und beleuchtet sowohl Fortschritte, weist aber auch auf bestehende Probleme und Herausforderungen hin. 

 

Jeder Vierte mit Migrationshintergrund

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, die vom ÖIF am Mittwoch in einer Aussendung veröffentlicht wurden: 2024 lebten rund 2,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich, was einem Anteil von 27,8 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Dieser Anteil ist in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gestiegen. Die Mehrheit (rund 1,9 Millionen) gehört zur „ersten Generation“, also Personen, die im Ausland geboren und nach Österreich zugewandert sind. Die verbleibenden 634.000 Personen sind in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort.

Die größte Gruppe unter den ausländischen Staatsangehörigen bilden weiterhin Deutsche (239.500), gefolgt von Rumänen, Türken, Serben und Ungarn. Regional betrachtet ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Wien mit 40,9 % am höchsten, während er im Burgenland am niedrigsten ist.

 

Asylanträge gesunken, niedrige Erwerbstätigkeit

Ein positiver Trend zeigt sich bei den Asylanträgen: Mit rund 25.400 Anträgen im Jahr 2024 gab es einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2023 (59.200). Die meisten Anträge stellten Syrer, Afghanen und Türken. Österreich rangiert bei den Asylanträgen in der EU an achter Stelle. Rund 17.000 Personen wurde 2024 Asyl gewährt, wobei Syrer die größte Gruppe bildeten.

Bei der Erwerbsbeteiligung zeigen sich weiterhin Unterschiede: Die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund war 2024 mit 69 % um rund 7 Prozentpunkte geringer als jene der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (76,4 %). Besonders niedrig ist die Erwerbstätigkeit bei Personen aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak (44,1 %), wobei Frauen aus diesen Ländern mit 24,3 % besonders betroffen sind. Auch die Arbeitslosenquote ist bei ausländischen Staatsangehörigen (10,5 %) höher als bei Österreichern (5,7 %). Personen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak weisen mit 31,3 % die höchste Arbeitslosenquote auf.

 

Bedarf an Alphabetisierung und Unterstützung

Das Bildungsniveau ausländischer Staatsangehöriger hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert, mit einem sinkenden Anteil von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss und einem steigenden Anteil von Akademikern. Jedoch weisen zwei Drittel der 2024 anerkannten Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten Alphabetisierungsbedarf auf, fast die Hälfte davon auch in ihrer Herkunftssprache.

 

Anteil nicht-deutscher Erstsprache steigt

Der Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Erstsprache steigt weiter an und liegt im Schuljahr 2023/24 bei 26,4 %. Diese Schüler verlassen das Schulsystem zudem häufiger ohne Pflichtschulabschluss. Im Bereich der Sozialleistungen erhielten 2023 rund 197.000 Personen Sozialhilfe oder Mindestsicherung, wobei Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte einen großen Anteil ausmachten.