Kriminalität im Internet um 29 % gestiegen

Cyber-Kriminalität ist so hoch wie noch nie. Deshalb will das Innenministerium aufrüsten um dagegen anzukämpfen. Foto: BMI / Gerd Pachauer
Cyber-Kriminalität ist so hoch wie noch nie. Deshalb will das Innenministerium aufrüsten um dagegen anzukämpfen. Foto: BMI / Gerd Pachauer

Am Dienstag haben Innenminister Gerhard Karner und Staatssekretär Florian Tursky den Cybercrime Report vorgestellt. Da die Kriminalität im Internet zunimmt, arbeitet das Innenministerium verstärkt daran auch dem entgegenzutreten.

 

Aufklärungsrate von 37 %

Trotz der zunehmenden Fälle von Internet-Kriminalität nimmt auch die Aufklärungsrate in diesem Bereich zu. Konkret wurden im Vorjahr 46.000 Anzeigen eingebracht, was einer Zunahme von 29 % entspricht. die aufklärungsrate stieg um 37 %. Die häufigste Deliktform im Bereich des Cybercrimes ist der Internetbetrug. Er sei laut Innenminister Karner für die Hälfte aller Anzeigen in diesem Bereich verantwortlich.

Die zweite Deliktform, die immer wieder vorkommt, sind Angriffe auf Daten und Computersysteme, wie es zum Beispiel vor wenigen Tagen in Kärnten der Fall war. Hier wird versucht, die Institutionen oder Produktionen lahm zu legen und Lösegeld zu erpressen. „Betroffen sind nicht nur öffentliche Einrichtungen und große Industriebetriebe, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen“, so Karner.

 

4 Maßnahmen um Cyberkriminalität zu bekämpfen

  • Personalmaßnahmen

Bereits im vergangenen Jahr hat die Cybercrime-Einheit seinen neuen Standort bezogen. Weiter soll das Personal für das neue Cybercrime Competence Center auf rund 130 Personen verdoppelt werden. Auch sollen im Zuge der Kriminaldienstreform Cyber-Spezialisten schon als Ansprechpartner in den Bezirken eingesetzt werden.

  • Cybersicherheit

Auf EU-Ebene wurde eine Richtlinie erarbeitet, die Stromnetzbetreiber, Banken Gesundheitsunternehmen und Verkehrsbetreiber dazu verpflichtet, etwaige Angriffe zu melden. Diese Richtlinie wird im Herbst verabschiedet und mit Sommer 2024 in Kraft treten. Das Innenministerium ist den betroffenen Unternehmen der kritischen Infrastruktur als Behörde für Netz- und Informationssicherheit ein starker Partner.

  • Kampf gegen Deep Fakes

Hier gibt es den nationalen Aktionsplan „Deepfake“ der bereits vorgestellt wurde. (Zur-Sache berichtete) Dazu wurde schon im Dezember 2020 eine Arbeitsgruppe unter der Führung des Innenministeriums eingesetzt.

  • Eigenschutz für das BMI

Im Zuge der Organisationsreform im Innenministerium wird die „Direktion Digitale Services“ (DDS) gegründet. Sie soll alle IT-Agenden unter einem Dach bündeln und sich schwerpunktmäßig mit dem Bereich IT-Sicherheit beschäftigen.

 

75 Milliarden Geräte bis 2025

Das Internet ist schon längst nicht mehr das, was es einmal war. Es wird immer mehr zu einem Internet der Dinge (Internet of Things) in dem bis 2025 ungefähr 75 Milliarden Geräte weltweit mit dem Internet verbunden sein werden. „Das geht vom Kühlschrank, der sich merkt, wann die Milch nachzubestellen ist über das Garagentor, welches über das Internet bedient werden kann, bis hin zum intelligenten Rauchmelder. Daher will ich Österreich die digitale Brille aufsetzen, damit sowohl Privatpersonen als auch Unternehmerinnen und Unternehmer in Zukunft die Chancen der Digitalisierung nutzen, aber auch Gefahren des Internets besser einschätzen können. Hier braucht es einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz zu Sensibilisierung. Ich sehe es als meine Aufgabe, dieses Wissen in die Breite zu bekommen“, so der Staatssekretär für Digitalisierung Florian Tursky.

 

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Auch die Art und Weise, wie Kriminelle mittlerweile Währungen benutzen rückt ins Internet ab. Denn vermehrt werden Kryptowährungen verwendet. Dadurch kommt es verstärkt auch zu Fällen von Kriminalität im Cybercurrency Bereich. „Bereits jetzt werden Big Data Analysen mittels Predictive Analytics-Methoden innerhalb des Finanzministeriums angewendet, um Straftaten in diesem Bereich entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen werden nun um die Analyse zu Kryptoassets erweitert. So treffen wir Kriminelle dort wo es sie besonders schmerzt, indem wir ihnen ihr illegal erwirtschaftetes Geld wegnehmen“, erklärt Tursky.