Österreich mit Höchststand an offenen Stellen

Österreichs Arbeitsmarkt im Herbst 2022: Die Arbeitslosigkeit ist niedrig wie zuletzt vor mehr als 10 Jahren und die Zahl der offenen Stellen auf einem historischen Höchststand. Foto: imagoimages / Rolf Poss

Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt kann nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite ist die Arbeitslosigkeit auf einem 10-Jahres Tiefstand und auf der anderen Seite erreicht die Zahl der offenen Stellen einen historischen Höchststand.

Wie die Statistik Austria am Donnerstag bekanntgab, verzeichnet der Arbeitsmarkt beim Stellenangebot einen Höchststand von 206.300 offenen Stellen. Demgegenüber stehen laut Statistik nach EU-Definition 197.900 arbeitslose Personen.

 

„Deutliches Signal des steigenden Fachkräftemangels“

Nach Arbeitsminister Martin Kocher sieht auch der Chef der Statistik Austria noch keine Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf dem heimischen Arbeitsmarkt. (Zur-Sache berichtete)

„Der Aufschwung auf dem heimischen Arbeitsmarkt hält an und wird noch nicht vom Ukraine-Krieg und seinen Folgen für die Weltwirtschaft beeinflusst: Im heurigen 2. Quartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,5 %, die Zahl der Arbeitslosen ging um ein Drittel zurück. Der Arbeitsmarkt steht aber dennoch vor großen Herausforderungen: Mit 206 300 erreichte die Zahl der offenen Stellen im 2. Quartal abermals einen Höchststand und überstieg damit erstmals die Zahl der Arbeitssuchenden, die bei 197.900 Arbeitssuchenden lag. Das ist ein deutliches Signal des steigenden Fach- und Arbeitskräftemangels“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

 

Rund 192.000 mehr erwerbstätig als im Vorjahresquartal

Im 2. Quartal 2022 waren durchschnittlich 4.438.900 Personen ab 15 Jahren erwerbstätig und damit um 191 800 bzw. 4,5 % mehr als im 2. Quartal 2021. Deutliche Zuwächse waren in den Branchen Beherbergung und Gastronomie (+24,4 %), Information und Kommunikation (+22,3 %) sowie in der Baubranche (+15,8 %) zu verzeichnen, teilte die Statistik Austria in einer Medieninformation mit.

 

Ein Drittel weniger Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit (nach neuer ILO-Definition) sank von 296.400 Personen im 2. Quartal 2021 auf 197.900 Personen im 2. Quartal 2022. Das entspricht einem Rückgang von 33,2 % bzw. 98 500 Personen. Die nicht saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug im 2. Quartal 2022 insgesamt 4,3 %.

 

mehr zum Thema

Der Ausbau der Erneuerbaren liegt weit über den Zielwert. Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Erneuerbaren-Ausbau ein Viertel über dem Zielpfad – Regierung will jetzt Speicher stärken

Der Vorschlag der SPÖ zum Spitzensteuersatz stößt auf breite Ablehnung. Foto: Sarah Hierhacker

SPÖ-Steuervorschlag breit abgelehnt: „Auf dem Holzweg”, “falsch”, “fatal”

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner soll neue Chefin der ÖVP-Frauen werden. Sie wurde vom Bundesvorstand einstimmig nominiert. Foto: HBF / Carina Karlovits

Einstimmig nominiert: Tanner soll neue Chefin der ÖVP Frauen werden

Ein Forschungsbericht des Österreichischen Integrationsfonds zeigt, dass Jugendliche der ersten Migrationsgeneration dreimal so häufig ohne Beschäftigung, Ausbildung oder Schulung sind. Foto: Screenshot Integrationsfonds.at/Zur-Sache

Jeder Vierte migrantische Jugendliche ohne Job oder Ausbildung