Vergiftungen: Diese Folgen haben Kickls gefährliche Vorschläge

Bei Erkrankungen sollen Ärztinnen oder Ärzte konsultiert werden. Fotos: iStock.com/ Liudmila Chernetska; iStock.com/ kemalbas
Bei Erkrankungen sollen Ärztinnen oder Ärzte konsultiert werden. Fotos: iStock.com/ Liudmila Chernetska; iStock.com/ kemalbas

Herbert Kickl, FPÖ-Parteichef, rät der Bevölkerung von der zugelassenen, millionenfach verabreichten und getesteten Corona-Impfung ab. Stattdessen empfiehlt Kickl andere „Mittel“ wie etwa Bitterstoffe oder ein Entwurmungsmittel für Pferd. Wie gefährlich diese auf den ersten Blick „lustigen“ Ideen sind, wird nun in Oberösterreich sichtbar: So kam es sogar zu Vergiftungen bei Menschen durch das von Herbert Kickl empfohlene Entwurmungsmittel „Ivomectin“.

 

Bundesamt warnte vor Kickl-Vorschlag

Herbert Kickl propagiert das Mittel „Ivermectin“ gegen eine Corona-Erkrankung. Nach der Bekanntgabe von Kickls Vorschlag wurde rasch bekannt, dass „Ivermectin“ gegen Krätzmilben und Wurmbefall, besonders bei Pferden, zum Einsatz kommt.

Das Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitswesen (BASG) warnte daher rasch vor dem Einsatz des Medikaments bei einer Covid-Erkrankung. Das BASG erklärte dazu, dass Ivermectin nicht als Medikament gegen die Corona-Erkrankung zugelassen ist.

Zudem ist die von Kickl vorgeschlagene Einnahme einer höheren Dosis des Mittels, sogar mit „massiven Nebenwirkungen“ verbunden.

 

Herbert Kickl empfahl die Einnahme von Wurm-Mitteln gegen Corona. - Foto: Florian Schrötter

Herbert Kickl empfahl die Einnahme von Wurm-Mitteln gegen Corona. – Foto: Florian Schrötter

Kickl argumentierte mit Fake-Studie

Herbert Kickl ließ sich vom Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitswesen aber nicht von seinem Pferde-Entwurmungsmittel-Vorschlag abbringen. Dabei berief sich Kickl auf eine angebliche „Studie“ aus dem Libanon, die seine These stützen sollte.

Kickls vermeintliche Begründung hat aber einen Haken: Die Studie über die Wirkung des Pferdeentwurmungsmittels gegen Covid war gefälscht. Die Fälschung der Studie, auf die sich Kickls Argumentation berief, gaben die Autoren aus dem Libanon dann auch zu und zogen die Studie zurück.

Konkret gaben die Autoren der Fake-Studie zu, dass die „Studie“ nur aus Daten von elf Personen bestand, die dann wiederum neun Mal kopiert wurden. Das ist bezeichnend: Kickl empfahl also ein Medikament, das sich auf eine Studie mit elf Personen bezog, die Corona-Impfung, die aber wissenschaftlich ausreichend getestet wurde, kritisiert Kickl.

 

Invermectin lediglich „Placebo“ gegen Corona

Die Universtität Würzburg sah sich das Medikament Invermectin ebenfalls genauer an und stellte fest, dass es „keine Hinweise darauf gebe, dass Invermectin den Zustand von Erkrankten verbessert oder die Zahl der Todesfälle reduziert“. Daher war die Bilanz des Uni Würzburg, dass es sich bei dem Medikament im Zusammenhang mit der Einnahme gegen Covid um ein „Scheinmedikament“, also ein Placebo handle. Die Einnahme einer zu hohen Dosis würde der betroffenen Person aber schaden.

 

Erste Vergiftungen durch Wurmmittel

Welch verheerende Auswirkungen Kickls Empfehlung des Pferde-Wurmmittels wirklich haben, zeigt sich gerade in Oberösterreich: Dort mussten Personen aufgrund einer Vergiftung durch die Einnahme des Wurmmittels medizinisch behandelt werden.

Da das Entwurmungsmittel vor allem beim Wurmbefall von Pferden verwendet wird, nehmen Menschen das Mittel häufig in falscher Dosierung zu sich. Das wiederum führt zu Vergiftungsfällen.

Zudem berichten auch einige Apotheken aus Oberösterreich, dass das Wurmmittel nach Kickls Sager komplett aufgekauft wurde. Mittlerweile warnt sogar der Hersteller des Medikaments vor der Einnahme bei einer Covid-19 Erkrankung.