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Die Doppelmoral der Selbsterhöhten

Foto: iStock/zakokor

Immer wieder echauffieren sich – vor allem linke – Nutzer auf Twitter über angebliche Ungerechtigkeiten von bürgerlichen Politikern. Nicht selten wird diesen Politikern in der Twitter-Bubble dann auch einmal fehlende Moral vorgeworfen. Ein genauerer Blick auf die aktuellen Diskussionen offenbart die Doppelbödigkeit der moralisch Selbsterhöhten. So werden etwa erfolgreiche bürgerliche Politiker mit niveauloser Häme überzogen und deren Familien angegriffen. Zudem wird eine junge Politikerin gar in Sippenhaft genommen und von der linken Twitteria sowie dem Blog des Ex-Grünen Peter Pilz auf ihre Herkunft reduziert. All diese Vorgänge beweisen, mit welcher Doppelmoral teilweise auf Sozialen Netzwerken wie Twitter agiert wird.

 

Sippenhaft

Das aktuellste Beispiel, das die Doppelmoral der linken Twitter-Nutzer aufzeigt, ist die Diskussion um die Bestellung der neuen Generalsekretärin der Jungen ÖVP, Sabine Hanger.

So gibt etwa Nikolaus Kern, Sohn des SPÖ-Kurzzeit-Kanzlers Christian Kern, auf seinem Twitter-Profil an, dass sich „Sippenhaft seit dem antiken Rom nicht mehr ziemt“. Damit hat er ganz prinzipiell Recht. Niemand sollte auf seine Familie und seine Herkunft reduziert werden, sondern stets nur an seinen eigenen Taten gemessen werden.

Kern Jr. und Sr. haben sich dagegen verwahrt, dass ihre politischen Meinungsäußerungen in einen familiären Kontext gestellt werden.

Die Doppelbödigkeit von Nikolaus Kern folgt aber sogleich: Nikolaus Kern „gefällt“ der Beitrag des Online-Blogs „ZackZack“ des Ex-Grünen Peter Pilz, in dem die Bestellung der neuen JVP-Generalsekretärin Sabine Hanger mit dem Aufmacher „Hanger-Tochter wird befördert“ getitelt wird.

 

Screenshot: Twitter

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Screenshot: Twitter

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Auch wenn Kern in einem folgenden Kommentar auch die Bestellung Hangers an sich weiter kritisiert, ist sein „Gefällt mir“ als klare Zustimmung für den ZackZack Artikel und die damit verbundene Reduzierung Hangers auf ihre Herkunft zu werten.

Das beweist beispielhaft, wie schnell die eigenen Grundsätze und moralischen Ansprüche über Bord geworfen werden können, wenn es gegen die „Richtigen“ geht.

 

Erfolg wird mit Häme bestraft

Auf ein weiteres Bespiel macht Lukas Mandl, Abgeordneter zum Europäischen Parlament, auf Twitter deutlich aufmerksam. So sieht sich etwa  Bundeskanzler Sebastian Kurz auf dem Social-Media-Portal immer wieder mit Häme – auch gegen seine Familie – konfrontiert. Dabei geht es oft nicht um eine konstruktive politische Auseinandersetzung, sondern vielmehr um Angriffe, die gegenüber anderen stets mit der moralischen Keule geführt werden.

 

Screenshot: Twitter

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Warum es wirklich geht

Diese zwei aktuellen Gegebenheiten auf Twitter stehen beispielhaft für die Doppelbödigkeit zahlreicher Twitter-Nutzer: Moral-Aufschreie werden auf der einen Seite, wenn es gegen konservative Politiker geht, von linken Twitter-Nutzern gut und gerne genutzt. Wenn es aber gegen die „eigenen“ Leute geht, scheinen Moral und Anstand als Kategorien gelegentlich zu fehlen. Das zeigt, dass manchen Twitter-Aktivisten gelegentlich scheinbar alle Mittel und Wege Recht sind, um ihren Frust gegenüber erfolgreichen Politikern auszulassen.

Foto: iStock/zakokor
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