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100 Wiener Schulen verlieren Lehrer – „Bildungspartei“ NEOS: „Manchmal muss es kurzfristig wehtun“

Rathaus in Wien: Das Machtzentrum der SPÖ will Brücke zur ÖVP erhalten. Foto: iStock.com/ millionhope

Die jüngste Entscheidung der Wiener Stadtregierung ergibt, dass 100 Wiener Schulen ab dem Herbst Lehrer verlieren werden. Diese Entscheidung tragen die NEOS mit, obwohl sie in ihrem Wahlprogramm versprachen, das Bildungssystem in Wien zu verbessern. Die VP-Wien findet klar kritische Worte in Richtung der NEOS.

 

„Es kann nicht sein, dass die rot-pinke Stadtregierung bei der Bildung unserer Kinder spart.“

Die Stadträtin und Landesgeschäftsführerin der Neuen Volkspartei Wien, Bernadette Arnoldner kritisiert die SPÖ-NEOS Stadtregierung scharf: „Es kann nicht sein, dass die rot-pinke Stadtregierung bei der Bildung unserer Kinder spart. Trotz aller Ankündigungen setzt man jetzt bei unseren städtischen Schulen den Sparstift an. Wir werden alles dagegen tun, dass die Stadt auf der einen Seite Millionen Euro für Projekte hat, die für die Wienerinnen und Wiener entbehrlich sind und zeitgleich Kürzungen auf dem Rücken von Kindern und Pädagogen durchsetzt.“

In ihrem Programm zur Wiener Gemeinderatswahl 2020 hatten die NEOS noch bemängelt, dass ungelöste Probleme an den Schulen dazu führen, dass „viele Eltern den öffentlichen Pflichtschulen nicht mehr vertrauen“. Nun werden unter Mitverantwortung der NEOS rund 100 der 500 Wiener Pflichtschulen weniger Ressourcen erhalten, wie die Kronen Zeitung berichtet.

 

„Für Lehrer eine Katastrophe“

„Auch für unsere Lehrerinnen und Lehrer ist diese Kürzung eine Katastrophe. Unsere Lehrer leisten jeden Tag aufs Neue Großartiges. In Zeiten, in denen Schulen über Monate geschlossen werden mussten, braucht es mehr Bildungschancen, mehr Unterstützung für unsere Lehrer und ein besseres Angebot für unsere Kinder. Was es nicht braucht, ist der unverhältnismäßige Sparzwang der rot-pinken Stadtregierung“, so Arnoldner gegenüber Zur-Sache weiter.

 

Auch Klassen mit Integrationsschwerpunkt gestrichen

Laut einem Bericht der Kronen-Zeitung wurden an einzelnen Schulen Klassen mit Integrationsschwerpunkt geschlossen. Dazu hieß es von den NEOS in ihrem Wahlprogramm noch: „Pädagog_innen sind dort, wo Deutsch für viele Kinder nicht die Muttersprache ist, mit großen Herausforderungen konfrontiert.“ Ob es diesen Herausforderungen gerecht wird, Mittel zu streichen ließen die NEOS jedenfalls offen, stellt die ÖVP fest.

Den NEOS sind die Probleme um Pflichtschulen in Wien vor der Wahl bewusst gewesen, argumentiert Arnoldner. Dennoch stimmen sie als Regierungspartei zu, dass Pflichtschulen weniger Ressourcen erhalten werden. Das ist nicht die erste Entscheidung der NEOS in Wien, die angesichts ihres ehemaligen Auftretens als Oppositionspartei für Verwunderung sorgt. Auch offensichtlicher Postenschacher der SPÖ wird auf einmal mitgetragen.

Der Wiener-NEOS-Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr hingegen kommentierte gegenüber der Krone die Entscheidung, Mittel für Pflichtschulen zu streichen, folgendermaßen: „Manchmal muss es kurzfristig wehtun, um nachhaltige Verbesserungen zu schaffen“

 

Rathaus in Wien: Das Machtzentrum der SPÖ will Brücke zur ÖVP erhalten. Foto: iStock.com/ millionhope
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