Europa- & Aussenpolitik

Karner gegen Verteilungsquote: Österreich am zweitmeisten belastet

In Österreich wurden bereits 35.000 Menschen aus der Ukraine registriert. Screenshot: newsroom.consilium.europa.eu

Vor dem Sondertreffen der EU-Innenminister zum Krieg in der Ukraine und zu der davon ausgelösten Flüchtlingswelle, sprach sich Innenminister Gerhard Karner gegen eine Verteilungsquote in der EU aus.

 

Für Aufnahme, gegen Quoten

Nahezu vier Millionen Menschen haben die Ukraine bereits verlassen, weitere Vertreibungen werden folgen. Die EU-Staaten sind einig, Vertriebene aufzunehmen: „Es ist eine ganz besondere Herausforderung bei diesem furchtbaren Krieg Putins gegen die Ukraine. Hier bedarf es die Unterstützung aller Länder“, so Karner in Brüssel.

Das tue auch Österreich, betonte der Innenminister. Österreich habe bereits erste Evakuierungsflüge aus der Republik Moldau vorgenommen. „Und wir haben auch dem polnischen Innenminister unsere Unterstützung angeboten, konkret Flüchtlinge zu übernehmen und Vertriebene aufzunehmen.“

Für Karner sei wichtig, dass es in der EU von allen Mitgliedstaaten klare Zusagen zur Bewältigung der Flüchtlingsströme brauche. „Die gibt es auch. Aber wir halten nichts von Quoten.“

Österreich sei laut der zuständigen EU-Kommissarin das am zweitmeisten belastete Land. Wie weiter? “Es geht letztendlich darum, dass wir gemeinsam die Kraftanstrengung unternehmen, um diesen vertriebenen Menschen zu helfen”, sagte Karner.

 

Bereits 35.000 Menschen registriert

Zur aktuellen Lage in Österreich berichtete der Innenminister seinen europäischen Ressortkollegen, dass in Österreich rund 35.000 Menschen innerhalb von zwei Wochen registriert wurden. „Dieses System wurde rasch umgesetzt. Derzeit werden bereits die ersten Ausweise verschickt“, erklärt Karner. Mittelfristig sei es allerdings notwendig, ein gemeinsames europäisches System der Registrierung und der Dokumente einzurichten.

 

 

 

 

 

 

In Österreich wurden bereits 35.000 Menschen aus der Ukraine registriert. Screenshot: newsroom.consilium.europa.eu
Gerhard Karner: neuerliches Treffen der EU-Innenminister. Foto: EU-Rat im März, Credit: newsroom.consilium.europa.eu
Kanzler Friedrich Merz lädt Amtskollegen wie Christian Stocker (Bild: vorjähriges Treffen) zu Gesprächen über einen sparsameren EU-Haushalt nach Berlin. Foto: Florian Schrötter

Kanzler: Mehr EU-Beamte “ist absurd”

Europas Jugend diskutiert Europas Zukunft beim European Forum Alpbach. Demnächst kommen Bundespräsidenten, Landeshauptleute und Minister zu den Gesprächen nach Tirol. Fotos: EFA, Elisabeth Mandl

700 Jugendliche beraten ihre und Europas Zukunft

Innenminister Gerhard Karner treibt die Einrichtung von Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb Europas voran. Foto: BMI/Makowecz

Mit Abschiebezentren soll Europa wieder „Herr im eigenen Haus” werden

Betonten die gemeinsame Zusammenarbeit. Kanzler Christian Stocker traf am Montag in Ankara Recep Erdoğan. Foto: BKA/Christopher Dunker

Stocker in Ankara: „Die europäischen Fehler von 2015 dürfen sich nicht wiederholen”

In Ankara, Hauptstadt der Türkei, trifft am Montag Bundeskanzler Christian Stocker auf Präsident Recep Erdogan. Foto: iStock/komyvgory

1,2 Milliarden zusätzliches Exportpotenzial: Stocker mit Wirtschaftsdelegation in der Türkei

Frontex (im Bild bei einer Übung vor Malta), zuständig für Grenzschutz, könnte bei einem Ansturm wie auf Ceuta eingesetzt werden. Foto: Frontex

Schärferes Grenzregime als eine Konsequenz aus Ceuta