News
Causa Taschner: Zensur der Uni Wien ein Fall für das Parlament
Die Universität Wien hat sich blamiert, denn sie verweigert dem renommierten Wissenschaftler und Gelehrten Rudolf Taschner die Erneuerung des Doktorats. Der Fall erreicht das Parlament: wegen ideologischer Zensur wurden Anfragen gestellt, Leitartikler kritisieren die Uni Wien. Heute, Donnerstag wird die zuständige Wissenschaftsministerin im Nationalrat in der Fragestunde um Auskunft gebeten.
Wissenschafter für Taschner, doch Uni-Senat sagt Nein
Der Senat der Universität Wien hat den Wissenschaftler Taschner düpiert und sich blamiert. Darin sind sich zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Publizistik einig. Der Vorgang hat diese Woche parlamentarische Nachspiele.

Bedauerliche Entscheidung des Senats: Rudolf Taschner im Gespräch mit KURIER-Herausgeberin Martina Salomon. Foto: Jürg Christandl
Wie kam es dazu? Die Fakultät für Mathematik der Universität Wien sprach sich dafür aus, ao. Univ.-Prof. i.R. Dr. phil. Rudolf Taschner das Doktorat aus Anlass der 50. Wiederkehr der Verleihung – ehrenhalber – zu erneuern. Ein Goldenes Doktorat zu verleihen, sozusagen.
Nach der Fakultät sprach sich das übergeordnete Rektorat ebenfalls dafür aus.
Uni-Senat hebelt Fakultät und Rektor aus
Dann kam der Eklat: Der Senat als höchstrangiges Organ der Universität hat den Antrag auf Erneuerung des Doktorats von Rudolf Taschner abgelehnt. Begründet wurde dies nicht mit Taschners – allgemein anerkannten – Leistungen als Wissenschaftler sondern mit „seinen Äußerungen“, „insbesondere zu Klimawandel, Vergaberichtlinien, zu Gender und zu Postcolonial Studies“.
Im Klartext: Die auf Freiheit der Meinungsäußerung und auf freier Rede als Abgeordneter zum Nationalrat beruhenden kritischen Aussagen von Taschner wurden vom Senat der Universität Wien ablehnend bewertet. Und stehen, nach Ansicht des Senats, seiner Ehrung als Wissenschaftler entgegen.

Rudolf Taschner: Mehrfach ausgezeichnet als Wissenschafter und als Vermittler (mit Martina Salomon). Foto: Jürg Christandl
Freiheit der politischen Rede
Rudolf Taschner blieb gelassen und meinte dazu im KURIER-Interview: „Ich fand die Entscheidung bedauerlich. Andererseits wurde damit eine wichtige Diskussion angestoßen. Ich halte es für völlig absurd, dass eine politische Rede im Nationalrat den Ruf als Wissenschaftler beschädigen kann.“
Doch die Entscheidung der Uni Wien gilt manchen Persönlichkeiten in Politik und Publizistik als ein Fall von Zensur, ein Fall von Cancel Culture. Proteste folgten umgehend.
Gesinnung bedeutsamer als Freiheit der Wissenschaft?
Das deutsche liberal-konservative Meinungsmagazin „Tichys Einblicke“ schrieb: „Die Universität Wien streicht Rudolf Taschner die Ehrung, weil er Gender Studies, Klimadebatte und Förderpraxis kritisiert. Aus Wissenschaftsfreiheit wird Gesinnungstest, aus Leistung ein politisches Gnadenrecht.“
Universität als „Gesinnungswächter“
Der Herausgeber der Kleinen Zeitung kritisierte die Universität und schrieb zu Rudolf Taschner: „Er verstieß gegen das Gebot des Wohlverhaltens, einer Norm aus der viktorianischen Erziehungswelt, die schon dem Salzburger Festspielchef zum Verhängnis wurde.“ Die Universität Wien „erhebt sich zum Gesinnungswächter, und das nur, weil der Abgewiesene einen unverzeihlichen, unsühnbaren Fehler beging: Rudolf Taschner steht auf der falschen Seite.“
Freiheit? Schön wär’s!
Ähnlich äußerte sich eine Publizistin in der Tageszeitung Die Presse: „Wissenschaftsfreiheit! Heißt so viel wie: Keinerlei (ideologisierte) Einschränkungen von Forschung, Lehre und Denken. Schön wär’s. Dann würde Rudolf Taschner morgen das Goldene Doktordiplom in Empfang nehmen können.“

„Der Marchetti“ auf Instagramm: ÖVP-General kritisiert „ideologische Zensur an Uni Wien“.
ÖVP-General spricht von „ideologischer Zensur“
Den Fall griff auch ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti umgehend auf.
In einer schriftlichen parlamentarischen Anfrage an Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner spricht Marchetti von „ideologischer Zensur im Wissenschaftsbetrieb“, die „das freie Mandat von Abgeordneten gefährdet“. Und Marchetti stellt an die Wissenschaftsministerin exakt 17 Fragen, die noch in diesen Wochen zu beantworten sind.
Umfassende Auskunft zur Sache angefordert
Der Abgeordnete und ÖVP-General nutzt zudem das Auskunftsbegehren nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Da „offenkundig die Meinungsfreiheit eines frei gewählten Abgeordneten eingeschränkt werden soll“ verlangt Marchetti vom Rektor der Universität Wien umfassende Auskunft zu allen Dokumenten, zum Schriftverkehr, Gutachten und Aufzeichnungen in dieser Angelegenheit.
Wissenschaftsministerin in der Fragestunde
Wie es um die Sache steht, wird sich – zumindest in Ansätzen – bereits am zweiten Plenartag dieser Woche im Nationalrat zeigen: In der Fragestunde steht Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner am heutigen Donnerstag den Parlamentariern Rede und Antwort. Unter den Abgeordneten ist Rudolf Taschner, der auch auf Zur-Sache.at pointierte Beiträge publizierte etwa zu Bildung.

Pointierte und kritische Rückfragen an den Fortschritt: Rudolf Taschner. Foto: Parlamentsdirektion / Arman Rastegar
Taschner: „Konservatives Denken ist wichtig“
Der Wissenschaftler, Autor und ÖVP-Abgeordnete Rudolf Taschner bleibt indes seiner Linie treu: Konservatives Denken ist wichtig, sagt Taschner, und spricht mit der Herausgeberin des KURIER, Martina Salomon, im Interview und im Salon Salomon über die Ablehnung seines goldenen Doktordiploms, das Ende der „links-grünen Hegemonie“ und seine Kindheit als Waise im Internat.





