News

Hattmannsdorfer legt Plan zur Verlängerung der strategischen Gasreserve vor

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer will die strategische Gasreserve bis 2029 verlängern. Im Bild der Gasspeicher Haidach. Foto: RAG / steve.haider.com

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat am Karfreitag einen Plan zur Verlängerung der strategischen Gasreserve Österreichs vorgelegt. Die Reserve ist derzeit bis April 2027 vorgesehen, ein Entwurf zur Verlängerung bis April 2029 befindet sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in der koalitionsinternen Koordinierung.

 

Hattmannsdorfer: Reserve ist „staatliche Verantwortung“

„Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten gilt: auf dem Rücken der Versorgungssicherheit darf nicht gespart werden. Eine derartige Reserve sehe ich als staatliche Verantwortung“, erklärt Hattmannsdorfer in einer Aussendung.

 

Österreich gut abgesichert

Österreich verfügt mit 20 Terawattstunden über eine strategische Gasreserve, die rund 25 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs abdeckt. Damit zählt das Land laut Ministerium zur europäischen Spitzengruppe – vergleichbare Absicherungsniveaus erreichten gemessen am Jahresverbrauch nur wenige Staaten wie etwa Lettland. Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher liegt nach dem Winter bei 35,5 Prozent.

Hattmannsdorfers Plan sieht zwei konkrete Schritte vor: zunächst die formale Verlängerung der bestehenden Reserve um zwei Jahre, wofür ein Beschluss im Hauptausschuss des Nationalrats erforderlich ist, sowie frühzeitige und langfristige Kapazitätsbuchungen zur Kostensenkung. „Jede Verzögerung kostet Geld“, drängt der Minister. „Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen.“

 

„Energiepolitik ist Sicherheitspolitik“

Der Wirtschaftsminister stellt die strategische Reserve in einen breiteren sicherheitspolitischen Rahmen. Neben der Reserve bestünden auch verpflichtend zu erfüllende Gasversorgungsstände zur Belieferung sogenannter geschützter Kunden wie Haushalte. „Energiepolitik ist längst Sicherheitspolitik. Wer Versorgungssicherheit will, braucht belastbare Instrumente – Speicher und strategische Reserven ebenso wie klare gesetzliche Rahmenbedingungen“, so der Minister.

 

Ziel: EU-weite Abstimmung

Dass das österreichische Modell auch international Beachtung findet, unterstrich Hattmannsdorfer mit dem Verweis auf Deutschland, das derzeit den Aufbau einer eigenen strategischen Gasreserve nach österreichischem Vorbild prüft. Auch die Europäische Kommission habe die Mitgliedstaaten zuletzt ausdrücklich aufgerufen, die Speicher rechtzeitig für den kommenden Winter zu befüllen.

Auf EU-Ebene mahnte der Wirtschaftsminister eine koordinierte Vorgehensweise ein: „Deshalb braucht es auch eine abgestimmte Vorgehensweise auf EU-Ebene, um Preise zu stabilisieren und um zu verhindern, dass sich Mitgliedstaaten gegenseitig Gas oder Speicherkapazitäten abwerben.“

Seit 2022 habe sich die österreichische Gasversorgung grundlegend gewandelt. Das Land beziehe sein Gas heute breit diversifiziert, insbesondere durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe aus den USA und dem Vereinigten Königreich.

 

Lesetipp: Spritpreisbremse greift ab 2. April