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„Jeder zwölfte Job“ – Hattmannsdorfer sieht Automobilindustrie in Gefahr

Damit der Automobil-Standort in Österreich nicht gefährdet wird und tausende Arbeitsplätze vernichtet werden, fordert Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer von der EU Technologieoffenheit. Foto: istock/Filip_Krstic

Wirtschaftsminister fordert in den EU-Verhandlungen Technologieoffenheit statt Verbote – Standort Steyr im Fokus

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer fordert in den laufenden Verhandlungen zum europäischen Automotive-Paket eine klare österreichische Linie und warnt vor einem starren Verbrenner-Aus. Das geplante Aus sei für Österreich „eine zentrale Standort- und Beschäftigungsfrage“, so der Minister: Jeder zwölfte Arbeitsplatz hänge direkt oder indirekt an der Automobil- und Zulieferindustrie.

 

400.000 Arbeitsplätze betroffen

Insgesamt sichere die Branche rund 400.000 Arbeitsplätze, erreiche eine Exportquote von 87 Prozent und erwirtschafte einen jährlichen Produktionswert von mehr als 260 Milliarden Euro. „Wenn jeder zwölfte Arbeitsplatz in unserem Land an der Automobilwirtschaft hängt, dürfen wir diese Industrie nicht durch starre Verbote schwächen“, betont Hattmannsdorfer. Die Klimaziele stehen für den Minister außer Streit, „aber Europa darf nicht per Verordnung festlegen, welche Technologie gewinnt“. Österreich müsse sich „klar für echte Technologieoffenheit einsetzen, damit Innovation, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa bleiben“.

 

Standort Steyr im Fokus

Als industrielles Herz der heimischen Automobilwirtschaft nennt der Minister Oberösterreich. Allein am Standort Steyr arbeiten rund 4.000 Menschen bei BMW. Gemeinsam mit den Zulieferbetrieben hängen an diesem Standort rund 20.000 Arbeitsplätze. Die Entscheidungen auf europäischer Ebene würden damit unmittelbar tausende Familien sowie die Zukunft eines der wichtigsten Industriestandorte Österreichs treffen.

 

Studie zeigt klares Szenario

Untermauert sieht Hattmannsdorfer seine Position durch eine jüngst präsentierte Fraunhofer-Studie, die vor erheblichen Wertschöpfungs- und Beschäftigungsverlusten warnt – vor allem für Österreich -, sollte Europa den Weg zur Klimaneutralität ausschließlich über ein weitgehendes Verbot des Verbrennungsmotors verfolgen.

 

Hattmannsdorfer mit vier Forderungen

Seine Forderungen für die europäischen Verhandlungen fasst der Minister in vier Punkten zusammen: echte Technologieoffenheit, Schutz vor unfairer internationaler Konkurrenz, mehr „Made in Europe“ sowie eine starke europäische Technologie- und Innovationsbasis. Ziel müsse ein Transformationspfad sein, „der Emissionen reduziert, zugleich aber Investitionen ermöglicht und industrielle Wertschöpfung in Europa hält“.

Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb sagt Hattmannsdorfer: „Während China seine Industrie mit Milliarden unterstützt und die USA ihre Produktion absichern, darf Europa nicht den eigenen Unternehmen die Hände binden.“ Österreich müsse in Brüssel „eine starke Stimme für seine Betriebe und Beschäftigten sein“

 

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