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Vom E-Auto bis zum Artenschutz: Hattmannsdorfer modernisiert 14 Lehrberufe
Mit einem Lehrberufspaket modernisiert das Wirtschaftsministerium insgesamt 14 Lehrberufe. Ziel ist es, die Ausbildungen an technologische Entwicklungen, die Anforderungen der Industrie und die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzupassen sowie bewährte Ausbildungsversuche dauerhaft in die Regelausbildung zu übernehmen.
„Die Lehre ist ein Erfolgsmodell und das Rückgrat unserer Fachkräfteausbildung“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung am Mittwoch. Wer junge Menschen auf die Berufe der Zukunft vorbereiten wolle, müsse „auch die Ausbildung konsequent weiterentwickeln“. Mit dem Paket setze man die Industriestrategie Schritt für Schritt um – „von Elektromobilität und moderner Energietechnik bis hin zur Weiterentwicklung der Tierpflege“. Damit schaffe man „attraktive Ausbildungswege für junge Menschen“ und sichere den Betrieben „die Fachkräfte von morgen“.
Sechs Lehrberufe grundlegend modernisiert
Bei der Fahrzeugtechnik werden die bisherigen Lehrberufe Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik zusammengeführt, mit starkem Fokus auf Elektromobilität und Fahrerassistenzsysteme. Die Installations- und Energietechnik wird als „zentraler Lehrberuf der Energiewende“ neu gestaltet, mit Modulen für Wasser und Wärme, Lüftung sowie Klima- und Automatisierungstechnik. Die Glasbautechnik erhält neue Inhalte zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie eine neue Modulstruktur. Bei Glasformung und Glasveredelung werden mehrere kleine Lehrberufe zusammengeführt, um das Handwerk langfristig zu sichern. Modernisiert wird auch die Präparation zur Sicherung der Fachkräfteausbildung für Museen und wissenschaftliche Einrichtungen sowie die Tierpflege mit stärkerem Fokus auf Artenschutz.
Acht weitere Lehrberufe werden aktualisiert: Die Ausbildungsversuche „Assistent/-in in der Sicherheitsverwaltung“, „Eventkaufmann/-frau“ und „Industriekaufmann/-frau“ werden nach positiver Evaluierung in die Regelausbildung übernommen, die Backtechnologie wird mit neuer Prüfungsordnung zum Regellehrberuf. Beim Bahnreise- und Mobilitätsservice wird der Ausbildungsversuch um zwei Jahre verlängert, ebenso jener für Tiefbauspezialisten im Bereich Tunnelbau. Bei Friseuren und in der Konditorei wird die Lehrabschlussprüfung modernisiert bzw. aktualisiert.
Die neuen Ausbildungsordnungen treten überwiegend mit 1. Juli 2026 in Kraft. Für Fahrzeugtechnik, Glasbautechnik sowie Installations- und Energietechnik erfolgt das Inkrafttreten erst mit 1. Jänner 2027, um den Schulen ausreichend Zeit für die Umsetzung zu geben.
Tierpflege als Best-Practice-Beispiel
Wie die Modernisierung in der Praxis aussieht, zeigt der Tiergarten Schönbrunn, der aktuell 14 Lehrlinge ausbildet. Die neue Ausbildungsordnung für Tierpflege ist klar nach den drei Kompetenzbereichen „Grundlagen der Tierpflege“, „Umgang mit Tieren“ und „Spezielle Tätigkeitsbereiche der Tierpflege“ strukturiert. Mehr Gewicht erhalten technische und umweltschutzbezogene Entwicklungen, darunter der Schutz gefährdeter Arten sowie moderne Bildungsprogramme.
„Der Lehrberuf Tierpflege zeigt beispielhaft, wie modern und vielfältig die Lehre heute ist“, so Hattmannsdorfer bei einem Besuch im Tiergarten. Es gehe „längst nicht nur um die Versorgung von Tieren, sondern auch um Artenschutz, den Schutz gefährdeter Arten, Forschung und professionelle Wissensvermittlung“.
Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck bezeichnete die Tierpflege als „hochqualifizierten und anspruchsvollen Beruf“. Die Lehrlinge lernten nicht nur, Tiere professionell zu versorgen, sondern übernähmen auch Verantwortung „in den Bereichen Zucht, Forschung, Artenschutz und Wissensvermittlung“. Die neue Ausbildungsordnung bilde diese Vielfalt gut ab und schaffe „eine moderne Grundlage, um junge Menschen bestmöglich auf ihre zukünftige Arbeit vorzubereiten“.
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