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Linke Cancel Culture unter Kritik
Eine äußerst fundierte Abrechnung mit der Cancel Culture der Linken haben die Historiker Franz Schausberger und Hannes Schönner vorgelegt. Ihre pointierte Kritik gilt inzwischen auch den Rechten.
Von Political Correctness zu Cancel Culture
Begonnen hat es mit politischer Korrektheit, dann kam die Cancel Culture, also der Ausschluss von Personen oder Positionen aus dem öffentlichen Raum. Das gefährdet Demokratie, Freiheit und Toleranz, sagt Franz Schausberger bei der Präsentation des Bandes diese Woche in der Buchhandlung Tyrolia in Wien.
Wie Schausberger sah dabei auch der Historiker Lothar Höbelt Freiheit der Wissenschaft gefährdet, werden doch einzelne Personen von Vorträgen oder beruflicher Tätigkeit an Universitäten ausgeschlossen. Die Begründung liegt oft im Oberflächlichen, Formalen oder – ungeprüft – Moralischen.
Das wesentliche am Problem, laut Schausberger: Die Cancel Culture wird von nicht legitimierten Gruppen betrieben. Das führt, so Höbelt, zu Verbitterung unter den Betroffenen.

Abrechnung mit Cancel Culture: Lothar Höbelt und Franz Schausberger im Gespräch mit Hubert Nowak
Neue Konflikte um alte Autoren, Namen und Traditionen
Ausgelebt wird die Cancel Culture anhand von Straßennamen, von Denkmälern, von Autoren (z.B. Karl May) und Traditionen (z.B. Nikolaus), von Wissenschaftern und von Publikationen, wie die acht Autoren zeigen. Und sie schildern auch die Vorstufe, das völlig überzogene Gendern. Dieses hat – weit über das berechtigte Anliegen von Gleichbehandlung und Toleranz hinaus – in Verwaltungen, Schulen sowie Fernsehen und Radio zu erheblichen Verwerfungen in der Sprache geführt und wurde etwa im ORF nach Protesten wieder zurückgenommen.

Seit Jahren immer wieder beschmiert: Denkmal für Bürgermeister Karl Lueger; Foto: iStock
Zusammenfassend schreibt Schausberger: Der Zugriff einer nicht legitimierten Minderheit auf die Sprache, mit dem Ziel, das Denken der Menschen zu verändern, weist stark totalitäre Züge auf. „Schließlich spürt die Mehrheit, dass diese Minderheit, die über ihre Sprache verfügt, auch über die Menschen selbst verfügt. Und davon profitiert eine wachsende aggressive rechte Gegenminderheit.“
Die sich übrigens auch der Methoden der Cancel Culture zu bedienen beginnt, wie die Autoren unter Hinweis auf die von Präsident Donald Trump befeuerten Verfolgungen an US-amerikanischen Universitäten erläutern.
Zum Buch:
Franz Schausberger, Hannes Schönner (Hg.):
Cancel-Culture – Moralisierung und Anmaßung der Selbstgerechten
Schriftenreihe des Karl von Vogelsang-Instituts zur Erforschung der Geschichte der christlichen Demokratie in Österreich
Verlag Buchschmiede | www.buchschmiede.at
170 Seiten, Format 210×150
ISBN Softcover: 978-3-99181-847-2
ISBN E-Book: 978-3-99181-846-5
EUR 15,00
Direkt zu beziehen beim Karl von Vogelsang-Institut





