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Österreich und EU stemmen sich gegen Trumps neue Zölle

Nahezu ein Drittel des Welthandels wird - überwiegend zu See - zwischen USA und EU abgewickelt. Österreich und die EU ergreifen Maßnahmen gegen die von US-Präsident Donald Trump verfügten Strafzölle, sollten diese nicht durch Verhandlungen abgewendet werden können. Foto: Ingo Füchtenbusch / pixelio

Österreich und die Europäische Union stemmen sich gegen die von US-Präsident Donald Trump verfügten Zölle für Importe in die USA. Diese belasten weltweit die Wirtschaft und Konsumenten, erhöhen Inflation und senken das Wachstum, auch und gerade in Österreich. Kanzler Stocker kündigte an, Österreich werde die Gegenreaktion der EU jedenfalls unterstützen. Und diese Reaktion könnte kräftig ausfallen, sagte Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen.

 

USA und EU am engsten verknüpfte Wirtschaften

Die transatlantische Handelspartnerschaft ist Motor der globalen Wirtschaft und schafft Millionen Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks, erklärte Bundeskanzler Christian Stocker. Ein fairer und offener transatlantischer Handel hat immer Wohlstand und Wachstum garantiert, sowohl in den USA als auch in der Europäischen Union.

Die Fakten unterstreichen Stockers Position: Die USA und die EU sind die am engsten miteinander verknüpften Wirtschaften. Zusammen erreichen sie im Jahr 2023 mit 1,6 Billionen Euro nahezu ein Drittel des weltweiten Handels und 43 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.

 

USA für Österreich zweitwichtigster Handelspartner

Für Österreich sind die USA der – nach Deutschland – der zweitwichtigste Handelspartner: 2023 betrugen die Ausfuhren mit einem Anteil von 7,4 % aller Exporte einen Wert von 14,7 Mrd. Euro. Zwei Drittel dieser Export entfallen auf Hochtechnologie, schreibt AmCham, eine unabhängige bilaterale Institution zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen. Österreichische Unternehmen erreichen in den USA einen Umsatz von 6,2 Mrd. Euro, amerikanische Unternehmen halten in Österreich rund 148.000 Arbeitsplätze.

Nun wird Österreich – vor allem als Vergeltung für die Digitalsteuer – mit einem Einfuhrzoll von 20 Prozent belegt.

 

Zölle drücken das Wachstum

Ohne Gegenmaßnahmen wäre Österreich mit einem minus von 0,35 Prozentpunkten beim Wachstum betroffen, erklärte Wifo-Experte Harald Oberhofer am Donnerstag bei einem Zoll-Gipfel von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und IV-Präsident Georg Knill in Wien. Laut IHS würde sich das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte verringern.

 

EU laut Stocker vorbereitet

Die EU, so Stocker, werde jedenfalls stark und selbstbewusst auftreten, sei sie doch der größte Binnenmarkt der Welt: „Wir sind seit Wochen auf dieses Szenario vorbereitet“, meinte Stocker. Gleichzeitig bemühe sich die EU, eine Verhandlungslösung mit den USA zu finden. Die Präsidentin der Kommission, Ursula von der Leyen, und der für Handel zuständige Kommissar, Maroš Šefčovič, können sich auf Österreichs volle Unterstützung verlassen: „Wir scheuen nicht davor zurück, für unsere Interessen einzustehen.

 

Kommission will Schlag für Wirtschaft abwenden

Genau das plant die Europäische Kommission denn die Ankündigung von Präsident Trump von Universalzöllen für die ganze Welt, einschließlich der EU, ist ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft, sagte die Kommissionspräsidentin: „Wir arbeiten bereits an der Fertigstellung eines ersten Pakets von Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Strafzölle“, sagte Von der Leyen am Donnerstag in Brüssel. Eine Lösung des Konflikts durch Verhandlung habe Vorrang, aber: „Und wir bereiten uns jetzt darauf vor, weitere Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern.“

Nahezu ein Drittel des Welthandels wird - überwiegend zu See - zwischen USA und EU abgewickelt. Österreich und die EU ergreifen Maßnahmen gegen die von US-Präsident Donald Trump verfügten Strafzölle, sollten diese nicht durch Verhandlungen abgewendet werden können. Foto: Ingo Füchtenbusch / pixelio
Nahezu ein Drittel des Welthandels wird - überwiegend zu See - zwischen USA und EU abgewickelt. Österreich und die EU ergreifen Maßnahmen gegen die von US-Präsident Donald Trump verfügten Strafzölle, sollten diese nicht durch Verhandlungen abgewendet werden können. Foto: Ingo Füchtenbusch / pixelio