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Stocker reist mit großer Wirtschaftsdelegation nach Indien – Treffen mit Modi geplant

Im Sommer 2024 besuchte Indiens Premier Narendra Modi Österreich. Nun reist Bundeskanzler Christian Stocker mit einer großen Delegation nach Indien. Foto: BKA/Andy Wenzel

Bundeskanzler Christian Stocker bricht kommenden Dienstag zu einem dreitägigen offiziellen Besuch nach Indien auf. In Delhi wird er von Premierminister Narendra Modi sowie von Präsidentin Droupadi Murmu empfangen. Es ist dies bereits der zweite bilaterale Austausch zwischen Indien und Österreich binnen kurzer Zeit – Modi hatte Wien zuletzt im Juli 2024 besucht.

 

60-köpfige Wirtschaftsdelegation

Stocker wird von einer über 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, WKÖ-Vizepräsident Wolfgang Hesoun sowie hochrangige Vertreter österreichischer Unternehmen wie Wienerberger, ANDRITZ HYDRO, Doppelmayr, Plasser & Theurer oder AVL List. Auch Vertreter der Montanuniversität Leoben, der Technischen Universität Wien und der Johannes Kepler Universität Linz sind Teil der Delegation. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer trifft in Delhi seinen Amtskollegen Piyush Goyal. Bereits ab Samstag ist der Wirtschaftsminister in Mumbai, wo Unternehmensbesuche bei österreichischen Betrieben wie Primetals Technologies, Münzer Bioindustrie und Blum sowie Gespräche mit der Regionalregierung von Maharashtra und Termine mit Industrie- und Investitionsagenturen geplant sind.

Einen Höhepunkt der Reise bildet der India-Austria-Business-Summit, bei dem die Delegationsmitglieder mit indischen Unternehmen in Kontakt treten und sich konkrete Kooperationen anbahnen sollen. Im Rahmen des Besuchs werden zudem eine Reihe von Absichtserklärungen zur engeren Zusammenarbeit unterzeichnet.

 

Stocker setzt auf starke Partnerschaft

Bundeskanzler Stocker betonte die strategische Bedeutung der Reise: „Indien ist die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt. Gerade in einer Zeit globaler Umbrüche und wachsender Unsicherheiten auf den Weltmärkten sind starke Partnerschaften der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg.“ Stocker verfolgt das Ziel, den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig zu sichern und bringen und „rot-weiß-rote Unternehmen in Indien stärker auf die Landkarte“ zu bringen. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer verwies auf die starke Exportdynamik: „Genau deshalb gehen wir dorthin, wo Wachstum entsteht, vertiefen wirtschaftliche Partnerschaften und eröffnen unseren Betrieben neue Chancen in einem der dynamischsten Märkten der Welt.“

 

Exportanstieg nach Indien

Indien gilt für Österreich als einer der wichtigsten Handelspartner außerhalb der EU. Rund 170 österreichische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv, besonders stark vertreten in den Bereichen Maschinenbau, Anlagenbau und industrielle Technologien. Allein 2025 stiegen die österreichischen Exporte nach Indien um 13,6 Prozent – während die Exporte nach Asien insgesamt nur um 1,9 Prozent zulegten und weltweit sogar um 0,5 Prozent zurückgingen.

Als weiteren Rahmen für die Zusammenarbeit nannte das Bundeskanzleramt das bereits fertig verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, das den Marktzugang verbessern, Handelsbarrieren reduzieren und neue Perspektiven für Exporte und Investitionen schaffen soll. Von der entstehenden Freihandelszone könnten rund zwei Milliarden Menschen profitieren.