Russlands Angriff auf die Ukraine: „Größte humanitäre Krise Europas seit 1945“

Ukraine braucht Hilfe: Zelte in Odessa bieten Schutz vor Kälte und etwas Strom - und werden als Unbesiegbarkeitsstützpunkte bezeichnet. Foto: Imago Funke Foto Services
Ukraine braucht Hilfe: Zelte in Odessa bieten Schutz vor Kälte und etwas Strom - und werden als Unbesiegbarkeitsstützpunkte bezeichnet. Foto: Imago Funke Foto Services

Die Ukraine und ihre Bevölkerung leiden im vierten Kriegswinter enorm unter dem anhaltenden russischen Bombardement. „Jugend Eine Welt“ spricht von der „größten humanitären Katastrophe seit 1945“. Hilfe und Kontakte sind bedeutsam. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist Kiew, in Wien empfing Nationalratspräsident Walter Rosenkranz seinen Amtskollegen aus Kiew.

 

10 Millionen Ukrainer brauchen Hilfe

Nach Angaben des UN-Hilfswerks UNHCR sind weiterhin rund 5,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge außerhalb des Landes registriert, während Millionen Menschen innerhalb des überfallenen Landes als Binnenvertriebene leben. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass auch im Jahr 2026 mehr als 10 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der Entwicklungsorganisation „Jugend Eine Welt“. Sie bringt seit 2022 akut nötige Hilfe in dieses Land – und benötigt dafür weiterhin Spenden.

Beate Meinl-Reisinger in Kiew: Realistische Pläne für EU-Beitritt. Foto: Imago Hennadii Minchenko

Beate Meinl-Reisinger in Kiew: Realistische Pläne für EU-Beitritt. Foto: Imago Hennadii Minchenko

Realismus für Beitrittsprozess

Kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion besuchte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ihren Ressortkollegen Andrij Sybiha in Kiew. Die Ukraine wünscht den raschen Beitritt zur EU. Dieser ist ein Beitrag für die Sicherheit und Frieden, benötigt aber realistische Zugänge und Zeitpläne, bekräftigte Meinl-Reisinger.

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz mit Amtskollegen Stefantschuk. Foto: Michael Buchner

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz mit Amtskollegen Stefantschuk. Foto: Michael Buchner

Rosenkranz verweist auf Wiederaufbau

In Wien empfing unterdessen der Präsident des Nationalrats, Walter Rosenkranz, den Parlamentspräsidenten der Ukraine, Ruslan Stefantschuk. Beide betonten, Wahlen seien erst nach Beendigung der Kriegshandlungen möglich. Diese müssten so abgehalten werden, dass sie von den europäischen Partnern anerkannt werden. Rosenkranz ist für die Entsendung von Wahlbeobachtern. Zudem erinnerte Rosenkranz an jene 20.000 Kinder, die aus der Ukraine entführt worden sind und in Russland zur Adoption stehen. Österreich engagiere sich, so Rosenkranz, für den Wiederaufbau der Ukraine.

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