News
Wirtschaft reagiert positiv: Ankauf der Leonardo-M-346-Jets bringt neue Kooperation
„Der Ankauf von 12 Leonardo M-346-FA ist abgeschlossen“, erklären Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Das zwischen den Regierungen in Rom und in Wien vereinbarte Rüstungsgeschäft bringt Sicherheit und neue Kooperationen. Wirtschaft und Industrie reagieren äußerst positiv.
Neue Jets ab 2028
Die neuen Jets lösen die 2020 ausgeschiedenen Saab 105 ab. Die neuen Flugzeuge sollen ab 2028 geliefert und in Linz-Hörsching stationiert werden. Der Stückpreis liegt bei rund 80 Mio. Euro, insgesamt also bei rund 1 Mrd. Euro. Dazu kommen noch Kosten für Bewaffnung, Munition, Wartung, Ausbildung und den Simulator. Insgesamt liegt das Volumen des Gesamtpakets bei rund 1,5 Mrd. Euro.

Das Bundesheer bezieht bereits Hubschrauber Leonardo AW169: Klaudia Tanner mit Ressortkollegen Guido Crosetto
Vorteile für Wirtschaft
Auch für Österreichs Wirtschaftsstandort bringt der Ankauf spürbare Vorteile. Nach Jahren, in denen man in Österreich um industrielle Kooperationen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich eher einen Bogen gemacht hat, setzt das Wirtschaftsministerium nun bewusst einen neuen Kurs. Im Wirtschaftsministerium wird ein Paradigmenwechsel vollzogen: Österreich bekennt sich wieder offensiv dazu, Wertschöpfung, die sicherheitsrelevante Technologiebasis und industrielle Kompetenz in diesem Bereich zu stärken und heimischen Betrieben neue Chancen zu öffnen. Das trägt dazu bei, die Verteidigungsfähigkeit Österreichs im Ernstfall sicherzustellen.
Zusammenarbeit Österreich-Italien
Vor diesem Hintergrund wurde nach der Entscheidung zum Kauf der modernen Trainingsjets des italienischen Herstellers Leonardo nun gemeinsam mit der italienischen Seite ein Abkommen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet.

Eurofighter sind laut Regierungsprogramm bis 2035 einsatzfähig. Foto: BMLV
Volumen von 400 Mio. Euro
Das Abkommen steht für eine neue Qualität industrieller Kooperationen zwischen Österreich und Italien und soll ein Volumen von 400 Millionen Euro in Österreich auslösen – insbesondere in den Bereichen Luftfahrttechnik, Zulieferindustrie, Digitalisierung und sicherheitsrelevante Forschung. Das Abkommen beruht auf der Wahrung von wesentlichen österreichischen Sicherheitsinteressen und ist im Einklang mit den Regeln des europäischen Binnenmarkts, weil letztlich hochqualitative, kompetitive Anbieter profitieren, wo die Kooperation im wechselseitigen Interesse liegt. Das Abkommen schafft somit einen geordneten rechtlichen Rahmen, um das gesamte Potenzial der industriellen Kooperationen heben zu können.
Mögliche Kooperationsbereiche sind:
- gemeinsame Produktentwicklung von Leonardo und österreichischen High-Tech-Unternehmen,
- Beteiligung heimischer Betriebe an Wartung, Software, Ausbildung und Systemintegration,
- sowie gemeinsame Forschungsprojekte, zum Beispiel im Bereich Luftfahrt, Simulation, Materialtechnologie und Sensorik.
„Damit setzen wir einen zentralen Grundsatz dieser Bundesregierung um: Steuergeld soll, wo immer möglich, auch in Form von Wertschöpfung nach Österreich zurückfließen“, betonen die Minister Tanner und Hattmannsdorfer.

Hattmannsdorfer mit neuem Kurs: Kooperation auch im Sicherheitsbereich. Foto: Chr. Dunker
Innovation durch Investitionen
Neben sicherheitspolitischen Aspekten sind Investitionen in diesen Bereich auch Treiber für technologische Innovation. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und öffentlicher Hand trägt zur Innovationskraft der österreichischen Wirtschaft bei und schafft gleichzeitig Arbeits-plätze.
Zuletzt wurde genau geprüft, wie industrielle Kooperationen in Zukunft konkret ausgestaltet werden können. Dabei erfolgte die Abstimmung eng zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und dem Bundesministerium für Landesverteidigung. Auch Erfahrungen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten mit ähnlicher industrieller Struktur – also mit geringer selbst produzierender Industrie und einem starken Zuliefereranteil – fließen in die Überlegungen ein.
„Ein klarer rechtlicher Rahmen und Transparenz sollen sicherstellen, dass österreichische Unternehmen bestmöglich von derartigen Kooperationen profitieren“, erklärten dazu Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
„Dieses Government-to-Government-Geschäft bringt mehr Sicherheit und wertvolle industrielle Kooperationen für Österreich“, so die beiden Minister.
Wirtschaft sieht Vorteile und Perspektiven
„Mit dem Kauf des Jettrainers schaffen wir nicht nur sicherheitspolitischen Mehrwert, sondern vor allem wirtschaftliche Substanz“, sagte Wolfgang Hesoun, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Vorsitzender der ARGE Industrielle Kooperation und Luftfahrttechnologie in der WKÖ. „Jeder Euro, der durch industrielle Kooperation im Land bleibt, stärkt unseren Standort, sichert hochwertige Arbeitsplätze und fördert Innovationen in einem hart umkämpften globalen Technologiemarkt.“
Industrie verweist auf Chancen für Betriebe
Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt ausdrücklich das klare industriepolitische Umdenken der Bundesregierung im Zuge des finalisierten Ankaufes der Leonardo M-346-FA-Jets sowie des dazugehörigen Industriekooperationspakets im Umfang von 400 Mio. Euro, heißt es in einem ersten Statement: „Dass die Bundesregierung die Chance nutzt, sicherheitspolitische Anforderungen mit wirtschaftspolitischer Vernunft und industriepolitischem Weitblick zu verbinden, ist ein wichtiges Signal – gerade in Zeiten, in denen viele Betriebe konjunkturell unter Druck stehen“, erklärt IV-Präsident Georg Knill.





