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12 Antworten auf demografischen Abschwung

Der demografische Wandel erfordert Antworten: 12 Ansätze zeigt eine neue Studie, wie Co-Autorin Gudrun Kugler erklärt. Bild: AI Generated Pixabay-Jumbo457

Der demografische Wandel gefährdet die Zukunft. Ein Expertenpapier legt jetzt 12 Antworten vor, um Wohlstand und Sicherheit zu erhalten. Welche es sind, erklärt Co-Autorin Gudrun Kugler.

 

Die Gefahren, wenn Europa schrumpft

Die Wirklichkeit des demografischen Wandels und seine Auswirkungen sind längst bekannt, erklärt die ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dr. Gudrun Kugler. Sie ist Sonderbeauftragte der Parlamentarischen Versammlung der OSZE für demografischen Wandel und Sicherheit. Die große Frage, so Kugler, lautet daher: „Wie soll man auf den demografischen Wandel reagieren?“

Ein aktuelles Strategiepapier gibt Antworten: Die Studie “Answering Demographic Change – Policy Recommendations for National and European Policymakers” wurde vom Martens Centre, dem Campus Tivoli und der Abgeordneten Gudrun Kugler auf Basis zahlreicher Expertengespräche erstellt und jetzt veröffentlicht.

Die Analyse zeigt auf, dass der demografische Rückgang, niedrige Geburtenraten, Bevölkerungsalterung und eine schrumpfende Erwerbsbevölkerungen zu den entscheidenden Herausforderungen Europas zählen. Das Papier macht deutlich, dass der demografische Wandel nahezu alle Politikfelder betrifft – von wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und den Sozialsystemen über Regionalentwicklung bis hin zu Demokratie und Sicherheit.

Antworten auf den demografischen Wandel mit zwei Ansätzen in zwölf Antworten

Antworten auf demografischen Wandel mit zwei Ansätzen in zwölf Antworten. (Martens-Center)

Doppelstrategie bringt Antworten

Als Antwort auf die Herausforderungen schlagen die Autoren eine Doppelstrategie vor: einerseits Ursachenbekämpfung (Unterstützung von Familiengründung und höheren Geburtenraten), andererseits Anpassung an die Veränderungen (Reformen der Arbeitsmärkte, der Sozial- und Pensionssysteme, der Migrationssteuerung sowie der Raum- und Regionalplanung). Diese soll durch koordinierte, langfristige Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene umgesetzt werden.

Die Handlungsempfehlungen für nationale und europäische Entscheidungsträger sind in zwölf Kapitel gegliedert:

  1. Demografischen Wandel als Megatrend in der europäischen Politik verankern
  2. Alle Institutionen und Politikfelder einbeziehen
  3. Produktivität trotz demografischem Wandel sichern (Bildung & Arbeitsmarkt)
  4. Kulturellen Wandel hin zu Familie und Elternschaft fördern
  5. Familienorientierte Politik und Anreize für Elternschaft stärken
  6. Ländliche Räume stabilisieren und Infrastruktur strategisch anpassen
  7. Wachsende Vorstädte und Großstädte demografiefest planen
  8. Lebensqualität und aktives Altern durch starke Gesundheits- und Pflegesysteme sichern
  9. Eine demografisch resiliente Erwerbsbevölkerung aufbauen
  10. Migration gezielt steuern als Teil einer nachhaltigen Demografiepolitik
  11. Pensions- und Sozialsysteme für langfristige Tragfähigkeit reformieren
  12. Demografische Nachhaltigkeit als Grundlage von Demokratie, Sicherheit, EU-Erweiterung und Wiederaufbau (Ukraine)

Zur Studie meint Gudrun Kugler: “Dieses Strategiepapier verbindet erstmals systematisch Familienpolitik, Arbeitsmarkt, Migration, Regionalentwicklung und Sicherheitspolitik. Es zeigt: Demografie ist gestaltbar – aber nur, wenn wir sie als Querschnittsthema begreifen und langfristig – über Legislaturperioden hinweg, mutig und koordiniert handeln.“

Gudrun Kugler: Wenn Europa schrumpft, gefährdet es seine Zukunft. Foto: Parlament / Zinner

Gudrun Kugler: Wenn Europa schrumpft, gefährdet es seine Zukunft. Foto: Zinner

Warum ist dies bedeutsam? Kuglers Antwort: „Demografie entscheidet über Macht, Wohlstand und Sicherheit. Wenn Europa schrumpft und altert, ohne politisch gegenzusteuern, schwächt es seine eigene Zukunft. Wir bieten umsetzbare Strategien an. Denn der demografische Wandel ist keine ferne Entwicklung, sondern ein Weckruf an die Gegenwart: Demografie muss nicht Schicksal sein.”