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Hasskriminalität: Tatort Nummer eins bleibt das Internet
Der fünfte Hate-Crime-Lagebericht des Innenministeriums zeigt ein stabiles, aber weiterhin hohes Anzeigenaufkommen: Mit 6.751 vorurteilsmotivierten Straftaten und 7.327 Vorurteilsmotiven blieben die Zahlen 2025 gegenüber dem Vorjahr konstant. Zugleich stieg die Aufklärungsquote auf 71 Prozent. Häufigster Tatort bleibt das Internet, ein Drittel der Tatverdächtigen ist jünger als 21 Jahre.
Ermittlungen führten zu Anstieg der Aufklärungsquote
Der Bericht, der am Montag vom Innenministerium veröffentlicht wurde, dokumentiert Straftaten mit vorurteilsmotivierten Tatmotiven wie Herkunft, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung. Ziel ist es, ein Bild über Ausmaß und Entwicklung von Hasskriminalität zu zeichnen und die Gegenmaßnahmen sichtbar zu machen.
„Die Bekämpfung von Hasskriminalität ist eine konkrete, alltägliche Herausforderung und notwendig für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die konsequente Ermittlungstätigkeit der Sicherheitsbehörden hat zu einer gestiegenen Aufklärungsquote von nunmehr 71 Prozent geführt“, erklärt Innenminister Gerhard Karner.
Hass wird vor allem online gesät
Häufigster Tatort ist mit 1.917 Fällen das Internet. Drei Viertel aller Hasspostings waren Verstöße gegen das Verbotsgesetz, ein Fünftel entfiel auf Straftaten gegen den öffentlichen Frieden wie Verhetzung. Da Hass „vorwiegend im Netz gesät“ werde und meist junge Menschen zuerst treffe, setzten Präventionsschwerpunkte wie „Sicher und FAIRnetzt“ und der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung genau dort an, heißt es im Bericht.
Hoher (junger) Männer-Anteil
86 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer (Gesamtkriminalität: 78 Prozent), 28 Prozent haben keine österreichische Staatsbürgerschaft (Gesamtkriminalität: 48 Prozent). Ein Drittel war zum Zeitpunkt der Registrierung unter 21 Jahre alt. Von den 1.575 Opfern gewaltbezogener Hasskriminalität sind 62 Prozent Männer. Bei den häufigsten Delikten – Körperverletzung, gefährliche Drohung und Nötigung – war die nationale bzw. ethnische Herkunft in allen Altersgruppen das dominante Motiv.
Unterschiedliche Motive
Den größten Anteil der dokumentierten Vorurteilsmotive machten mit 2.939 Motiven (rund 40 Prozent) Verstöße gegen § 3g Verbotsgesetz aus, gefolgt von Sachbeschädigungen (1.021 Motive, 14 Prozent), Körperverletzungen (595 Motive, acht Prozent), Verhetzungen (545 Motive) und gefährlichen Drohungen (529 Motive).
Zur Bekämpfung von Hasskriminalität setzt das Innenministerium nach eigenen Angaben auf gezielte Maßnahmen wie die intensive Schulung von Polizistinnen und Polizisten, um Vorurteilsmotive besser zu erkennen. Ergänzend fördert das Ressort Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit – auch an Schulen, um junge Menschen frühzeitig aufzuklären.
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