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Bauernbund fordert Ende der SPÖ-Blockade bei Dürrehilfe

Bauernbundpräsident Georg Strasser fordert die SPÖ auf, die Blockade einzustellen und den Weg für Hilfen freizumachen. Foto: Bauernbund

Die Schadensbilanz der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt die historische Dimension der Dürre. Rufe nach Hilfen für betroffene Betriebe werden immer lauter. Der Bauernbund fordert nun die SPÖ auf, ihre Blockade zu schnellen Hilfen für die Bauern aufzugeben.

 

Eine Milliarde Euro Schaden

Der bisherige Gesamtschaden in der heimischen Landwirtschaft wird auf eine Milliarde Euro geschätzt. Betroffen sind sämtliche Bundesländer und nahezu alle Kulturen. Im Grünland wird der Ertragsausfall bereits auf 45 Prozent geschätzt, bei Mais auf rund 25 Prozent und beim Getreide auf 14 Prozent – regional liegen die Einbußen noch deutlich höher. Zugleich verschärft sich die Futterknappheit in der Tierhaltung.

Bauernbund-Präsident Georg Strasser nimmt die gesamte Bundesregierung in die Pflicht. Die notwendige Hilfe sei „kein Wunsch der ÖVP, sondern Aufgabe der gesamten Bundesregierung“, so Strasser in einer Reaktion. Ein Dürreschaden von einer Milliarde Euro sei „bittere Realität auf unseren Höfen“ – hinter diesem Schaden stehen laut Strasser „vernichtete Ernten, fehlendes Futter und Bauernfamilien, die um die Zukunft ihrer Betriebe kämpfen“. Das SPÖ-geführte Finanzministerium müsse „seine Blockadehaltung aufgeben und den notwendigen finanziellen Spielraum schaffen“.

 

Umschichtungen sollen nicht reichen

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig habe nach Bekanntwerden der Schadenszahlen umgehend Gespräche mit dem Finanzminister aufgenommen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Versicherungswirtschaft zu einem Runden Tisch zusammengebracht. In den nächsten Tagen soll ein Unterstützungspaket vorgelegt werden. Totschnig lege „Tempo vor und arbeitet an konkreten Lösungen“, so Strasser. Er habe zugleich klargestellt, dass Umschichtungen innerhalb des Landwirtschaftsbudgets nicht ausreichten: „Die Landwirtschaft kann sich die Hilfe in einer historischen Katastrophe nicht selbst finanzieren.“

 

Bauernbund sieht „Außergewöhnliche Situation“

Strasser betonte, dass sich der Bauernbund klar zum Klimaschutz bekenne und zu einem wirksamen Klimagesetz. Gleichzeitig brauche es „rasche, unbürokratische und treffsichere Hilfe“ für die besonders betroffenen Betriebe. „Klimaschutz und Akuthilfe sind kein Widerspruch“, so der Bauernbund-Präsident. Wer die heimische Lebensmittelversorgung sichern wolle, müsse den Bauernfamilien jetzt konkret helfen: „Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“

 

Nachzuhören: Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zur Dürre im Ö1 Morgenjournal