Familiennachzug wird gedeckelt: Erste Quote auf 314 Personen begrenzt
Die Bundesregierung begrenzt den Familiennachzug für Schutzberechtigte künftig durch eine jährliche Quote. Für 2026 und 2027 sind es jeweils höchstens 314 Personen. Am Freitag ging die Verordnung in Begutachtung.
Nach der vorübergehenden Aussetzung des Familiennachzugs im März 2025 wird dieser künftig durch eine jährliche Quote begrenzt, um wichtige Systeme besonders in den Bereichen Bildung und Integration vor Überlastung zu schützen. Auch die zunehmenden polizeilichen Anzeigen gegen 10- bis 14-Jährige hätten diesen Schritt notwendig gemacht, heißt es am Freitag aus dem Innenministerium. Die ersten beiden Quoten für die Jahre 2026 und 2027 werden auf jeweils 314 Personen festgelegt. Die Sicherheitsüberprüfungen der Betroffenen finden im Vorfeld statt. Die entsprechenden Verordnungen wurden am 30. Oktober 2026 in eine vierwöchige Begutachtung geschickt, in der auch die Bundesländer Stellungnahmen abgeben können.
Karner: „Erste Quote wird sehr gering sein“
„Die erste Quote wird wie angekündigt sehr gering sein“, erklärt Innenminister Gerhard Karner. Dadurch schütze man wichtige Systeme wie den Bildungsbereich „vor weiterer Überlastung“ und setze gleichzeitig Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität. Den Verlauf des Familiennachzugs belegt das Ministerium mit Zahlen: Von Jänner bis September 2024 habe es mehr als 6.000 tatsächliche Einreisen gegeben, im selben Zeitraum 2026 nur 60, und das seien absolute Härtefälle gewesen.
Gödl: „Konsequente Politik wirkt“
Für ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl ist die Begrenzung „der nächste wichtige Schritt“, um die Systeme vor Überlastung zu schützen und die Jugendkriminalität wirksam zu bekämpfen, wie er in einer Aussendung erklärte Damit schütze man Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem und schaffe die Voraussetzungen für gelingende Integration. Innenminister Karner handle entschlossen und setze „konkrete Maßnahmen mit messbaren Ergebnissen“. Die konsequente Politik der Volkspartei wirke, so der Klubobmann, der auch ÖVP-Bereichssprecher für Sicherheit, Integration und Migration ist: Während von Jänner bis September 2018 unter dem damaligen Innenminister Herbert Kickl 2.116 Einreisen im Rahmen des Familiennachzugs verzeichnet worden seien, seien es im selben Zeitraum 2026 nur 60 absolute Härtefälle gewesen.
Asylzahlen auf historischem Tiefstand
Der restriktive Kurs zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen. Im September 2026 wurden in Österreich lediglich 308 Asyl-Erstanträge gestellt, nach 739 im September 2025 ein Rückgang um mehr als 58 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch die Zahl der Asylwerber in der Grundversorgung ist mit rund 5.200 auf einem historisch niedrigen Niveau, dem niedrigsten Wert seit knapp 30 Jahren. „Unser Ziel ist klar: Wir stehen für eine Asyl- und Sicherheitspolitik, die klare Verhältnisse und Ordnung in Österreich sicherstellt“, unterstreicht Gödl.
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