Neutralität prägt Nationalfeiertag in einer veränderten Welt
Bekenntnisse zu Neutralität, Verantwortung und Zusammenhalt durch Staats- und Regierungsspitze prägten den Nationalfeiertag 2026. Das internationale Umfeld erfordere von Österreich, wehrhaft und gerüstet zu sein, Werte und Unabhängigkeit zu verteidigen.
Dem Gedenken an die Opfer der Kriege durch Bundespräsident und Bundesregierung am Heldentor in Wien folgten deren Appelle, weiterhin den Kompromiss zu suchen und stets die Verantwortung für Österreich, seine Stabilität in Freiheit und Unabhängigkeit zu tragen.

Gedenken: Verteidigungsministerin Tanner und Bundespräsident Van der Bellen. Foto: Paul Kulec
Neutralität selbst verteidigen
„Neutralität bedeutet, dass Österreich selbst Verantwortung übernimmt und dass wir bereit sind, für unsere Freiheit einzustehen und die Menschen in unserem Land und unsere Werte zu verteidigen”, erläuterte Bundeskanzler Christian Stocker am Heldenplatz bei der Angelobung von etwas mehr als 1.000 Rekruten.
Das gelte heute ganz besonders, nachdem der Krieg nach Europa zurückgekehrt sei und sich die Bedrohungen verändert und vervielfältigt haben, erklärte Stocker. Diese Bedrohungen reichen von hybriden Angriffen und Cyberattacken bis hin zu Gefahren für unsere kritische Infrastruktur und Beeinflussung unserer Gesellschaft durch Desinformation und Destabilisierung: “Diese Realität verlangt eine klare Antwort: Österreich muss wieder selbst Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen”, erklärte Stocker. Daher werde in das Bundesheer und in die Sicherheit investiert.
Tanner: Errungenschaften verteidigen
„Nicht Papier, sondern Menschen verteidigen die Freiheit!“, zitierte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner den früheren Bundespräsidenten Franz Jonas. Und er habe noch immer Recht. erklärte Tanner in ihrem Tagesbefehlt denn: “Freiheit, Demokratie und auch unsere Neutralität haben wir nicht nur, weil sie auf einem Papier stehen. Das sind Errungenschaften, die wir in Österreich erkämpft haben und die wir auch verteidigen müssen.”

Bundeskanzler Stocker: Österreich muss seine Neutralität selbst verteidigen. Foto: Christopher Dunker
Van der Bellen drängt auf Lösung der Personallücke
Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Leistungen, Ausbildung und Standard des Bundesheeres, drängte auf die Lösung der offenen Personalfrage. So sagte Van der Bellen in seinem Tagesbefehl zur Lage des Heeres: “Es ist mir allerdings auch bewusst, dass in der Einsatzorganisation eine beunruhigende Anzahl an Offiziers- und ganz besonders Unteroffiziersfunktionen unbesetzt ist. Die Lösung dieser Problematik muss höchste Priorität in der Umsetzung der Wehrdienstreform haben.”

Peter Haubner und weitere ÖVP-Parlamentarier begrüßten Gäste am Tag der Offenen Tür des Parlaments. Foto: Thomas Topf
Wie Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei hielt auch das Parlament am Nationalfeiertag den Tag der offenen Tür ab. Im Hohen Haus begrüßte der zweite Präsident des Nationalrats, Peter Haubner, die Besucherinnen und Besucher. Vor dem Haus luden etwa ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner zu öffentlichen Diskussion.