Geheimbericht: Sind ukrainische AKW für Österreich gefährlich?

Die Kühltürme des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar, Ukraine. Foto: iStock OlyaSolodenko
Die Kühltürme des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar, Ukraine. Foto: iStock OlyaSolodenko

Die Angriffe der russischen Armee haben in der Ukraine auch Infrastruktureinrichtungen und strategisch wichtige Versorgungseinheiten zum Ziel. Darunter auch Atomkraftwerke. Das leistungsstärkste Kernkraftwerk Europas, das AKW Saporischschja im Südosten der Ukraine, wurde von den Russen eingenommen, inklusive Explosionen in der Nähe des Werks. Auch das Atomkraftwerk Tschernobyl wurde schon einmal von der russischen Armee vom Strom abgeschnitten. Die Besorgnis über die Sicherheit der ukrainischen Kernkraftwerke in russischer Hand steigt im Westen. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ist genauso alarmiert, wie die heimischen Behörden.

 

Radiologischer Lagebericht

Nun liegt Zur-Sache ein Bericht der Abteilung Strahlenschutz im Klimaministerium an das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM) vor. Der „Radiologische Lagebericht zur Situation der kerntechnischen Anlagen in der Ukraine“ beinhaltet alle Informationen zu den laufenden Atomkraftwerken in der Ukraine, und eine Bewertung über mögliche Gefahren für Österreich. Im fünf-seitigen Bericht kommen die Expertinnen und Experten zum Schluss, dass für Österreich aktuell keine Gefahr besteht und keine Veranlassungen in Österreich erforderlich sind.

 

Aktuell keine Gefahr

Wörtlich heißt es im Geheimbericht: „Der Bereitschaftsdienst der Abt. Strahlenschutz des BMK verfolgt laufend die Entwicklungen in der Ukraine und wird weiter über die offiziellen Meldungen der IAEA und der ukrainischen Behörden in Hinblick auf die Sicherheit der Kernkraftwerke und Entsorgungsanlagen für radioaktive Abfälle informieren. Potentielle Auswirkungen auf Österreich: Keine. Für Österreich besteht aktuell keine Gefahr und es sind keine Veranlassungen in Österreich erforderlich.“

 

Keine erhöhten Messwerte

Das unter russischer Kontrolle befindliche AKW Saporischschja ist rund 1.300 km von Österreich entfernt. Laut aktueller Wetterprognosen ist auch in den nächsten 24 bis 48 Stunden keine Betroffenheit Österreichs zu erwarten. Nach Informationen der IAEA sowie Ukrainischen Nuklearaufsichtsbehörde SRNIU sind die automatischen Überwachungssysteme im normalen Betrieb und zeigen keine erhöhten Messwerte. Auch an allen anderen AKW Standorten in der Ukraine wird derzeit keine potentielle Gefahr für Österreich erwartet.

Der Radiologische Lagebericht über die Situation der AKW in der Ukraine wird täglich erstellt und dem Krisenstab im Innenministerium übermittelt.