Europa- & Aussenpolitik

Lage im Nahen Osten: Rund 18.000 Österreicher in Krisenregion

Im Nahen Osten und in der Golfregion halten sich derzeit rund 17.000 Österreicher auf. Das Außenministerium informiert täglich in einem Update über die aktuellen Entwicklungen. Foto: istock/omersukrugoksu

Das Außenministerium informierte am Dienstag über den aktuellen Stand der Sicherheitslage in der Golfregion und im Nahen Osten. Im Krisenstab werden die Entwicklungen laufend analysiert und die nächsten Schritte festgelegt. Aktuell befinden sich an die 18.000 Österreicher in der Krisenregion.

 

Reisewarnungen und Risikoeinstufungen

Der Großteil der Länder im Nahen Osten wurden vom Krisenstab mit der Sicherheitsstufe 4 eingestuft. Dies bedeutet ein hohes Risiko für Reisende. Saudi‑Arabien und Oman erhalten die etwas niedrigere Sicherheitsstufe 3, wodurch dort noch begrenzte Flugverbindungen bestehen. Die Einstufungen dienen als Grundlage für die Priorisierung von Ausreisen.

 

Zahl der österreichischen Staatsbürger im Nahen Osten

Nach Angaben des Außenministeriums befinden sich derzeit etwa 17.000 bis 18.000  Österreicher im Nahen Osten. Davon sind rund 2.500 Reisende und etwa 1.600 Personen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Insgesamt werden in den VAE rund 4.370 Österreicher betreut.

 

Evakuierungs‑ und Unterstützungsmaßnahmen

  • Busverkehre: Für die Ausreise aus den nach Riad wurden Busse mit einer Gesamtkapazität von 200 Plätzen bereitgestellt. Bislang haben 40 Personen das Angebot genutzt.
  • Charter‑ und Linienflüge: Das Außenministerium hat mehrere Charterflüge organisiert, darunter einen Flug aus Maskat, der am Dienstag 180 Passagiere nach Wien transportieren soll. Weitere Flüge werden in Abstimmung mit Luftfahrtunternehmen und EU‑Partnern vorbereitet.
  • Koordination mit anderen Ressorts: Das Team vor Ort wird durch das Verteidigungs‑ und Innenministerium verstärkt. Die Zusammenarbeit umfasst die Begleitung von Bussen an den Grenzen, die Sicherstellung von Schutz für die Reisenden und die Bereitstellung von Notfallnummern.
  • Priorisierung vulnerabler Gruppen: Besondere Aufmerksamkeit gilt älteren und sonst schutzbedürftigen Personen, die in der Region verbleiben.

 

Luftraum weiterhin stark eingeschränkt

Der Luftraum ist in vielen Ländern stark eingeschränkt oder komplett gesperrt, was die Planung von Flügen erschwert. In Ländern der Sicherheitsstufe 4 gelten massive Flugverbote, während in den Bereichen mit Sicherheitsstufe 3 (Saudi‑Arabien, Oman) gelegentlich kurze Zeitfenster für kommerzielle Flüge bestehen. Das Außenministerium prüft kontinuierlich, welche Flugrouten und -genehmigungen kurzfristig verfügbar werden können. Österreicher werden aufgefordert, in ihrer Unterkunft zu bleiben, bis konkrete Ausreiseoptionen bereitstehen. Das Außenministerium stellt Notfallkontakte bereit und bittet Betroffene, sich in dringenden Fällen direkt zu melden.

 

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