Sicherheit im Krisenfall: Polizei rüstet mit Photovoltaik gegen Blackout

Foto: iStock/Spitzt-Foto
Foto: iStock/Spitzt-Foto

Die Polizei hat sich das Ziel gesetzt, energieautonomer zu werden. Dadurch will man auch für etwaige Blackouts vorsorgen. Aus diesem Grund werden nun 100 Dienststellen mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet. Das Bundesheer rechnet mit einer 100%igen Wahrscheinlichkeit für ein Blackout in den kommenden 5 Jahre.

 

Blackout-Vorsorge

Die österreichische Polizei wird sich in Zukunft verstärkt auf die Vorbereitung von Blackouts konzentrieren. Unter einem Blackout versteht man einen längerdauernden, großflächigen Stromausfall, erklärt etwa der Oberösterreichische Zivilschutz auf seiner Homepage.

Aktuell gibt es eine Kooperation zwischen der Polizei und dem Bundesheer, damit die Betankung von Einsatzfahrzeugen im Ernstfall sichergestellt werden kann. Zudem gebe es auch Notstromaggregate, die seien aber „alte Technik“, erklärte Innenminister Karl Nehammer.

 

v.l.: Achleitner, Nehammer, Brunner; Foto: Hermann Walkobinger/Land OÖ

v.l.: Achleitner, Nehammer, Brunner; Foto: Hermann Walkobinger/Land OÖ

 

Langfristig 1.000 energieautonome Polizeistellen

Aus diesem Grund habe man nun ein Projekt mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und der Austrian Real Estate (ARE) gestartet, um die Einsetzbarkeit von Photovoltaik sowie deren Speichermöglichkeit zu prüfen, so Innenminister Karl Nehammer, Klimastaatssekretär Magnus Brunner und der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner bei einer Pressekonferenz in Linz.

Nun starte man mit der Ausrüstung von 100 Polizeistellen mit Photovoltaikanlagen, langfristig sollen 1.000 Posten der Exekutive mit diesen Anlagen aufgerüstet werden.

 

Stromausfall würde Milliarden-Kosten verursachen

Welche drastischen Folgen ein bundesweiter Stromausfall hätte, rechnete Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Achleitner vor: So würde ein bundesweiter Stromausfall pro Tag zwischen 1,2 und 1,5 Mrd. Euro kosten, im Bundesland Oberösterreich alleine 240 bis 300 Mio. Euro.

Das zeigt, wie bedeutsam auch Speichermöglichkeiten von Strom und Energie sind – auch um den Betrieb von systemrelevanten Einrichtungen weiter aufrecht halten zu können, insbesondere im Falle eines Blackouts. Aus diesem Grund müsste auch in Zukunft vermehrt auf Speichermöglichkeiten wie Pumpspeicherkraftwerke gesetzt werden.

Staatssekretär Bunner ergänzte, dass im Vergleich dazu die Kosten eines Lockdowns laut Wirtschaftskammer bei rund 1,7 Mrd. Euro liegen.

 

v.l.: Brunner, Achleitner, Nehammer; Foto: Hermann Walkobinger/Land OÖ

v.l.: Brunner, Achleitner, Nehammer; Foto: Hermann Walkobinger/Land OÖ

Wasserkraftwerke sind „schwarzstartfähig“

Eine besonders wichtige Rolle würde bei einem etwaigen Blackout den Wasserkraftwerken zukommen. Diese sind „schwarzstartfähig“, was bedeutet, dass keine Energie nötig ist, um die Kraftwerke am Laufen zu halten. Zudem können mit der Energie der Wasserkraftwerke auch Gas- und Dampfkraftwerke im Ernstfall wieder angefahren werden.

 

Blackout mit 100% Wahrscheinlichkeit in den nächsten 5 Jahren

Am 16. Jänner 2020 hat das Österreichische Bundesheer im Rahmen des Sicherheitspolitischen Jahresauftakts 2020 darüber informiert, dass seitens des Bundesheeres mit dem Eintritt eines Blackouts binnen der nächsten fünf Jahre mit einer 100 %igen Wahrscheinlichkeit gerechnet wird.